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Schleglerbund

Der Schleglerbund war ein Ritterbund des späten 14. Jahrhunderts. Er wurde am 11. November 1366 (Martinstag) gegründet, weshalb seine Mitglieder auch Martinsvögel genannt wurden. Als Abzeichen trugen sie silberne Keulen (Schlegel). Die Führung wurde von sogenannten Königen übernommen.

Ihr Ziel war es, die Rechte des Niederadels gegen die aufkommende Vormacht der benachbarten Grafenenhäuser zu wahren, die von diesen im Rahmen ihrer Territorialbildung immer mehr bedroht wurden. Namentlich Württemberg, Kurpfalz, und Baden sowie die freien Städte.

In der älteren württemberger Geschichtsschreibung und populär gemacht durch das Gedicht “Der Überfall im Wildbad” von Ludwig Uhland wird der Überfall des Grafen Wolf von Eberstein auf den württembergischen Grafen Eberhard der Greiner den Schleglern zugeschrieben. Zeitlich passt dieser im Sommer 1367 erfolgte Überfall in die Geschichte des Schleglerbundes. Die Interessen Wolfs von Ebersteins und des mit ihm verbündeten Wolf von Wunnenstein waren mit denen des Bundes kompatibel. Dennoch wird in der neueren Literatur dieser Überfall als unabhängiges Ereignis dargestellt. Uhland beging dann noch den Fehler die Zerschlagung des Schleglerbundes in seinem Gedicht “Die drei Könige zu Heimsen” ebenfalls Graf Eberhard dem Greiner zuzuschreiben und zwar ausdrücklich als Vergeltung für den Überfall im Wildbad.

Für die Zerschlagung des Schleglerbundes war aber fast dreißig Jahre später Eberhards Enkel und Nachfolger Eberhard III, genannt der Milde verantwortlich.

Die Ritter des Bundes hofften die Schwäche der Städte nach Beendigung der Städtekriege und den Konkurrenzkampf der Fürsten nutzen zu können um mit der Unterstützung König Wenzels ihre Position zu stärken. Das gemeinsame Interesse mit dem König lag in der Schwächung der Territorialherren und der Stärkung einer Zentralgewalt unter der auch Niederadelige ihre Rechte sichern konnten. Unter dem Fehdevorwand betrieben sie hauptsächlich Straßenraub und Plünderei im Gebiet des Nordschwarzwalds und der Pfalz. Dies führte zu einem Bündnis der betroffenen Fürsten: Dem Erzbistum Mainz, der Kurpfalz und Baden am 23. Mai 1395 mit dem Ziel die Schlegler zu vernichten.

Im Sommer 1395 dehnten die Schlegler ihre Aktivitäten auch auf Württemberg aus, worauf sich Eberhard III mit Herzog Leopold von Österreich, der hier seine vorderösterreichischen Interessen vertrat und 14 Reichststädten dem Bündnis anschlossen. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit griffen sie die Schlegler bei einer ihrer Zusammenkünfte in Heimsheim an und nahmen sie gefangen. Darauf gab auch König Wenzel die Unterstützung auf und ordnete am 27. November 1395 die Auflösung des Bundes an. Eberhard der Milde ließ die Gefangengenommenen nach kurzer Zeit gegen geringe Strafen wieder frei. Letztere ist sicherlich relativ zu sehen. Die Herren von Enzberg verlegten kurz danach ihren Sitz von Mühlacker an die Obere Donau.

In der Schleglerstadt Heimsheim gibt es einen Mittelalterverein mit dem Namen "Die Schlegler e.V.". Seine Mitglieder erkennt man auch heute noch an ihrem Abzeichen dem Schlegel, den sie als Zeichen ihrer Verbundenheit um den Hals tragen.