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Heeresgruppe

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Eine Heeresgruppe (Abkürzung HGr; taktisches Zeichen XXXXX) ist die Zusammenfassung mehrerer militärischer Großverbände unter einem einheitlichen Oberkommando, vorwiegend in der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg war die Gliederung der Landstreitkräfte (Heere) in Heeresgruppen üblich. Die Bezeichnung der Heeresgruppen folgte in Deutschland keinem einheitlichen Schema. So wurden zur gleichen Zeit einerseits Buchstaben zur Unterscheidung vergeben (z. B. Rommels HGr B 1944 beim Frankreichfeldzug), andererseits aber auch geographische Begriffe verwendet (z. B. HGr Don oder HGr Nord für die in der UdSSR stehenden deutschen Verbände). Im Ersten Weltkrieg wurden Heeresgruppen auch häufig nach dem Oberbefehlshaber benannt (z. B. HGr Deutscher Kronprinz).

Das Kommando über eine Heeresgruppe führte ein Oberbefehlshaber mit dem Dienstgrad eines Generalfeldmarschalls oder eines Generaloberst mit einem Chef des Stabes als erstem Führungsgehilfen und einem Heeresgruppenstab.

Einer Heeresgruppe waren mehrere Armeen unterstellt, welche auch ausgewechselt werden konnten. Als eigene Einheiten war einer Heeresgruppe neben dem Heeresgruppenstab ein Heeresgruppennachrichten-Regiment (Fernmelderegiment) zugeteilt, um die Führungsfähigkeit des Hauptquartiers sicherzustellen.

Neben der Führung der unterstellten Großverbände des Feldheeres waren die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen auch Territorialherren im rückwärtigen Heeresgebiet, jedenfalls bis zur (völkerrechtlich zulässigen) Einsetzung besonderer Wehrmachts- oder Militärbefehlshaber oder bis zur (völkerrechtlich unzulässigen) Einsetzung nichtmilitärischer politischer Verwaltungen (wie z. B. der Reichs- und Generalkommissare in den besetzten Gebieten der UdSSR). Sie übten die völkerrechtlichen Befugnisse der Besatzungsmacht i.d.R. durch eine besondere Kommandobehörde, den "Befehlshaber für das rückwärtige Heeresgebiet - BeRÜck -" aus. Im Nürnberger OKW-Prozeß wurden Oberbefehlshaber von Heeresgruppen gerade auch wegen Handlungen und Unterlassungen in der Eigenschaft als Territorialherren angeklagt und verurteilt.

Die Mannschaftsstärke der Heeresgruppen lässt sich nicht allgemein beziffern, betrug aber in der Regel mehrere hunderttausend Mann (die HGr Süd umfasste bis zu 886.000 Soldaten). Im Zweiten Weltkrieg waren den Heeresgruppen vielfach auch Verbände ausländischer Streitkräfte unterstellt.

Im Zweiten Weltkrieges wurden die Heeresgruppen zunächst einheitlich durch das Oberkommando des Heeres (OKH) geführt. Nach der Ablösung von Brauchitschs als Oberbefehlshaber des Heeres und der direkten Übernahme des Oberbefehls über das Heer durch Hitler selbst (19. Dezember 1941) kam es zu einer Umorganisation. Nunmehr wurde zwischen dem östlichen Kriegsschauplatz und den übrigen, sogenannten OKW-Kriegsschauplätzen unterschieden. Zu letzteren gehörten auch die besetzten Gebiete in Nord- und Westeuropa. Im Osten blieben die Heeresgruppen Hitler in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber des Heeres (mit OKH und Generalstab des Heeres) direkt unterstellt. Auf den "OKW-Kriegsschauplätzen" wurden die Heeresgruppen teils direkt durch das Oberkommando der Wehrmacht geführt, teils war der Oberbefehlshaber eines Kriegsschauplatzes als weitere Führungsebene zwischengeschaltet, so z. B. der Oberbefehlshabers West, dem bei Beginn der alliierten Invasion die Heeresgruppen "B" und "G" unterstellt waren.

Im angloamerikanischen Sprachraum hießen die HGr Armeegruppen (army groups) mit numerischer Nomenklatur. Bei der Roten Armee hießen sie Fronten, wobei diese nach geographische Begriffe benannt wurden, später in Kombination mit numerischer Nomenklatur (z. B. 2. Ukrainische Front). Auf japanischer Seite im Pazifikkrieg entsprachen den HGr die sogenannten Regionalarmeen (jap. 方面軍, hōmengun), die mit Nummern oder geographischen Begriffen bezeichnet waren und denen wiederum eine Hauptarmee übergeordnet war.