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Bedienelemente einer Dampflokomotive

Dieser Artikel erläutert die Bedienelemente im Führerstand von Dampflokomotiven. Die aufgeführten Bedienelemente unterscheiden sich Bauart bedingt.

Inhaltsverzeichnis

Bedienelemente

Bedienelemente des Lokführers

Regler

Der Regler (auch Regulator genannt) ist meist ein großer, axial drehbarer Hebel, dominierend in der Mitte an der Kesselwand bei Seitenzugreglern seitlich neben dem Stehkessel. Er öffnet das Ventil im Dampfdom zur Versorgung der Zylinder und stellt damit quasi den "Gashebel" der Lok dar, indem der Dampfdruck im Schieberkasten gesteuert wird. Im technischen Sinne handelt es sich nicht um einen Regler, da dieser nicht automatisch auf geänderte Druckverhältnisse reagiert.

Steuerung

Typischerweise ein Handrad oder eine Kurbel auf der Lokführerseite. Die Steuerung bestimmt die Öffnungszeiten der Schieber und damit die in die Zylinder gelangende Dampfmasse, auch Füllung genannt. Beim Anfahren wird mit der maximalen Füllung gefahren, damit steht das maximale Drehmoment zur Verfügung, die Maschine arbeitet aber auch mit maximalem Dampfverbrauch. Die Steuerung lässt sich mit einer Gangschaltung vergleichen, da hierüber das an den Antriebsrädern zur Verfügung stehende Drehmoment verändert werden kann.

Allerdings sind Dampfmaschinen elastischer als Automotoren und brauchen keine Getriebeuntersetzung, da sie in der Lage sind unter Last anzulaufen. Wenn die Zylinder bei hoher Geschwindigkeit und niedriger Last voll gefüllt werden, bedeutet dies jedoch unnötig hohen Dampf- und Brennstoffverbrauch. Stattdessen wird dann die Steuerung auf verkürzte Füllzeiten gestellt: Das Füllen der Zylinder wird lange vor dem Totpunkt beendet und der Dampf kann im Zylinder weiter expandieren. Auch die Fahrtrichtung kann über die Steuerung umgekehrt werden.

Zusatzbremsventil oder Zusatzbremshahn

Bei der Zusatzbremse wird der Luftdruck in den Bremszylindern der Lokomotive - unabhängig vom Rest des Zuges - gesteuert. Beim Zusatzbremshahn handelt es sich um einen 3 Wegehahn mit 3 Stellungen. In der Füllstellung wird der Bremszylinder mit Druckluft gefüllt, in der Abschlussstellung ist der Bremszylinder abgesperrt es kann weder Luft hinzukommen noch entweichen und in der Lösestellung ist der Bremszylinder mit der freien Luft verbunden und somit drucklos. Ein Zusatzbremsventil erfüllt die gleiche Aufgabe ist aber ähnlich wie ein Führerbremsventil aufgebaut.

Führerbremsventil

Mit dem Führerbremsventil wird der Luftdruck in der Hauptbremsleitung des Zuges gesteuert. Bei dem Führerbremsventil handelt es sich meist um ein Drehschieberventil. Es hat gegenüber dem Zusatzbremsventil mehrere Zwischenstellungen. In der Betriebsstellung wird zum Beispiel der Luftdruck in der Bremsleitung automatisch nachgeregelt wenn durch kleine Undichtigkeiten Druckluft verloren geht, die Schnellbremsstellung dient dazu möglich schnell die Bremse zum ansprechen zu bringen um einen kurzen Bremsweg zu erreichen.

Zylinderventilzug

Mit dem Zylinderventilzug werden die an jedem Arbeitsraum der Dampfzylinder angebrachten Ventile bedient. Bei nicht betriebswarmer Maschine werden diese geöffnet, um Kondenswasser abfließen zu lassen, außerdem können sie zum Vorwärmen der Zylinder verwendet werden in dem bei geöffneten Zylinderventilen und angezogener Bremse der Regler leicht geöffnet wird um so etwas Dampf durch die Zylinder strömen zu lassen. Bei betriebswarmen Zylindern werden die Zylinderhähne geschlossen. Sie können aber während der Fahrt geöffnet werden wenn z.B. Wasser aus dem Kessel über gerissen wird und dadurch Wasserschläge drohen.

Lichtschalter

Streckenlaternen der Lok, Triebwerksleuchten und Führerstandsbeleuchtung.

PZB/Indusi

Bedientafel der Punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB), umgangssprachlich auch Induktive Zugsicherung (Indusi) genannt.

Pfeifenzug

Mit dem Pfeifenzug wird die Dampfpfeife der Lokomotive betätigt.

