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Franke Echo Quintett

Das Franke Echo Quintett wurde Ende 1959 in Berlin (Ost) gegründet und gehörte zu den Wegbereitern der Beatbewegung in der DDR. Bandgründer Dieter Franke galt als „Meister“ der Bewegung und war Vorbild für viele seiner jungen Musikerkollegen.[1]Die Band tritt heute unter den Namen Franke-Echo-Berlin auf.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Zur Urbesetzung gehörten: Dieter Franke (Melodiegitarre), Henry Kotowski (Schlagzeug, Gesang), Bernd Frömel (Rhythmusgitarre), Peter König (Bassgitarre) und Hans Sigismund (Saxophon). Charakteristisch für den damaligen Stil der Band waren Instrumentalstücke im Twang Sound, begründet von dem amerikanischen Gitarristen Duane Eddy. Das Franke Echo Quintett erlangte mit diesem musikalischen Konzept landesweite Bekanntheit. Voraussetzung für die Anerkennung bei dem vorwiegend jungen Publikum war die erreichte Perfektion beim Nacheifern ihrer Idole. Wie alle DDR-Bands hatte das Franke Echo Quintett mit einem ungenügenden Equipment zu kämpfen. Mit dem im DDR-Handel erhältlichen Musikinstrumenten war der spezielle Sound nicht erreichbar und den Verstärkeranlagen mangelte es an Lautstärke, Klangvolumen und -variabilität. Westequipment wurde nach dem Bau der Berliner Mauer zu horrenten Preisen gehandelt und war für die jungen Musiker unerschwinglich. Erfindergeist und Improvisationstalent waren gefragt. Für den gelernten Elektromechaniker Dieter Franke war dies kein Problem. Er fertigte unter anderem aus alten Mandolinen eine dreihälsige E-Gitarre. Die notwendigen Spulen wurden aus dünnem Draht mit Hilfe einer Nähmaschine gewickelt. Neben dem Showeffekt ermöglichte die Gitarre einen schnellen klanglichen Wechsel durch nur einen Gitarristen.[2]

Mit dem Ende der Shadows-Ära Mitte der 1960er wurde die Band, als eine der wenigen von Tausenden Beatgruppen, Berufsformation. Das bedeutete Medienpräsenz und Auftritte in Bars und Tanzlokalen mit gehobenen Ansprüchen. Dennoch verlor die Band nie ihrer Bodenhaftigkeit und veranstaltete auch weiterhin Beatabende für ihre jugendlichen Fans in ihrem damaligen Domizil, dem “Twistkeller”. Der “Twistkeller”, in dem auch die Sputniks ihre Heimstatt gefunden hatten, wurde 1962 als Jugendklub im Kreiskulturhaus in der Treptower Puschkinstraße eröffnet. Dieser war der bekannteste Beattreff Ostberlins und entwickelte sich sehr bald zu einer Musikantenschmiede. 1964 erhielt sie als eine der ersten Beatbands die Möglichkeit im DDR-Fernsehen aufzutreten. Auf dem Höhepunkt der Beatlemania in der DDR, im Oktober 1964, produzierte das DDR-Label Amiga den Sampler “Big Beat I”, die erste Beat-LP der DDR. Auf der im Februar 1965 veröffentlichten Platte sind mehrere Instrumentalaufnahmen des Franke Echo Quintetts zu hören. Auf der im gleichen Jahr veröffentlichten LP “Big Beat II” präsentierte die Band ihre ersten Eigenkompositionen.

Mitte des Jahres 1965 besetzte Franke die Band neu. Fortan wurde er von Werner Friedt, Kurt Gerlach, Manfred Brückner und Jochen Gleichmann, der später zu den Music-Stromers wechselte und noch heute mit Hugo Laartz bei der Modern Soul Band spielt, begleitet. Im September erhielt das Quintett die Möglichkeit die Münchner Sängerin Gisela Marett, welche im Steintor-Varieté Halle (Saale) ein mehrwöchiges Gastspiel gab, zu begleiten und auch eigene Sets zu bestreiten. Im gleichen Jahr produzierte die Band mehrere Eigenkompositionen für den DEFA-Film “Der Frühling braucht Zeit” von Günter Stahnke, welcher bereits kurze Zeit später verboten worden war. Ende des Jahres führte die Band eine Auslandstournee nach Polen. War sie noch 1965 erfolgreich, bekam auch die Band ein Jahr später die veränderte Haltung der DDR-Behörden gegenüber der Beatbewegung zu spüren, überdauerte jedoch die “Eiszeit” und ist bis heute unter dem Namen Franke-Echo-Berlin aktiv geblieben. Zur aktuellen Besetzung gehören: Dieter Franke (Gitarre), Karin Franke (Bassgitarre), Jürgen Paasch (Gesang, Keyboard) und Jürgen Günther (Schlagzeug).

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Rauhut: Beat in der Grauzone, S. 98
  2. Roncka, Rolf: Big-Beat auf Amiga, In: Melodie und Rhythmus, Berlin (Ost), Heft 23/1964, S. 18.

Quellen, Literatur