Heim

Schiffsklasse

Schiffsklassen stellen in der Schifffahrt eine systematischen Einordnung (Klassifikation) von See- und Binnenschiffen dar. Im weiteren Sinne versteht man darunter eine Grobeinteilung, bei der Schiffe mit ähnlichem Verwendungszweck oder vergleichbarer Größe zusammengefasst werden. Dann ist jedoch von Schiffstyp die Rede. Meist ist mit Schiffsklasse aber eine Gruppe von Schiffen gemeint, die zur gleichen Baureihe gehören und somit ein ähnliches Aussehen aufweisen.

Inhaltsverzeichnis

Schiffsklassifikation

Der Bewertungsvorgang eines Schiffes zur Einteilung in eine Schiffsklasse wird Klassifikation von Schiffen oder Schiffsklassifikation genannt. Er erfolgt durch sogenannte Klassifikationsgesellschaften. Dabei wird das Schiff technisch untersucht und sein baulicher Zustand sowie seine Tauglichkeit für den Transport bestimmter Güter oder für bestimmte Fahrten und Fahrtreviere bewertet. Das Ergebnis der Klassifikation wird in einem Klassifikationsattest festgehalten. Die Klassifikation von Seeschiffen ist Voraussetzung für die Zugehörigkeit zur Handelsmarine. Ein ordnungsgemäßes Klassifikationsattest ist außerdem Voraussetzung, um das Schiff und die Ladung zu versichern.

Schiffsklasse im weiteren Sinne

Siehe auch: Schiffstyp

Unter einer Schiffsklasse versteht man unter anderem die Einteilung von Schiffen in verschiedene Typen und Ausrüstungsstandards. Die Klasse wird vom Reeder ausgewählt abhängig von dem Verwendungszweck des Schiffes. Beispiele:

Die Klassifikationsgesellschaften haben für die verschiedensten Typen Kurzzeichen festgelegt. Das Klassezeichen ist die Zusammenstellung aus den Kurzzeichen der einzelnen Standards. Klassifikationsgesellschaften überprüfen in regelmäßigen Abständen, ob die Bedingungen, die zu einer bestimmten Klasse gehören, auch eingehalten werden. Bekannte Klassifikationsgesellschaften sind beispielsweise:

Des Weiteren gibt es auch militärische Schiffsklassifikationen, zum Beispiel in der Bundesmarine. Diese lauten unter anderem Zerstörer, Fregatte oder Schnellboot

Schiffsklasse im engeren Sinne

Eine Schiffsklasse stellt eine Gruppe von Schiffen dar, die zu der selben Baureihe gehören, somit in vielfacher Ausführung in gleichartiger Weise gefertigt wurden und daher ein nahezu identisches Aussehen aufweisen. Der Begriff der Klasse wird vor allem in Marinen verwendet.

In manchen Fällen werden Einheiten, die eine Modifikation der Ursprungsklasse darstellen als eigene Klasse geführt, obwohl die äußeren Unterschiede sehr gering sein können. So wird die USS John F. Kennedy (CV-67) als eigene Klasse geführt, da die Unterschiede zur Kitty-Hawk-Klasse bei der internen Konfiguration sehr groß sind.

Benennung

Es existieren in den verschiedenen Seestreitkräften der Welt unterschiedliche Namenskonventionen für Schiffsklassen. In vielen Fällen wird die Klasse nach dem Typschiff, also dem zuerstgebauten Exemplar der Baureihe benannt (zum Beispiel in den USA), meist jedoch auch nach dem Schiff, das zuerst in den aktiven Dienst ging. In manchen Marinen ist die Klasse nach dem jeweils ältesten Schiff der Klasse benannt, was nach einer eventuellen Außerdienststellung oder dem Verlust einer Einheit zur Umbenennung der ganzen Schiffsklasse führt.

Der Name einer Klasse kann auch komplett unabhängig von den Einzelnamen der Schiffe sein. So wurde ein britischer Fregattentyp als Tribal-Klasse bezeichnet, weil die einzelnen Schiffe nach Volksstämmen (engl. tribe) benannt wurden. Die russische Kirow-Klasse behielt ihren Namen bei, obwohl die Kirow später in Admiral Uschakow umbenannt wurde.

Während des Kalten Krieges wurden sowjetische Schiffe mit NATO-Codenamen versehen, so erhielten die U-Boote der russischen Akula-Klasse die Bezeichnung Typhoon-Klasse. Gleichzeitig erhielt eine andere russische Klasse den NATO-Codenamen Akula.

In der Deutschen Marine werden Schiffsklassen intern mit einer Nummer bezeichnet. Wie zum Beispiel F124, während informell der Name des Typschiffs Sachsen ebenfalls die Klasse bezeichnet.