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Mediamorphose

Mediamorphose ist ein Kunstwort, das in der Medientheorie wie auch der Musiksoziologie den Wandel von Kunst durch Kommunikationstechnologie beschreibt. Im Österreichischen Musiklexikon Online wird es als „umfassende und unumkehrbare Veränderungen des Kulturschaffens unter dem Einfluss jeweils historisch neuer Kommunikationstechnologien“ definiert.

Kurt Blaukopf und Alfred Smudits sprechen in chronologischer Abfolge von der schriftlichen Mediamorphose mit der Entwicklung einer einheitlichen Notenschrift (Neumen) im Spätmittelalter, welche von der reprografischen Mediamorphose gefolgt wird, in der Massenproduktion schriftlicher Speichermedien durch die Erfindung der Druckpresse ermöglicht wurde. Darauf folgte die chemisch-mechanische sowie die elektronische Mediamorphose; letztere ist auch jene, welche die heutige Musik- und Kunstkultur am meisten beeinflusst. Ende des 20. Jahrhundert setzte die digitale Mediamorphose ein, da digitale Speicher- und Distributionsmedien (CD, Distributionsmedium Internet)zunehmend an Bedeutung gewannen.

Als Folge dieser fünf Mediamorphosen ergaben sich immer verschieden geartete Wandel der Kultur, da durch den "Einfluss der Kommunikationstechnologie", welche immer die Distribution von Kulturgut unterstützt, das Wesen und die Funktion kultureller Produkte und Ereignisse verändert wurde.