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Les Fouaillages

Les Fouaillages auf der Kanalinsel Guernsey ist neben "Le Pinnacle" auf Jersey die älteste Megalithanlage des Archipels. Sie liegt auf einer Düne, die zu einem Golfplatz nördlich von St. Peter Port gehört. In ihrer Nähe befindet sich der La Varde-Dolmen, der größte Dolmen der Insel und der Statuenmenhir in Castel.

Inhaltsverzeichnis

Forschungsgeschichte

Die 1977 entdeckte und ab 1979 durch Ian Kinnes ausgegrabene, aber noch nicht abschließend publizierte Anlage war im Gegensatz zu anderen auf den Kanalinseln unberührt und daher reich an Funden. Die Funde sind teilweise im Museum von St. Peter Port ausgestellt.

Chronologie

Ihre Datierung auf 4500 v. Chr. macht sie zu einer der ältesten Megalithanlagen in Europa. Die Inseln, die etwa zur Zeit der Errichtung dieses Dolmens durch den Anstieg des Meeresspiegels vom Kontinent getrennt wurden, bilden ab diesem Zeitpunkt, am ehesten vergleichbar mit Malta einen Mikrokosmos der europäischen Vorgeschichte mit den entsprechenden Sonderformen wie sie sich z.B. den in Steinkreisen platzierten Steinkisten zeigen. Die Kommen ansonsten nur in Li Muri auf Sardinien und im bronzezeitlichen Skandinavien vor. Die Anzahl der vorzeitlichen Anlagen, die anhand früher Aufzeichnungen und untersuchter Ortsnamen (von de Guerin) auf 70 (also 1/km²) zu veranschlagen ist, ist hoch, für Inseln aber nicht ungewöhnlich. Davon sind hier, ähnlich wie in anderen Regionen, nur noch 12 (oder 17%) erhalten und Les Fouaillages war in der ursprünglichen Aufstellung nicht einmal erwähnt.

Beschreibung

Die Architektur von Les Fouaillages ist einmalig. Das Außergewöhnliche beginnt bereits bei der in der Region einmalig gebliebenen dreieckigen Einfassung, unter der auch mesolithische Mikrolithen gefunden wurden. Die Ecken der etwa 10 m breiten Fassade, vor der sich ein kreisrundes Steinpflaster befand, sind stark gerundet, während das hintere (östliche) Ende spitz gewesen zu sein scheint. Die Seiten sind etwa 20 m lang. Die Innenstruktur beginnt mit einer Kiste von etwa 4 m3 Größe, die mit einem Deckstein versehen ist. Dann folgt eine unbedachte, schwer zu deutende Struktur (mit zwei Pfostenlöchern) die in eine Art Kammer übergeht, deren große Schlusssteine zu einem Bogensegment gehören, das in Richtung der Einfassung verläuft. Der Boden verhinderte die Erhaltung organischer Substanzen, wodurch keine Knochenfunde möglich waren.

Besichtigung

Die älteste Struktur des Monumentes wurde zur Demonstration erhalten.

Siehe auch

Auf der Unterseite eines der Decksteine von Le Déhus ist, die rötliche Darstellung einer Figur zu sehen, die als Dolmengöttin bezeichnet wird hier aber auch als Statuenmenhire vorkommt, die auf den Friedhöfen von Câtel und St. Martin (die Großmutter genannt) stehen. Alle drei sind offenbar Teil einer Ikonographie der Religion des vorchristlichen Europa. Ein Menhir mit Halsansatz wurde auch am Ostende des Dolmens gefunden.

Literatur