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Reinhold Finkbeiner

Reinhold Finkbeiner (* 6. August 1929 in Stuttgart) ist ein deutscher Komponist und Organist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sein Großvater und Vater waren Architekten. Bereits vor der Übersiedlung der Familie nach Berlin im Jahr 1939 erlebte Finkbeiner die Demütigungen seiner jüdischen Mitbürger durch die nationalsozialistische Diktatur, - eine Lebenserfahrung, die schon bald zu einem distanzierten Verhältnis zu Instanzen der Macht führte, vor allem aber sein Spätwerk entscheidend prägen sollte ("Gewalt,Gewalt", "Birkenau").

Nach überstandenen Kriegswirren absolvierte er die Aufnahmeprüfung an der Berliner Musikhochschule erfolgreich. Ein weiterer Umzug der Familie nach Fulda vereitelte jedoch den Studienbeginn und Reinhold Finkbeiner begann schließlich 1949 sein Kirchenmusik- und Kompositionsstudium an der Frankfurter Musikhochschule. Seine Lehrer waren unter anderem Helmut Walcha (Orgel) und Kurt Hessenberg (Komposition).

In dieser Zeit entstand auch die Sonate für Flöte und Klavier (2006 erstmals veröffentlicht). Seine Ausbildung ergänzte Finkbeiner bei dem in Darmstadt lehrenden Komponisten Hermann Heiß - nach dem Krieg einer der wichtigsten Pioniere im Bereich der elektronischen Musik. Wichtige Impulse erhielt Finkbeiner auch als Teilnehmer der Darmstädter Ferienkurse von 1953 bis 1960 von René Leibowitz und Ernst Křenek. Viele seiner Werke wurden dort in dieser Zeit uraufgeführt, so zum Beispiel das Konzert für Kammerorchester unter der Leitung von Hermann Scherchen, das 2.Streichquartett durch das Parrenin-Quartett, die Ciacona für Klavier (Else Stock-Hug) und die Komposition in 5 Teilen (Werner Hoppstock) im Rahmen der Tage für neue Musik. Wichtige Interpreten dieser Zeit waren auch Günter Ludwig und der Geiger Alois Kottmann.

1964 erhält Finkbeiner den Kompositionspreis seiner Heimatstadt Stuttgart für das Klavierkonzert sowie den Prix de Composition Musicale Prince Pierre de Monaco für das 2.Streichtrio in der Kategorie Kammermusik.

Als Konzertorganist und Organist der Frankfurter Peterskirche wird Reinhold Finkbeiner ab 1965 selbst zu einem bedeutenden Interpreten und Veranstalter für neue Musik.

Werk

Finkbeiners Werkkatalog umfasst etwa siebzig Kompositionen. Die Besetzungen reichen vom Soloinstrument bis zum Sinfonieorchester, darunter Orgelwerke, Werke für Ensemble und Klavierwerke.

Viele seiner Werke sind vom Hessischen Rundfunk in Produktionen und Mitschnitten dokumentiert worden. Weitere Aufnahmen entstanden in den Studios des Südwestfunks, des Bayerischen, des Norddeutschen Rundfunks und bei Radio Montecarlo.

Diskografie

Notenausgaben

Weblink

Personendaten
Finkbeiner, Reinhold
deutscher Komponist und Organist
8. August 1929
Stuttgart