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Wendlingen am Neckar

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 48° 40′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 294 m ü. NN
Fläche: 12,15 km²
Einwohner: 15.804 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 1301 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73240 (alt: 7317)
Vorwahl: 07024
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 071
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Am Marktplatz 2
73240 Wendlingen am Neckar
Webpräsenz:
www.wendlingen.de
Bürgermeister: Frank Ziegler

Wendlingen am Neckar ist eine Stadt in der Mitte des Landkreises Esslingen, Baden-Württemberg, die etwa 20 km südöstlich von Stuttgart an der Mündung der Lauter in den Neckar liegt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Stadtgliederung

Wendlingen am Neckar umfasst die Ortsteile Wendlingen, Unterboihingen und Bodelshofen.

Geschichte

Wendlingen wird 1132 erstmals urkundlich erwähnt. 1230 verleihen die Grafen von Aichelberg dem Ort erstmals die Stadtrechte. Durch einen Gebietstausch gelangt Wendlingen 1390 an Hans von Wernau, dessen Nachfahren es 1545 an Herzog Ulrich von Württemberg verkaufen. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erhält Wendlingen eine kirchliche Volksschule. Mit der Neugliederung Württembergs verliert Wendlingen 1805 seine Stadtrechte und damit den Sitz im Landtag. Der Anschluss an die neugebaute Bahnstrecke von Plochingen nach Reutlingen 1859 führt zur Ansiedlung der ersten Industrieunternehmen, vornehmlich im Textilbereich.

Nach dem zweiten Weltkrieg bewirkt die Ansiedlung von Heimatvertriebenen, vor allem aus dem Egerland, zu einer deutlichen Bevölkerungssteigerung. Die gewachsene Gemeinde erhält am 15. Dezember 1964 erneut die Stadtrechte.

Religionen

Die Reformation wurde in Wendlingen 1539 eingeführt. Unterboihingen blieb hingegen römisch-katholisch, so dass die Stadt Wendlingen kirchlich heute zweigeteilt ist.

In Wendlingen besteht außerdem das "Alevitische Kulturzentrum Wendlingen".

Ortsteile

Bodelshofen

Bodelshofen wird 1268 erstmals urkundlich erwähnt. Es unterstand damals den Herzögen von Teck und kam später an die Familie von Wernau.

Unterboihingen

Schon zu Zeiten der Römer gab es auf Unterboihinger Gemarkung eine römische Badeanlage, die im Jahre 1961 entdeckt wurde. Obwohl es eine der schönsten und größten Badeanlagen in Baden-Württemberg war, konnten keine Mittel zu ihrem Erhalt aufgebracht werden und die Ausgrabungen wurden im Herbst 1961 wieder zugeschüttet. Die Anlage ging im Spätsommer 2005 durch Bebauung endgültig verloren, Mauerreste konnten in einer Notgrabung gerettet werden und befinden sich im Stadtmuseum Wendlingen.

Unterbohingen, das zuvor mit Oberboihingen die Gemeinde Boihingen bildete, wird 1327 erstenmals eigenständig erwähnt, über die Grafen von Aichelberg und die Familie von Wernau fällt es an das Fürstbistum Freiburg. 1739 kommt es unter die Herrschaft des Freiherrn Wilhelm Ludwig von Thumb von Neuburg. 1864 wird die Teckbahn nach Kirchheim unter Teck eröffnet.

Eingemeindungen

Einwohnerentwicklung

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 33,5 % -2,7 8 Sitze ±0
FWG 28,2 % -3,9 6 Sitze -1
SPD 20,7 % +2,3 4 Sitze ±0
Die Grünen 17,6 % +4,3 4 Sitze +1

Wappen

Blasonierung: „Im geteilten Schild oben in Blau eine goldene (gelbe) Winde, unten in Silber (Weiß) ein schwarzer Schräglinksbalken belegt mit drei goldenen (gelben) Kugeln.“ (Verleihungsurkunde vom 30. Juli 1965)

Der obere Teil stellt das seit 1596 nachgewiesene Wappen Wendlingens dar, der untere Teil zeigt das Wappen der Herren von Wernau, das von der früheren Gemeinde Unterboihingen verwendet wurde.

Städtepartnerschaften / Patenschaft

Außerdem hat Wendlingen seit 1966 die Patenschaft für die in Baden-Württemberg angesiedelten Heimatvertriebenen aus dem Egerland übernommen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Östlich von Wendlingen-Bodelshofen befindet sich ein Umspannwerk der EnBW für 380, 220 und 110 kV, auf dessen Gelände auch die Netzleitstelle der EnBW Transportnetze AG angesiedelt ist.

Verkehr

Wendlingen ist über die Bundesautobahn A 8 (Stuttgart−Ulm) an das überregionale Straßennetz angebunden. Die Bundesstraße B 313 (PlochingenReutlingen) quert die Stadt.

An das Schienennetz ist die Stadt durch die Neckar-Alb-Bahn (Stuttgart−Tübingen) und die Teckbahn (nach Oberlenningen) angebunden.

In Wendlingen soll die geplante Neubaustrecke Wendlingen–Ulm (58 km) beginnen.


Bildungseinrichtungen

Für die Kleinsten gibt es neben einem städtischen Kindergarten fünf evangelische und vier römisch-katholische Kindergärten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Seit 2004 befindet sich im alten Pfarrhaus ein Stadtmuseum. Zudem gibt es eine Stadtgalerie, in der Ausstellungen zu betrachten sind.

Bauwerke

Im alten Ortskern von Unterboihingen befinden sich das ehemalige Rathaus, die St.-Kolumban-Kirche und das Pfarrhaus.

Die St.-Kolumban-Kirche wurde 1490 erbaut und 1910 nach den Plänen des Architekten Joseph Cades bis auf den Turm neu aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde sie außen komplett saniert. Das alte Pfarrhaus der St.-Kolumban-Kirche beherbergt heute das Stadtmuseum der Stadt Wendlingen am Neckar.

Die kleine Kapelle Unserer lieben Frau im Hürnholz, die sich auf dem Friedhof in Unterboihingen befindet, wurde 1275 erbaut. In ihrem Glockenturm befindet sich eine über 350 Jahre alte Glocke.

Die Eusebiuskirche ist spätestens seit Wendlingens Übergang in württembergische Hände evangelisch. Ihre ältesten Teile stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie beherbergt heute eine evangelische Gemeinde, die mehr als 4000 Mitglieder hat.

Literatur

 Commons: Wendlingen am Neckar – Bilder, Videos und Audiodateien