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Diskussion:Staatsfonds

Der letzte Link ist nicht mehr kostenlos verfügbar. Kann ich den löschen?(Der vorstehende, nicht signierte Beitrag stammt von 84.60.96.117 (Diskussion • Beiträge) )

Der muss sogar gelöscht werden. Ist jetzt wegKarsten11 13:43, 8. Mär. 2008 (CET)

Meines Wissens beziehen sich die 1,2 - nunmehr 1,3 Billionen - USD auf die Devisenreserven und nicht auf das Fondvolumen. Erst kürzlich hat China einen Staatsfonds, die China Investment Corporation (CIC), ins Leben gerufen - mit einer Kapitalausstattung von rd. 200 Mrd. USD (Artikel im SPIEGEL 40/2007, "Rote Milliarden", S. 93).

Antwort: Die genannten Devisenreserven Chinas sind nicht gleichzusetzten mit z.B. den Devisenreserven Deutschlands oder der Schweiz. Die Devisenreserven dieser Länder gehören überwiegend oder fast ganz nicht den Staaten Deutschland oder Schweiz, sondern z.B. Heidelberger Zement, der BASF, Siemens, der Commerzbank, etc. in Deutschland oder eben Novartis, Nestlé oder Sandoz in der Schweiz, also privaten Akteuren. Diese Staaten können Bewirtschaftungsregeln für dieses Geld aufstellen, kontrollieren es aber wirtschaftlich nicht. (In Deutschland gibt es seit der Abschaffung der Devisenkontrollen durch Ludwig Erhard vor Jahrzehnten praktisch auch kaum Bewirtschaftungsregeln für private Devisen. Die Devisenreserven der Bundesbank umfassen Milliarden, sind aber zudem verglichen mit den privaten Reserven klein.)

In China dagegen wird das Geld, das bei zentralen Institutionen gehalten wird, tatsächlich überwiegend vom chinesischen Staat kontrolliert und zwar im Sinne der Verfügungsmacht eines Eigentümers. Zentralstaat, Provinzen, Städte, Rote Armee, Staatsbanken sind tatsächlich insoweit nichts als verschiedene Köpfe des einen Drachen. Und zentral wird auch entschieden wie das Geld angelegt wird. Dass dies nicht im Detail aus einem Gebäude heraus gemacht wird, ändert nichts an der zentralen und vollkommenen Kontrolle über diese Summen. Tatsächlich wurde das Geld nach allen Quellen nicht als (zwangsläufig) zinsloses Bergeld gehalten, sondern war überwiegend in amerikanischen Staatsanleihen angelegt. Insofern ist es richtig, auch die Gesamtsumme als Staatsfonds zu betrachten, denn es ist nicht ein Dollarkonto bei der "Zentralbank" oder eine abstrakte Summe von zehntausenden Dollarkonten von privaten Personen oder Firmen, es ist tatsächlich das Devisenvermögen Chinas, das angelegt ist.

Gerade die Änderung der Strategie, dieses Vermögen ganz überwiegend in amerikanischen Staatsanleihen zu halten, also einen Teil der Gelder in andere Anlageformen als Rentenpapiere zu stecken, war ein wesentlicher Grund für die anhaltende Debatte über Staatsfonds. Die zu diesen Zweck gebildeten Fonds, sind aber im Grunde Teilfonds des großen Gesamtfonds, Abteilungen desselben.

Die Devisenreserven Chinas spielen deswegen nicht nur wegen Ihrer Größe eine Sonderrolle, sondern, weil es über die in den Artikeln genannte Summe eine einheitliche staatliche Kontrolle gibt. Claus Ableiter 21:42, 5. Mai 2008 (CEST)