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Himmelfahrt

Der Begriff Himmelfahrt bezeichnet das in Religionen und Mythen weit verbreitete Motiv, bis zu einem höchsten Ziel zu gelangen. Im Judentum, Christentum und im Islam bezieht es sich konkret darauf, dass jemand definitiv und leiblich ins Jenseits gelangt, ohne zu sterben (bzw. ohne einen Leichnam zurückzulassen). Im deutschen Sprachraum bezieht es sich in erster Linie auf das christliche Fest der Himmelfahrt Jesu Christi.

Inhaltsverzeichnis

Schamanen und Griechen

Bereits die Himmelsreisen der Schamanen bringen dieses Streben zum Ausdruck, auch das Auftreten flugfähiger Wesen Engel wie ebenso die göttliche Hilfeleistung (Emndeduranki, Sumer) oder eigenes Geschick (Ikarus). Plato und Plutarch beschreiben Jenseitsreisen. Auch die hellenistischen Mysterienreligionen wie zum Beispiel der Mithraismus geben Anweisungen für eine Reise in den Himmel.

Altes Testament und Judentum

Das Alte Testament beschreibt die Himmelfahrt des Henoch im Buch Genesis (5,24), nachdem er 365 Jahre auf Erden war (5,23) und die Himmelfahrt des Propheten Elija in einem feurigen Wagen (2. Könige 2,11). Das Judentum kennt die Legenden der Himmelfahrt des Mose, deren Entstehung in das 1. Jahrhundert v. Chr. zurück reicht, sowie die später entstandene von der Himmelfahrt des Jesaja.

Neues Testament und Christentum

Die Himmelfahrt von Jesus Christus schildert das Neue Testament Apostelgeschichte 1,1-11. Demnach teilt der auferstandene Christus vierzig Tage seine Gemeinschaft mit den Jüngern und erwirbt dann mit dem Platz "zur Rechten Gottes" die Macht über die Kirche. Im Christentum gibt es in der katholischen und orthodoxen Kirche den Glauben an die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel, volkstümlich auch als Mariä Himmelfahrt bezeichnet.

In den Apokryphen wird auch die Himmelfahrt des Simon Petrus beschrieben.

Koran und Islam

In Sure 4:157 heißt es, dass Isa bin Maryam (Jesus) keines natürlichen Todes gestorben sei, sondern von Gott zu sich erhoben wurde.

Laut der Lehre des Islam wurde der Prophet Mohammed durch ein Wunder von Mekka nach Jerusalem versetzt, von wo aus er zum Himmel hinaufstieg. Der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee ("die Ferne"), beide im siebten Jahrhundert gebaut, setzten Jerusalem endgültig mit dem "fernen Ort" gleich, von dem im Koran die Rede ist, und machten sie damit zu einem heiligen Ort nach Mekka und Medina. Literatur mit Lobpreisungen der Tugenden Jerusalems - der Fadha'il al Kuds - erlebte in der moslemischen Welt eine Blüte.

Siehe auch

Literatur