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Hutebaum

Ein Hutebaum (Weidbaum) ist ein im Zusammenhang mit intensiver Beweidung (Hute) entstandener Baum.

Inhaltsverzeichnis

Sprachlicher Aspekt

Das Wort Hute (Hude) für Weide allgemein oder auch nur für eine bestimmte Weideform ist aus der Alltagssprache verschwunden. Im Rechtschreibduden (1996) erscheint der Begriff nicht mehr. Ein ähnliches Schicksal haben die Wortszusammensetzungen mit Hute erlitten, doch halten sie sich hartnäckiger als das Stammwort. Im Rechtschreibduden (1996) findet sich noch Hutweide mit dem Zusatz Gemeindeweide, auf die das Vieh täglich getrieben wird, bei Knaur 1973 Hutung, Hutweide, mit dem Zusatz für geringwertige Weide. Bei Pfohl (1911) ist das Wort Hut noch in der Bedeutung Weiderecht aufgeführt. In dem durch seine Vollständigkeit ausgezeichnetem Deutsch-Ungarischen Wörterbuch von Előd Halász (1994) findet sich Huter=(Vieh)Hüter, Hutgeld=Lohn für den Hirten, Hutgerechtigkeit=Hutrecht, Hutung, Hutwald und Hutweide. Der Begriff Hutebaum fehlt jedoch auch hier.

Obwohl auch Fichte, Ahorn, Esche, Linde und Ulme als Hutebäume angegeben werden, findet man als Wortzusammensetzungen mit Baumarten nur Huteeiche, Hutebuche, Weidbuche und Weidebuche. Diese Begriffe haben sich als Fachbegriffe einerseits und andrerseits regional erhalten, teilweise mit der Tendenz zum Eigennamen für ganz konkrete Bäume. Das sich im Sprachgebrauch regionale Unterschiede ergeben, ist nicht verwunderlich. Robert Gradmann (Pflanzenleben der Schwäbischen Alb) verwendet z. B. den Begriff Weidbuche, nicht aber Hutebuche, in der Rhön dagegen scheint der Begriff Hutebaum verbreitet.

Abrundend zur Sprachproblematik sei dem Register von H. Küster (Geschichte des Waldes) entnommen, dass dort Hudewald und Hutwald auf mehr als 13 Seiten, Hudeeiche auf 6 Seiten, aber Huteeiche nie, Hudebuche auf einer Seite und Weidbuche auf drei, und Weidbaum auf einer Seite angeführt werden.

Bedeutungsvarianz

Da schon der Begriff Hute nicht eindeutig ist, darf man erwarten, dass auch Hutebaum in verschiedenen Bedeutungen benutzt wird. Diese lassen sich in der Regel nur aus dem Kontext erschließen, da sie ja nicht in Form einer Definition angegeben werden. Es finden sich folgende Bedeutungen für Hutebaum:

Biologischer Aspekt

In gewissen Gebieten will man im Interesse des Arten- und Biotopschutzes das Aufkommen des Waldes verhindern, in anderen Gegenden hat man dagegen das Problem der Zerstörung des Baumbestandes durch intensive Beweidung im Auge. In beiden Fällen sind die Kenntnisse über Weidbäume von doppelter Bedeutung.

Naturdenkmal Hutebaum

Hutebäume haben einen großen Stammumfang, eine ausladende Krone und in der Regel ein hohes Alter. Dadurch erwecken sie Aufmerksamkeit, vor allem wenn sie exponiert stehen. Häufig dokumentieren sie auch Ortsgeschichte.

Durch die Bewirtschaftungsform des Niederwaldes mit gleichzeitiger Waldweide wurde die Entstehung von Hutebäumen gefördert, heute sind sie als seltene Relikte häufig als Naturdenkmale gekennzeichnet und geschützt.

Siehe auch

Quellen