Heim

Doberschau-Gaußig

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 9′ N, 14° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Dresden
Landkreis: Bautzen
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 40,48 km²
Einwohner: 4563 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01877, 02633, 02692
Vorwahlen: 03591, 035930
Kfz-Kennzeichen: BZ
Gemeindeschlüssel: 14 2 72 065
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 13
02692 Gnaschwitz
Webpräsenz:
www.doberschau-gaussig.de
Bürgermeister: Michael Schulze (CDU)
Lage der Gemeinde Doberschau-Gaußig im Landkreis Bautzen

Doberschau-Gaußig, sorbisch Dobruša-Huska, ist eine nach den beiden Orten Doberschau und Gaußig benannte Gemeinde im Landkreis Bautzen in der sächsischen Oberlausitz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Doberschau liegt etwa vier, Gaußig etwa 9 km südwestlich der Großen Kreisstadt Bautzen am Nordrand des Lausitzer Berglandes.

Die Gemeinde wird begrenzt von Göda und Bautzen im Norden, Obergurig im Osten, Wilthen im Südosten, Neukirch im Süden sowie Schmölln-Putzkau und Demitz-Thumitz im Westen. Alle umliegenden Gemeinden zählen zum Landkreis Bautzen.

Ortsgliederung

Die Gemeinde gliedert sich in 21 Ortsteile:

Geschichte

Der Ort Doberschau wurde 1223 erstmal in der Oberlausitzer Grenzurkunde erwähnt. Südlich von Doberschau liegt an der Spree die sogenannte Schanze, die früher als Wallburg den Einwohnern als Zuflucht diente. Sie konnte gut verteidigt werden, da sie in nördlicher Richtung durch das steil abfallende und felsige Tal der Spree begrenzt wird. Überreste des Walls sind noch heute erkennbar. Den Erzählungen nach soll ein unterirdischer Tunnel von der Schanze zum ehemaligen Rittergut in Doberschau existiert haben.

In der Reformationszeit kam es zu einem langjährigen Streit um die Pfarrei Gaußig. Der Ort war im Besitz des katholischen Domstifts Bautzen, das Präsentationsrecht für die Pfarrstelle hatte aber der evangelische Pfarrer von Göda. Letzterer wurde vom sächsischen Kurfürsten unterstützt, zu dessen Gebiet Göda, nicht aber Gaußig, seit 1559 gehörte. Die Protestanten konnten sich schließlich in den 1560er Jahren endgültig durchsetzen.

Wirtschaft

Bekannt ist der Ortsteil Gnaschwitz vor allem durch das Sprengstoffwerk Gnaschwitz, welches noch heute Sprengmittel für die zivile und militärische Nutzung in aller Welt herstellt. Hier wurden in den sechziger Jahren große unterirdische Anlagen in dem überwiegend aus Granit bestehenden Untergrund angelegt, in welchen die Produktion und Lagerung stattfand.

Es kam hier auch zu mehreren Unfällen – meist durch menschliches Versagen – und die entstandenen Druckwellen konnten sich im Spreetal mehrere Kilometer weit ausbreiten. Zu Zeiten der DDR fanden jeden Mittwoch Nachmittag Tests der Sprengmittel auf dem Betriebsgelände statt, die weithin zu hören waren.

Bildungseinrichtungen

Sehenswürdigkeiten

In Gaußig befindet sich ein Barockschloss mit Rhododendrenpark. Das Schloss war bis 1945 in Besitz der Reichsgrafen Schall-Riaucour, im Zuge der Bodenreform wurden sie enteignet und nach Rügen in ein Sammellager deportiert. Nachdem das Schloss zu DDR-Zeiten als Ferienheim der TU Dresden benutzt wurde, wartet man derzeit auf seine Renovierung und private Nutzung. Der Park ist weiterhin zugänglich. Im Schloss befindet sich eine römisch-katholische Kirche, daneben eine evangelische Pfarrkirche. Durch eine persönliche, nächtliche „Rettungsaktion“ des evangelischen Pfarrers wurde der spätgotische Altar aus der katholischen Kirche in die evangelische Kirche verbracht, ein Schaden am Altar konnte verhindert werden.

Vereine

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

Quellen

  1. Einwohnerzahlen