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Orendel

Der Orendel ist ein mittelhochdeutsches Versepos in mittelfränkischer Sprache. Er entstand Ende des 12. Jahrhunderts, ist allerdings nur in wesentlich jüngeren Bearbeitungen erhalten. Es gibt eine handschriftliche Version von 1477 sowie eine Druckfassung und eine gedruckte Prosaversion aus dem Jahr 1512.

In der Spielmannsdichtung, die eine Mischung aus Heiligenlegende und Ritterabenteuer darstellt, wird eine Brautwerbungs- und Entführungsgeschichte erzählt, in die die Legende vom grauen Rock Christi, der seinen Träger Orendel in der Schlacht schützt, verwoben ist. Der spätantike Roman Apollonius von Tyrus wurde als Handlungsgerüst für den Orendel verwendet. Das Gedicht sollte vermutlich die Wallfahrt zum Grauen Rock anregen.

Inhalt

Orendel, der Sohn des Königs von Trier, soll Bride, die Königin von Jerusalem heiraten. Seine Flotte versinkt und er allein überlebt. Im Bauch eines Walfischs findet er einen Grauen Rock, welcher ihm später seinen Namen gibt. Wieder zurück aus dem Bauch des Walfischs trifft er auf Bride, sie vermählen sich und Orendel wird Herr über Jerusalem.

Karl Joseph Simrock gab 1845 eine hochdeutsche Übersetzung unter dem Titel „Der ungenähte Rock Christi oder König Orendel“ heraus.

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Literatur