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Johann Paul Schilck

Johann Paul Schilck (* 1667 in Ravelsbach, Niederösterreich; † 3. August 1745 in Kaisersteinbruch, Ungarn, heute Burgenland) war ein österreichischer Steinmetzmeister des Barock.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Paul lernte das Steinmetzhandwerk in der Wiener Bauhütte bei Meister Johann Carl Trummer und wurde 1687 freigesprochen. Er wohnte im Eisenhutischen Haus neben dem kaiserlichen Arsenal im Tiefen Graben.

Heirat nach Kaisersteinbruch

Catharina Fuxin, Tochter von Antonius Pery und Ehefrau Anna Catharina, geborene Retacco, Witwe nach Meister Reichardt Fux, geweste Richterin, heiratete am 23. November 1700 in der Schottenkirche zu Wien in 2. Ehe den Gesellen Johann Paul Schilck. Es war das nicht die „übliche“ Witwenheirat, Fux war so früh verstorben, dass Catharina 26 Jahre alt war. Am 31. Oktober 1709 erblickte ihr Sohn Johann Paul jun. das Licht der Welt.

Richteramt

Das Amt des Richters führte Giovanni Battista Passerini aus, ihm folgte Sebastian Regondi, noch einmal hatten sich die Italiener im Steinbruch durchgesetzt. 1711 wurde Schilck Richter, so war es für das Ehepaar eine Ehrensache, den vom Vater/Schwiegervater Antonius Pery gestifteten und errichteten Altar in der Kaisersteinbrucher Kirche wieder in Stand zu setzen. Der Abt schrieb, einen neuen Altar bauen und aufrichten... Catharina Schilckin ließ ihren Ehemann 1713 im Grundbuch mit 1 Steinbruch, usw. einschreiben.

Befreiung von militärischer Einquartierung

Kaiser Karl VI. erneuerte und bestätigte am 5. Dezember 1712 das Salva-Quardia-Privilegium den Meistern Hans Georg Haresleben, Sebastian Regondi, Johann Paul Schilck, Elias Hügel, Johann Baptist Kral und Simon Sasslaber. (in dieser Reihenfolge) Frei zu sein, für sich und ihre Nachkommen von jeglicher militärischer Einquartierung. Am 20. Dezember 1714 genehmigte und erneuerte der Kaiser die eigenständige Viertellade in Kaisersteinbruch. 1722 legte er das Richteramt zurück, Nachfolger wurde Hofsteinmetzmeister Elias Hügel.

In den Kaisersteinbrucher Matriken läßt sich einzig der Lebensweg des jüngsten Sohnes Johann Paul weiter verfolgen, er heiratete im Juni 1734 die Sommereinerin Barbara Hoffbäuerin, drei Kinder wurden geboren, am 23. September 1740 starb der junge Vater mit 31 Jahren. Witwe Barbara ehelichte 1745 Martin Huber, Käsestecher zu Bruck an der Leitha.

Ehrensäule für Elias Hügel

Johann Paul Schilck veranlasste 1740 als Zechmeister der Steinmetz-Zunft eine von der Kaisersteinbrucher Bruderschaft gewidmete Ehrensäule für Meister Elias Hügel.

Am 23. April 1745 starb Catharina, 70 Jahre alt, im selben Jahr, am † 3. August Johann Paul mit 77 Jahren. Damit endet der Name Schilck in Kaisersteinbruch. Sein Epitaph ist in Privatbesitz.

ALLHIER RUEHET DER EHRNVESTE HERR JOHANN PAUL SCHILCKH / GEWESTER STEINMETZMEISTER / HAT DAS RICHTERAMBT 12 JAHR ADMINISTRIERET / IST IN GOTT ENTSCHLAFEN ANNO 1745 .. 77 JAHR .. VERLEIHE IHM UND ALLEN CHRISTGLAUBIGEN EIN FROLIGE AUFERSTEHUNG. AMEN.

Werke

Literatur


Personendaten
Schilck, Johann Paul
österreichischer Steinmetzmeister des Barock
1667
Ravelsbach
3. August 1745
Kaisersteinbruch