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Lüshunkou

Lüshunkou (chin. 旅顺口区, Lǚshùnkou qu), im Westen auch unter der kolonialen Bezeichnung Port Arthur bekannt, ist ein Stadtbezirk der chinesischen Hafenstadt Dalian am Gelben Meer. Bis 1950 war es eine eigenständige Stadt (Lüshun). Er ist ein Marinestützpunkt

Inhaltsverzeichnis

Administrative Gliederung

Auf Gemeindeebene setzt sich Lüshunkou aus acht Straßenvierteln und fünf Großgemeinden zusammen. Diese sind:

Geschichte

Erster Japanisch-Chinesischer Krieg

Am 21. November 1894 eroberte Japan die Bucht von Lüshun im Verlauf des Ersten Japanisch-Chinesischen Krieges. Infolge des massiven Druckes der westlichen Mächte wurde sie nach dem Krieg an China zurückgegeben. Kurz danach (1898) verpachtete das Qing-Reich die strategisch sehr günstig liegende Siedlung Lüshun zusammen mit der Halbinsel, an der sie liegt, an Russland. Die Russen tauften Lüshun in Port Arthur um, wie die Stadt im Westen bis heute genannt wird. Man plante, Port Arthur neben Wladiwostok zum Hauptstützpunkt des Russischen Reiches im Pazifik aufzubauen.

Russisch-Japanischer Krieg

Vor Port Arthur fielen in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 1904 die ersten Schüsse des Russisch-Japanischen Krieges, als japanische Kriegsschiffe unter Admiral Tōgō ihre Torpedos auf russische Kriegsschiffe abfeuerten, die vor der Hafenstadt vor Anker lagen. Bei dieser Aktion wurden die Schlachtschiffe Retwisan und Zessarewitsch sowie ein Kreuzer der fernöstlichen Kriegsflotte Russlands im flachen Hafen auf Grund gesetzt. Die verbliebenen Schiffe unternahmen später zwei Ausbruchsversuche, die aber beide scheiterten. Der Angriff der Japaner erfolgte ohne vorherige Kriegserklärung (vergleiche Angriff auf Pearl Harbor) und wurde daher von den meisten europäischen Mächten als völkerrechtswidrig verdammt. Lediglich London, zu diesem Zeitpunkt mit Japan vertraglich verbunden, feierte den Überfall als „große, seemännische Tat“.

Im Laufe des Krieges kam es unter der Leitung von General Nogi Maresuke zu einer Belagerung der Festung von Port Arthur, die sich monatelang hinzog. Bei der Belagerung wurden von japanischer Seite aus erstmals Haubitzen mit einem Kaliber von 28 Zentimetern eingesetzt, die die Festungsanlagen sturmreif schossen. Die Beschießung mit den bis dahin schwersten Geschützen dauerte vom 4. Oktober 1904 bis zum 2. Januar 1905. Diese verhältnismäßig lange Zeitdauer gab den damaligen Festungsbauern die Gewissheit, dass ihre Bauwerke so lange standhalten würden, bis an anderer Stelle eine militärische Entscheidung erreicht würde. Dieser Ansatz erwies sich im Ersten Weltkrieg als völlig falsch, als die belgischen Forts der Stadt Lüttich mit den Geschützen vom Typ Dicke Bertha innerhalb weniger Tage zur Übergabe gezwungen wurden.

Zweiter Weltkrieg

Ab 1932 gehörte Port Arthur zum japanischen Marionettenstaat Mandschukuo. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges besetzten Einheiten der sowjetischen Roten Armee die Stadt. Bis 1955 stand sie erneut unter sowjetisch-russischer Verwaltung.

Heute

Momentan ist Lüshunkou ein geschlossener Stadtbezirk (Militärhafen), für Ausländer unzugänglich. Lediglich die Denkmäler der russischen und japanischen Soldaten können besichtigt werden.

Siehe auch

Koordinaten: 38° 48' 45" N, 121° 14' 30" O