Läutewerk

Auf Lokomotiven die Strecken mit ungesicherten Bahnübergängen befahren muss ein Läutewerk vorhanden sein. Dieses wird bei älteren Lokomotiven mit Dampf, bei neueren mit Druckluft betrieben.

Bedienelemente des Heizers

Auch bei Lokomotiven mit Stoker oder Ölfeuerung wurde auf den Heizer - der auch viele Wartungsarbeiten übernehmen muss - nicht verzichtet; ihm oblag dann die Bedienung von:

Feuerklappe oder Feuertür

Durch diese Öffnung werden Kohlen auf den Rost der Feuerbüchse geschaufelt. Um unnötiges Aufheizen des Führerstandes zu vermeiden, kann die Klappe oft beim Schaufeln mit einem Fußpedal geöffnet werden.

Dampfstrahlpumpe

Bei der Dampfstrahlpumpe handelt es sich um eine durch Dampfdruck angetriebene Pumpe, die Wasser aus dem Tender gegen den Kesseldruck in den Kessel fördert.

Anstellventil für Kolbenpumpe

Mit dem Anstellventil wird die Kolbenspeisepumpe angestellt und in ihrer Förderleistung gesteuert.

Dampfheizventil

Mit dem Dampfheizventil steuert der Heizer die Dampfmenge bzw. den Druck in der in der Heizdampfleitung über welche der angehängte Zug beheizt wird.

Hilfsbläser

Im Fahrbetrieb sorgt der Dampf aus den Zylindern für Strömung im Schornstein und durch den Sog für entsprechenden Luftzug in Feuerbüchse und Kessel. Im Stand (um das Anheizen zu beschleunigen) wird Dampf direkt aus dem Kessel durch den Schornstein geblasen, um das Feuer anzufachen.

Ventil für Aschkasten-, Rauchkammer- und Kohlenspritze

Mit diesem Ventil kann Wasser das durch die Speisepumpen aus dem Tender gefördert wird zum ablöschen von Glut im Aschkasten und der Rauchkammer sowie zum Nässen von Kohle auf dem Tender verwendet werden.

Abschlammschieber

Der Abschlammschieber selbst sitzt an der Vorderseite des Stehkessels an der tiefsten Stelle, er wird aber vom Führerhaus während der Fahrt bedient. Der Abschlammschieber wird während der Kessel unter Druck steht regelmäßig für einige Sekunden geöffnet um abgesetzten Schlamm und Kesselstein aus dem Kessel abzulassen bevor dieser sich festsetzt.

Schmierpumpe

Die Schmierpumpe versorgt Teile der Dampfmaschine zentral mit Öl. An der Schmierpumpe sind mehrere Schmierstellen angeschlossen und können einzeln in der Ölmenge geregelt werden. Darüber hinaus kann geprüft werden ob eine Schmierstelle überhaupt Öl bekommt.

Anstellventil für den Turbogenerator

Bei Lokomotiven mit elektrischer Beleuchtung, wir der Strom mittels eines dampfbetriebenen Turbogenerators erzeugt. Mit dem Anstellventil wird der Generator lediglich in Betrieb genommen oder abgestellt, die Drehzahl des Generators regelt dieser über einen Fliehkraftregler selbst.

Anzeigeelemente

Anzeigeelemente des Lokführers

Anzeigeelemente des Heizers


Bedienelemente bei Lokomotiven mit Sonderausrüstungen

Kondenstender

Bei Lokomotiven mit Kondenstender stehen dem Heizer zwei Umleitventile zur Verfügung. Mit dem einen Ventil kann er den Maschinenabdampf an der Saugzugturbine in der Rauchkammer vorbei leiten um die Feueranfachung zu verändern. Das andere Ventil dient dazu Dampf an den Turbinen für die Kühlgebläse im Tender vorbei zu leiten um die Kühlleistung bzw. die Kondensattemperatur zu regeln.

Stokerfeuerung

Große Dampfloks mit Kohlenfeuerung (wie z.B. die Big Boy) hätten jeden Heizer beim Schaufeln überfordert. Sie besaßen daher eine Förderanlage (meist eine Förderschnecke), Stoker genannt, die durch Dampfdruck angetrieben wurde. Der Heizer musste dann zumindest die Fördermenge regulieren und - über mechanische Verteilerschaufeln oder per Hand - für eine optimale Verteilung der Kohlen über die Rostfläche sorgen.

Ölbrenner

Bei Ölfeuerung wurde das Öl meist durch Dampfdruck zerstäubt. Der Heizer bekommt hierzu einige weitere Bedienelemente: Den Ölschieber, ein Handrad mit dem er die Ölmenge die den Brennern vom Tender durch die Schwerkraft zu läuft steuern kann. Jeder Brenner, meist zwei, verfügt über ein eigenes Ventil mit der Zerstäuberdampf eingestellt wird.