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Einheitsfrontlied

Das Einheitsfrontlied („Und weil der Mensch ein Mensch ist …“) ist ein bekanntes Arbeiterlied der deutschen Arbeiterbewegung.

Es wurde im Dezember 1934 von Bertolt Brecht (Text) und Hanns Eisler (Melodie) geschrieben. Bekannt wurde es durch die Interpretation Ernst Buschs. Auch Ton Steine Scherben spielten das Einheitsfrontlied in leicht veränderter Fassung im Anhang an das Stück Macht kaputt, was euch kaputt macht auf dem Album Warum geht es mir so dreckig? (1971).

Das Lied war eine Reaktion auf die anfangs erfolglosen Bemühungen, nach der Machtübertragung an die NSDAP eine Einheitsfront aus Kommunisten und Sozialdemokraten aufzubauen. Das Einheitsfrontlied wurde Symbol der Arbeitersängerolympiade von 1935 in Strasbourg, auf der wiederum versucht wurde, die Spaltung zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten aufzuheben.

Komposition

Das Einheitsfrontlied ist, gemessen an anderen Eislerschen Kompositionen, recht schlicht gehalten, sodass es ohne große Probleme auch von musikalisch nicht ausgebildeten Menschen gesungen werden kann. Die erste Version weist Merkmale typischer Tendenzlieder, wie den marschartigen Takt und den Massengesang auf. 1948 verfasste Eisler eine zweite, sinfonische Fassung, mit der er sich von dem durch den Faschismus negativ konnotierten Marsch abgrenzen wollte. Ernst Busch verwendete diese Version für die Aufnahme im Rahmen seines Aurora-Projekts. Dies kann als Bezugnahme zum in der Frühzeit der DDR entstehenden Klassikmythos gewertet werden.

Liedtext und historischer Hintergrund

Der Liedtext besteht aus vier Strophen und einem Refrain zu je vier Zeilen. Der Text ist nur unter Kenntnis der Zustände der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik und den ersten Jahren nach 1933 verständlich. Ausgehend von der staatstragenden Position der SPD, die von der systemoppositionellen KPD als Verrat am Ziel des Sozialismus aufgefasst wurde, entwickelten sich unter Schlagwörtern wie "Sozialfaschismus" eine tiefe Spaltung und teilweise extreme Grabenkämpfe. Brecht erinnert im Text an die grundlegende Stellung der Proletarier unter kapitalistischen Produktionsbedingungen und hebt die einenden Interessen ("Und weil der Mensch ein Mensch ist") hervor. Kommunistisch als auch sozialdemokratisch orientierte Arbeiter sollten so von den jahrelangen Grabenkämpfen gegeneinander abgebracht werden und einen gemeinsamen Gegner, den Faschismus, erkennen, der nur gemeinsam, in der Einheitsfront, besiegt werden kann.

Drum links, zwei, drei! Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Genosse, ist!
Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,
weil du auch ein Arbeiter bist.

Die Einheitsfront wurde bereits wenige Tage nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten von der KPD eingefordert, stieß aber aufgrund der unüberwindbar erscheinenden Unterschiede lange auf wenig Resonanz von sozialdemokratischer Seite. Auch die Olympiade der Arbeitersänger in Strasbourg war von Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten geprägt, trotz des bekundeten Willens, der sich in dieser Komposition äußert.