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Normalfeld

Als Normalfeld wird die durch das Allgemeine Berggesetz von 1865 für die Preußischen Staaten normierte Größe eines Grubenfeldes (Geviertfeldes) bezeichnet. Die Größe eines Normalfeldes betrug 2,2 km². Das Recht zum Betrieb eines Bergwerkes wurde auf der Erdoberfläche für ein abgestecktes Grundstück verliehen, unter dem der Abbau unbegrenzt stattfinden durfte.

Zuvor wurde die eigentliche Fundstelle des Bodenschatzes beliehen, wobei dann bei einer Mutung das Kohleflöz oder der Erzgang auf eine bestimmte Länge abgebaut werden durfte. Diese sogenannten Längenfelder gaben aber immer wieder Anlass zu Rechtsstreitigkeiten, weshalb man bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dieser Art der Belehnung Abstand nahm.

In der Geophysik wird als Normalfeld hingegen jenes Magnet- bzw. Schwerefeld verstanden, das nicht durch Inhomogenitäten der Erdkruste bestimmt ist, sondern durch die Eigenschaften der gesamten Erde. Es verläuft gleichmäßig vom Äquator zu den Polen und kann mathematisch einfach modelliert werden (siehe auch Erdellipsoid). Die tatsächlichen Messungen auf Punkten der Erdoberfläche weichen vom Normalfeld um die sog. Anomalie ab. Die magnetischen bzw. Schwereanomalien sind ein Hinweis darauf, wie die lokale Erdkruste vom globalen Durchschnitt abweicht. Die Anomalien werden im Rahmen der geophysikalischen Exploration zur Erkundung von Lagerstätten verwendet, während sie in der Geodäsie ein Mittel zur genauen Bestimmung der Erdfigur sind.