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Edward Frankland

Sir Edward Frankland (* 18. Januar 1825 in Churchtown bei Lancaster; † 9. August 1899 in Golaa, Gudbrandsdalen, Norwegen) war ein englischer Chemiker.

Leben und Wirken

Frankland wurde 1825 in Churchtown bei Lancaster geboren. Nachdem er die Lancaster Royal Grammar School (Gymnasium) besucht hatte, war er sechs Jahre lang Apothekergehilfe in seiner Heimatstadt. 1845 ging er nach London und trat in das Labor von Lyon Playfair ein. Zeitweilig arbeitete er unter Robert Bunsen in Marburg. Dort stellte er 1848 mit Diethylzink die erste ometallorganische Verbindung des Zinks her. 1847 wurde er science-master (etwa Lehrer für Naturwissenschaften) der Queenwood Schule, Hampshire, wo er erstmalig auf John Tyndall traf und 1851 schließlich wurde er zum ersten Chemie-Professor am Owen's College in Manchester. Sechs Jahre später ging er nach London zurück und wurde dort Lecturer (ähnlich Akademischer Oberrat) für Chemie am St Bartholomew's Hospital und 1863 Professor für Chemie am Königlichen Institut.

Anfangs beschäftigte er sich mit der Isolation organischer Radikale, wandte sich aber schnell synthetischen Studien zu. Mit 25 begann er, von seinem Lehrer Bunsen beeinflusst, sich für organo-metallische Verbindungen zu interessieren. Seine Aufmerksamkeit richtete sich vor allem auf allgemeinere theoretische Ableitungen, die sich aus der Untersuchung dieser Komponenten ergaben, weniger auf die Verbindungen selber. 1852 veröffentlichte er eine Arbeit, mit einem neuen Konzept, wonach die Atome jedes Elementes eine endgültige Sättigungskapazität an Bindungsmöglichkeiten haben, so dass jedes Atom nur eine bestimmte Zahl an Bindungen eingehen kann. Dieses Konzept, das heute durch die Theorie der Valenzelektronen beschrieben wird, ist die Grundlage der kompletten heutigen Strukturchemie.

1859 nahm er an einer Expedition John Tyndalls auf den Mont Blanc teil. Er untersuchte, wie sich eine Kerzenflamme bei Veränderung des Luftdruckes verhält, stellte jedoch fest, dass die Abbrennrate unbeeinflusst vom Luftdruck blieb. Er fand allerdings heraus, dass auf dem Gipfel das Licht der Kerze sehr schwach wurde.

1865 schlug er August Wilhelm von Hofmann von der School of Mines (Bergbauakademie) vor, dass Minenbetreiber monatliche Berichte über das von ihnen eingeleitete Wasser nach London schicken müssten. Im Jahre 1868 wurde Frankland in eine königliche Kommission zur Untersuchung der Gewässerverschmutzung und für Überlegungen zur Wasseraufbereitung berufen. Sechs Jahre widmete er sich dem Thema und fand eine Methode, aus den Flüssen und Seen reines Wasser zu gewinnen. Er selber verfasste regelmäßig Berichte zur Gewässerqualität und kritisierte deren Verschmutzung oft. Er analysierte das Wasser dabei sowohl chemisch als auch bakteriologisch und verbesserte die Untersuchungsmethoden.

Frankland gehörte zu den Entdeckern des Heliums. Er stellte 1868 im Sonnenspektrum eine gelbe Linie fest, die zu keinem bis dahin bekannten Stoff gehörte und mit einem hypothetischen Element, dem damals noch unbekannten Helium, erklärt wurde.

Er starb während eines Urlaubsaufenthaltes in Golaa, Gudbrandsdalen, Norwegen im Jahr 1899.

Auszeichnungen

1853 wurde er als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt, die ihm 1857 die Royal Medal und 1894 die Copleymedaille verlieh. Im Jahre 1897 wurde Sir Edward Frankland zum Knight Commander (KCB, Knight Commander Band) ernannt.

Personendaten
Frankland, Sir Edward
englischer Chemiker
18. Januar 1825
Churchtown bei Lancaster
9. August 1899
Golaa, Gudbrandsdalen, Norwegen