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Pizarro

Dieser Artikel erläutert die spanische Familie Pizarro; zu anderen Bedeutungen siehe Pizarro (Begriffsklärung).

Die Familie Pizarro war eine spanische Konquistadorenfamilie aus Extremadura. Sie war besonders im 16. Jahrhundert tätig und nimmt in der Geschichte Südamerikas eine besondere Rolle ein.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Die vier Brüder stammen aus einer kleinen Familie aus Trujillo. Ihr Vater Gonzalo Pizarro war ein einfacher Schweinehirt. Er war verheiratet mit Isabel de Vargas. Mit ihr hatte er drei Kinder (eines davon Hernando). Francisco war ein uneheliches Kind, ebenso wie Juan und Gonzalo, die jedoch eine andere Mutter namens Maria Alonso hatten. Insgesamt hatte Gonzalo mit vier Frauen vier Söhne und fünf Töchter. Die Söhne wurden Soldaten und gingen in die Neue Welt.

Kurzbeschreibung der vier Brüder:

Francisco Pizarro (1476–1541)

Francisco ist wohl der bekannteste der Pizarros. Er kam bereits 1509 in die Neue Welt. Er entdeckte und eroberte das Inka-Reich auf dem Gebiet der heutigen Staaten Ecuador, Peru und Bolivien. Pizarro eroberte mit einer Armee von nur 159 Mann das gigantische Inka-Reich, da er den Inka-Herrscher Atahualpa hinterrücks ermorden ließ, und so die Inkas, die ihren Kaiser als von den Göttern abstammend ansahen, in die Knie zwingen konnten. Er wurde zum Statthalter des Vizekönigreichs Neukastilien ernannt.
Francisco wurde von Freunden (oder dem Sohn) seines ursprünglichen Kumpanen und späteren Konkurrenten Diego de Almagro in Lima getötet. Pizarro wurde bei dem Kampf mit einem Degen am Hals schwer verletzt und dem Sterbenden, der nach einem Beichtpriester verlangte, wurde von einem der Attentäter der Kopf (mit einem Krug oder einer Vase) zerschmettert.

Hernando Pizarro (vor 1475–1575)

Hernando nahm mit seinen Brüdern an einigen Kämpfen gegen die Indígenas teil. Als er 1538 nach Spanien zurückkehrte, wurde er 1539 wegen eigenmächtigen Handlungen zur Haft verurteilt. Mit Doña Francisca Pizarro y Yupanqui, der unehelichen Tochter von Francisco Pizarro, hatte er drei Kinder.

Gonzalo Pizarro (1502–1548)

Gonzalo wurde 1538 Statthalter von Peru. Er nahm an der legendären „Zimtland-Expedition“ teil. Nach dem Tod seines Bruders Francisco rebellierte er und wurde nach Gefangennahme in Peru enthauptet.

Juan Pizarro (1511–1536)

Juan war ebenfalls (z. B. 1533) an Kämpfen gegen die Indianer beteiligt. Als Jüngster hatte er weniger Bedeutung und deshalb einen geringeren Bekanntheitsgrad. Juan hatte eine leichte Kinnverletzung und trug daher bei einer Belagerung keinen Helm. Beim Kampf wurde er mit einer Schleuder am Kopf getroffen. Zwei Wochen später starb er am Schädelbruch. Er war der erste der Pizarros, der in Peru starb.

Nachkommen

Insgesamt hatten die vier Pizarros wohl zwölf Kinder. Die Kinder wurden fast ausschließlich außerehelich und in Peru geboren. Nur Hernando Pizarro, der sich mit einer Tochter F. Pizarros vermählte, pflanzte in Spanien den Namen Pizarro fort, und ein Nachkomme von ihm wurde von Philipp IV. zum Marques de la Conquista ernannt. Seine Frau war die verstoßene Tochter Francisca Pizarro Mercado. Deren Mutter war Isabel de Mercado.