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Schlangentanz

Im sogenannten Schlangentanz werden von der Tänzerin entweder die Bewegungen von Schlangen nachgeahmt oder mit einer (oder mehreren) Schlange getanzt. Bei der Nachahmung der Bewegungen einer Schlange bewegt die Tänzerin ihren Körper sowie Gliedmaßen in fließenden Bewegungen und imitiert somit die Fortbewegungsart von Schlangen. Der Schlangentanz ist in den USA, Europa, Russland, ebenso wie Australien oder Ägypten verbreitet.

Die Herkunft des Schlangentanzes lässt sich aus historischen Quellen nicht ergründen. Es wird die Auffassung vertreten, dass schon früh in der Menschheitsgeschichte Heiler, Priester oder Schamanen die Schlange als heiliges Tier verehrten und auch mit ihr tanzten, um eine Verbindung zur Welt der Götter aufzubauen. Schlangentänze im orientalischen Tanz werden oft auf die bildliche Verwendung der Königskobra in der altägyptischen Kunst bezogen, da die Kobra ein heiliges Symbol war und sehr oft Verwendung fand. Ebenso oft werden Schlangentänze auch mit dem Tod der Kleopatra VII. in Verbindung gebracht, die angeblich durch den Biss einer Schlange starb, oder mit dem minoischen Fund der sog. kleinen Schlangengöttin aus der kultischen Schatzkammer des Heiligtums des Palastes von Knossós. Beide Herleitungen versuchen dem Fantasietanz mit Schlangen (oder als dargestellte Schlange) einen historischen Hintergrund zu geben und eine uralte Authentizität anzudichten. Heute ist die Ausgestaltung des Tanzes der Fantasie der Tänzerin überlassen.

Beim Tanz mit einer oder mehreren Schlangen ist ein Tanz aufgrund des Gewichtes des Tieres nicht mehr möglich. Hier werden vor allem leichte und langsame Bewegungen benutzt, um vor allem die Schlange zu präsentieren. Eine typische Tanznummer mit Schlange besteht darin, dass die Tänzerin die Schlange an einem Punkt ihres Tanzes aus dem bereitgestellten Korb nimmt und mit ihr zu tanzen beginnt. Dabei muss sie auf das Tier und seine Bewegungen eingehen, denn Schlangen lassen sich nicht abrichten. Bei dem Gewicht einer ausgewachsenen Schlange sind größere Tanzbewegungen der Tänzerin nicht mehr möglich und der Tanz wird zu einer langsamen Schreitbewegung. Die verwendete Musik kann genauso wie das Kostüm, der Schmuck und andere Accessoires frei gewählt werden.

Literatur