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Erbendorf

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 50′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Höhe: 506 m ü. NN
Fläche: 67,55 km²
Einwohner: 5341 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92681
Vorwahl: 09682
Kfz-Kennzeichen: TIR
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 116
Stadtgliederung: 23 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Bräugasse 4
92681 Erbendorf
Webpräsenz:
www.erbendorf.de
Bürgermeister: Hans Donko (CSU/FW)

Erbendorf ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt im waldreichen Fichtelnaabtal, am südlichen Rand des Naturparks Steinwald.

Stadtgliederung

Zur Stadt Erbendorf gehören die Ortschaften Aschenhof, Birkenreuth, Boxdorf, Eppenhof, Frodersreuth, Geiselhof, Glashütte, Gössenreuth, Gramlhof, Grötschenreuth, Hauxdorf, Inglashof, Napfberg, Neuenreuth, Pfaben, Plärn, Schadenreuth, Siegritz, Steinbach, Straßenschacht, Thann, Wäldern, Wetzldorf und Wildenreuth.

Geschichte

Die Stadt wurde erstmals urkundlich im Jahre 1109 erwähnt, war bereits im Mittelalter ein Markt mit Stadtrechten und wurde durch König Ludwig I. am 6. Juni 1842 formell zur Stadt erhoben. Zwischen 1806 und 1837 war Erbendorf, wie auch der gesamte heutige Landkreis Tirschenreuth, die Stadt Weiden in der Oberpfalz und ein Großteil des heutigen Landkreises Neustadt an der Waldnaab Teil des bayerischen Obermainkreises.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das Bergbau- und Heimatmuseum Erbendorf wurde im Jahre 1995 eröffnet.

Bauwerke

Zu der frühen Baugeschichte der katholischen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt gibt es nur wenige gesicherte Daten. Erstmals wurde das Gotteshaus 1416 erwähnt. Eine noch heute sichtbare Steintafel mit der Inschrift „Anno 1474 inceptio chori“ erinnert an den Baubeginn des Chores 1474. Die großen Stadtbrände zerstörten mehrmals auch das Gotteshaus. Nach dem Brand von 1771 wurde unter großen finanziellen Opfern der Bevölkerung die Kirche auf dem stehengebliebenen Langhaus neu errichtet. Doch auch dieses Gotteshaus brannte 1796 nieder. Unter Beibehaltung der Umfassungsmauern des spätgotischen Chores wurde der Neubau schnell hochgezogen und 1799 eingeweiht. 1866 wurde der alte Turm bis auf das erste Stockwerk abgetragen und zu einer Sakristei umfunktioniert. Der neue Kirchturm wurde 1865-1866 in den Formen der Neuromanik erbaut. Nach der Auflösung des Simultaneums erfolgte Anfang des 20. Jahrhunderts eine grundlegende Umgestaltung im Sinne des Neubarocks.

Nach der Auflösung des Simultaneums baute sich die evangelische Gemeinde ein neues Gotteshaus. Dazu erwarb sie an der Bräugasse ein Grundstück, dass wegen seiner erhöhten Lage besonders gut geeignet war. Vorher stand an dieser Stelle übrigens ein Malzhaus. Die Pläne für die neue Kirche fertigte der Architekt Karl Brendel aus Nürnberg. Er vermied den bis dahin üblichen Kirchenstil und versuchte eine zeitgemäße Lösung. Am 4. Dezember 1921 konnte der Grundstein gelegt werden. Nach nicht einmal zweijähriger Bauzeit feierte die Gemeinde die Einweihung. Das verwendete Baumaterial ist Sandstein aus Schweißenreuth. Das Bauwerk ist ein Sinnbild für das Lied Ein feste Burg ist unser Gott von Martin Luther. Den Bau begeleiteten große Sorgen wegen der fortschreitenden Inflation. Mit seinen enormen Ausmaßen erschien das Bauwerk viel zu groß geraten für die damalige kleine Kirchengemeinde. Als aber nach 1945 viele evangelische Flüchtlinge in Erbendorf ihre neue Heimat fanden, lobte man die großzügige Planung.

Der katholische Pfarrer Johann Michael Pfreumbter brachte 1751 die Reliquie des Heiligen Faustinus nach Erbendorf. Nach mehreren Romreisen war es ihm gelungen, für die Lorettokapelle die Gebeine des Faustinus, eines Römers, der im Alter von 18 Jahren den Märtyertod erlitten haben soll, zu erwerben. Pfarrer Pfreumbter stiftete 1768 das Frühmessbenefizium, die kleine Kapelle diente ihm als Hauskapelle. Diese erste Kapelle brannte 1771 ab und wurde durch einen Neubau ersetzt, der aber beim großen Stadtbrand 1796 erneut beschädigt wurde. Unter dem Benefiziaten Anton Hösl wurde die Kapelle durch den Maurermeister Wolfgang Bauer 1818-50 neu erbaut. Hierbei verlegte man den Eingang nach Osten und den Altarraum nach Westen, um den Zugang von der Straße her zu erreichen. Der Leib des Faustinus ruht unter der Mensa des Altares. Der Lebküchler Johann Babtist Schultes fasste die Gebeine des Märtyrers in Wachs. Den äußeren Akzent der Kapelle bildet der achteckige Dachreiter über dem Eingang. Die Erbendorfer Lorettokapelle ist ein schönes Beispiel einer weitgehend intakten neugotischen Einrichtung und daher kunstgeschichtlich von herausragender Bedeutung. Die ursprüngliche Einrichtung schuf der erst 15-jährige Schreinerssohn Johann Tretter aus Wäldern. Der Altar wurde jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen neuen Schnitzaltar ersetzt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Verkehr

Erbendorf ist an die B 22 und die B 299 angeschlossen. Die B 22 verbindet den Ort mit Bayreuth (40 km Entfernung), der Bundesautobahn 9 Nürnberg-Berlin) und mit Weiden (Entfernung: 25 km). Über die B 299 erreicht man nach 10 Kilometern die Anschlussstelle Falkenberg der Bundesautobahn 93 Hof-Regensburg.

Zwischen 1909 und 1997 gab es eine Eisenbahnanbindung Erbendorfs, die 1972 im Personen- und 1997 im Güterverkehr stillgelegt wurde. Heute gehört Erbendorf zum Einzugsgebiet des Bahnhofes Reuth b. Erbendorf (Verkehr im Stundentakt) an der Hauptstrecke Hof-Regensburg/München (Kursbuchstrecke 855).

Bildung

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Name Beruf Verleihung
Thomas Stark Lehrer 1885
Theodor Roll Oberlehrer 1899
Joseph Höser Hauptlehrer 1926
Franz Seraph Lederer Pfarrer 1926
Hans Schultes Direktor 1926
Max Dobmeier Oberlehrer 1927
Adolf Wagner Bergwerksdirektor und NS-Funktionär 1933
Wilhelm Seltmann Fabrikbesitzer 1958
Wilhelm Gollwitzer Schulrat 1967
Hans Müller Bundestagsabgeordneter 1973
Willy Schneider Fabrikant 1975
Georg Bertelshofer Stadtpfarrer 1987
Wilhelm Schraml Bischof von Passau 2001

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur