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Mozilla Firefox

Dieser Artikel erläutert den Browser Mozilla Firefox; für andere Bedeutungen siehe Firefox (Begriffsklärung).
Mozilla Firefox

Mozilla Firefox 3.0 unter Windows XP
Basisdaten
Entwickler: Mozilla Foundation
Aktuelle Version: 3.0
(17. Juni 2008)
Betriebssystem: Linux, Mac OS X, Windows u. a.
Kategorie: Webbrowser
Lizenz: Mehrfachlizenzierung: MPL/GPL/LGPL
Deutschsprachig: ja
Website: Mozilla-Europe.org

Mozilla Firefox [moʊˈzɪlə ˈfaɪɹfɑks] ist ein freier Webbrowser des Mozilla-Projekts.

Inhaltsverzeichnis

Intention und Geschichte

Das Mozilla-Firefox-Projekt wurde von Dave Hyatt und Blake Ross als experimentelle Abzweigung der Mozilla Application Suite initiiert, damals noch unter dem Namen Phoenix. Die erste Veröffentlichung einer lauffähigen Version des Programms (Phoenix 0.1) erfolgte am 23. September 2002.

Im Jahr 2003 entschieden sich die Entwickler der Mozilla Application Suite zu einer Kehrtwende ihrer Strategie.[1] Dies lag unter anderem an der Entscheidung von Apple, den eigenen Webbrowser Safari auf der KHTML-Engine und nicht auf der Gecko-Engine (die von Mozilla entwickelt wird) aufzubauen.

Während die Mozilla-Entwickler zuvor darauf bedacht gewesen waren, möglichst alle wichtigen Internetfunktionen wie Webbrowser, E-Mail-Programm, Adressbuch und HTML-Editor in einem Programmpaket (Mozilla Application Suite) zusammenzufassen, strebten sie nun die Veröffentlichung einzelner, voneinander unabhängiger Komponenten an. Diese sollten sich durch einen schnelleren Start und geringere Speicher- und Rechenzeitauslastung auszeichnen. Gleichzeitig sollte die Entwicklung der einzelnen Komponenten ausgebaut und vorangetrieben werden.

Die Webbrowser-Funktion übernahm Mozilla Firefox. Die E-Mail-Funktion wurde unter dem Namen Mozilla Thunderbird ausgelagert, der Kalender wird unter dem Namen Mozilla Sunbird und der HTML-Editor unter dem Namen Nvu bzw. KompoZer weiterentwickelt. Die offizielle Mozilla Application Suite 1.7 wurde lediglich mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt. Allerdings arbeitet seit Mitte 2005 ein Community-Projekt an der Weiterentwicklung der Application Suite unter dem Namen SeaMonkey.

Ein Fernziel ist, die von allen Komponenten benötigten Funktionen zu vereinen, so dass die Installationspakete des Browsers, des E-Mail-Programms und der anderen Anwendungen jeweils sehr klein sind und sich die verschiedenen Komponenten gemeinsame Funktionen teilen können. Das wurde bisher noch nicht erreicht, da Firefox, Thunderbird, Sunbird und Nvu derzeit im Gegensatz zum Mozilla-Programmpaket nicht fähig sind, gleichzeitig auf ein gemeinsames Gecko-Modul zuzugreifen. Dadurch beanspruchen die vier einzelnen Programme momentan deutlich mehr Festplattenplatz und Arbeitsspeicher als das Mozilla-Programmpaket. Die Umsetzung mittels XULRunner wird für Versionen ab Firefox 4 erwogen.

Funktionen und Eigenschaften

Ebenso wie die Mozilla Application Suite verwendet Firefox die so genannte Gecko Rendering Engine, ein programmübergreifendes Modul zur Darstellung von HTML-Seiten und die XML-basierte Beschreibungssprache XUL zur Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche.

Firefox kann durch Motive (engl. „themes“) optisch an den Geschmack des Anwenders angepasst sowie mit Erweiterungen (engl. „extensions“) um zahlreiche Funktionen aufgewertet werden (zum Beispiel Mausgesten, Werbeblocker, Phishing-Abwehr, Bloggen, RSS Feeding, Webentwickler-Werkzeuge, Caret Browsing und vieles mehr).

Seit der Version 0.9 enthält Firefox ein neues Standardmotiv namens „Winstripe“, das „Qute“ als Standardmotiv ersetzt, um so allen Versionen von Firefox ein einheitliches, allenfalls an die Gegebenheiten der jeweiligen Plattform angepasstes Erscheinungsbild zu verleihen. „Winstripe“ basiert auf dem seit Version 0.8 unter Mac OS X eingesetztem „Pinstripe“-Motiv, das von Kevin Gerich und Stephen Horlander im Hinblick auf Apples Vorgaben zur Benutzerschnittstelle Apple Human Interface Guidelines entwickelt wurde.

Firefox unterstützt auch Tabbed Browsing, worunter man die Darstellung von mehreren, jeweils mit Registerreitern (engl. „tabs“) versehenen Webseiten innerhalb eines einzelnen Anwendungsfensters versteht.

Des Weiteren wird RSS in Form von dynamischen Lesezeichen unterstützt. Diese Lesezeichen aktualisieren sich beim Start des Browsers und verkörpern eine sich selbst aktualisierende Linkliste, die in einzelnen Ordnern organisiert wird. So sieht der Anwender immer auf einen Blick aktuelle Einträge einer Nachrichtenseite oder eines Weblogs. Eine Anzeige der RSS-Daten in Form einer lesbaren Webseite ist seit der Version 2.0 auch ohne zusätzliche Plugins möglich.

Firefox wird gegenwärtig in 48 Sprachen angeboten, darunter auch Deutsch.

Firefox ist freie Software und wird unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht. Für die kompilierten Installationspakete gelte die GPL jedoch aus Sicht der Mozilla Foundation nur eingeschränkt. Bei der Installation des Browsers wird der Benutzer aufgefordert einer Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) zuzustimmen. Allerdings ist die Wirksamkeit solcher Vereinbarungen aus juristischer Sicht in Deutschland nicht eindeutig geklärt.

Bedienung

Schlüsselwortsuche

Um Suchvorgänge vereinfacht über die Adressleiste abzuwickeln, kann man Schlüsselwörter (Shortcuts) für das Suchen definieren. Um zum Beispiel eine Suche nach „Regenschirm“ über eine Eingabe von "g Regenschirm" in der Adressleiste starten zu können, geht man wie folgt vor: Auf der Webseite eines Suchdienstes (z. B. Google.de) nimmt man einen Rechtsklick auf das Suchfeld vor (auf der Webseite; nicht in der eingebauten Suchfunktion oben rechts), wählt „Ein Schlüsselwort für diese Suche hinzufügen…“ und gibt „g“ ein. Dies kann man für beliebige Suchen durchführen: z. B. Wikipedia (w Regenschirm), eBay (ebay Regenschirm), Amazon.de (z Regenschirm). Die Schlüsselwortsuche ist eine leichte Abwandlung der Möglichkeit, Lesezeichen Shortcuts/Schlüsselwörter zuzuweisen.[2]

Erweiterungen

Firefox bietet die Möglichkeit, verschiedene Erweiterungen zu installieren, um Anwendungsfunktionen oder Optionen bereitzustellen, die nicht vom eigentlichen Browser angeboten werden, oder um dessen Erscheinungsbild zu verändern. Einige dieser Zusatzfunktionen werden nicht in den Funktionsumfang des Browsers aufgenommen, damit ein relativ schlanker Browser erhalten bleibt und auch um das Firefox-Projekt dadurch übersichtlicher zu gestalten. Bei den Erweiterungen handelt es sich um Archiv-Dateien, die in XUL und JavaScript geschriebene Programme enthalten. Die Verwendung von XUL und JavaScript macht diese Funktionen plattformunabhängig.

Beispiele

Das Projekt Greasemonkey widmet sich dem so genannten Active Browsing. Dabei wird mit Hilfe von benutzerspezifischen lokalen JavaScript-Programmen das Aussehen und sogar die Funktionalität von Websites bzw. Webanwendungen modifiziert.

Firefox bietet selbst eine rudimentäre Methode, Werbung auf Websites herauszufiltern. Die Funktionalität dieses Werbefilters ist jedoch relativ eingeschränkt, so benutzen mittlerweile (2007) viele Websites Mechanismen, den Filter zu umgehen und trotzdem Werbung einzublenden. Diese Möglichkeiten, Onlinewerbung auszublenden, kann über die Erweiterungen Adblock oder deren Abspaltung Adblock Plus deutlich erweitert werden. So kann beispielsweise Werbung in Form von eingebetteten Flash-Dokumenten herausgefiltert werden. Gegen übermäßigen Flash-Einsatz gibt es aber auch die Erweiterung Flashblock, bei der jedes Flash-Element manuell aktiviert werden muss.

Yahoo stellt für sein Social-Bookmarking-Dienst del.icio.us eine Erweiterung zur Verfügung, mit der es möglich ist, die Lesezeichen-Komponente des Browsers vollständig durch ein serverbasiertes System zu ersetzen, bei dem alle Lesezeichen auf dem del.icio.us-Server gespeichert werden. Damit macht der Benutzer seine Lesezeichen zum einem über die del.icio.us-Website für die Öffentlichkeit erreichbar (solange die Lesezeichen nicht als privat gekennzeichnet sind), und zum anderen kann er auf verschiedenen Rechnern die gleiche Lesezeichensammlung bei Firefox einbinden.

Es gibt außerdem andere Erweiterungen für die Synchronisation von Lesezeichen auf verschiedenen Rechnern. Bookmark Sync and Sort benutzt dabei beliebigen über FTP oder WebDAV bereitgestellten Speicherplatz, Foxmarks bietet selbst einen Speicherplatz an und Google bietet eine Erweiterung an, die außer den Lesezeichen auch die Chronik der besuchten Seiten, die Cookies und die gespeicherten Passwörter mit einem Server abgleicht.[3]

Weitere durch Erweiterungen bereitgestellte Browserfunktionen sind die Unterstützung der Website-Autoren und Entwickler von Webanwendungen mit der Erweiterung Web Developer durch eine Vielzahl von Hilfswerkzeugen oder die Steuerung des Programms mit Mausgesten.

Unterstützte Plattformen

Wegen der aktiven Entwicklergemeinde wird Firefox als Browser für besonders viele Plattformen angeboten. Firefox steht für die Betriebssysteme Microsoft Windows (ab Windows 2000), Linux und Mac OS X (ab Version 10.4) zur Verfügung. Die Linux-Version des Firefox 3 benötigt zusätzlich verschiedene Pakete und Bibliotheken Dritter, welche bei der Mehrheit der Distributionen, ab Erscheinungsdatum Mitte 2006, jedoch bereits mitgeliefert werden. Der ältere, aber bis Januar 2009 weitergepflegte, Firefox 2 unterstützt darüberhinaus auch Mac OS X ab Version 10.2 sowie Windows NT 4.0, Windows 98 und Me. Die für die Linux-Version des Firefox 2 notwendigen Pakete und Bibliotheken werden von der Mehrheit der Linux-Distributionen, ab Erscheinungsdatum Anfang 2003, mitgeliefert.

Nach Herstellerangaben sind die minimalen Systemvoraussetzungen für Windows/Linux ein Intel Pentium mit 233 MHz, 64 MB RAM und 52 MB Festplattenspeicher. Die Versionen für Mac benötigen indes mindestens einen PowerPC G3, 128 MB RAM und 200 MB Festplattenspeicher.

Außer den oben genannten offiziell von Mozilla unterstützten Versionen gibt es Portierungen für Solaris (sowohl für x86- als auch Sun-SPARC-Prozessoren), OS/2 und AIX von IBM, FreeBSD, PC-BSD, SkyOS, BeOS und ZETA sowie RISC OS. Eine Portierung auf weitere Plattformen ist durch die Quelloffenheit möglich. Mittlerweile ist auch ein Portable Firefox auf Memorystick für Windows erhältlich. Für PDAs hat Mozilla Minimo entwickelt.

Zusätzlich zu den von der Mozilla Foundation herausgegebenen Firefox-Versionen gibt es für verschiedene Prozessortypen optimierte Fassungen (zum Beispiel AMD Athlon XP oder Intel Pentium 4), die von Anwendern bereitgestellt werden. Die Beliebtheit dieser speziellen Fassungen erklärt sich aus dem von vielen als schneller empfundenen Programmstart und Seitenaufbau. Ein Nachteil der optimierten Fassungen ist der höhere Aufwand beim Aktualisieren auf neuere Versionen, die zudem oft mit erheblicher Verzögerung veröffentlicht werden. Im Gegensatz zu den offiziellen Versionen werden die meisten optimierten Versionen nicht als installierbare Pakete, sondern nur als gepackte Archive veröffentlicht.

Ein Beispiel solch einer von Mozilla nicht unterstützten optimierten Fassung findet man unter dem Namen Swiftfox, die ausschließlich für Linux bereitgestellt wird. Hier werden die Aktualisierungen zeitnah zu den offiziellen Freigaben veröffentlicht.

Versionen und Versionsgeschichte

Die derzeit aktuelle Hauptversion 3.0 von Firefox ist am 17. Juni 2008 gleichzeitig in mehreren Sprachen erschienen. Für aktuelle Hauptversionen erscheinen regelmäßig Sicherheits- und Stabilitätsaktualisierungen. Nach Erscheinen einer neuen Hauptversion wird die vorherige in der Regel sechs Monate lang ebenfalls mit Aktualisierungen versorgt.[4] So ist es geplant, die Unterstützung und Weiterentwicklung des Versionszweigs 2.0 im Januar 2009 einzustellen.

Namensänderungen

Ursprünglich wurde Mozilla Firefox unter dem Namen Phoenix entwickelt, allerdings musste dieser Name aufgrund einer Klage des amerikanischen BIOS-Herstellers Phoenix Technologies geändert werden. Zunächst wurde er in Mozilla Firebird und am 9. Februar 2004 mit dem Erscheinen der Version 0.8 in Mozilla Firefox umbenannt. Die letzte Umbenennung erfolgte aufgrund der Namensgleichheit mit einem anderen Open-Source-Projekt, der Datenbank Firebird.

Firefox ist die englische Übersetzung der chinesischen Bezeichnung hǔo hú 火狐 („Feuerfuchs“). Damit bezeichnet man im Allgemeinen den Rotfuchs, aber auch den (rotbraunen) kleinen Panda. Zunächst wurde der Name gewählt, ohne sich auf eine der beiden Tierarten festzulegen. Der kleine Panda hatte jedoch in den Augen von Designer Jon Hicks keinen besonderen optischen Reiz, daher ließ er sich beim Design des Logos von einer japanischen, mit „Firefox“ untertitelten Rotfuchszeichnung inspirieren.[5]

Nach einem Namensstreit mit dem Debian-Projekt über die Nutzungsbedingungen für die Warenzeichen von Mozilla erhielt die in der Debian-Distribution enthaltene und leicht angepasste Firefox-Fassung den Namen Iceweasel. Andere Mozilla-Programme erhielten ebenfalls neue Namen, die alle mit Ice beginnen.

Wichtige Versionen

Hauptartikel: Versionsgeschichte von Mozilla Firefox, an dieser Stelle nur die wichtigen Versionen

Legende: alte Version aktuelle Version aktuelle Version eines älteren Zweigs künftige Version
Browser-
Name
Gecko-
Version
Version Codename Veröffentlichung Wichtigste Änderungen
Phoenix 1.2 0.1 Pescadero 23. September 2002 Erste Version. Anpassbare Symbolleisten und Schnellsuche, gleichzeitige Darstellung mehrerer Internet-Dokumente innerhalb eines Anwendungsfensters (Tabbed Browsing)
Firebird 1.5 0.6 Glendale 17. Mai 2003 Umbenennung in "Firebird", Neues Standardmotiv (theme) namens „Qute“, Verbesserungen bei Lesezeichen und Datenschutz. Sanfter Bildlauf und automatische Größenanpassungen bei Bildern. (Versionen zwischen 0.1 und 0.6)
Firefox 1.7 1.0 Phoenix 9. November 2004 Offizielle Version 1.0; offizielle Lokalisierungen. Neuerungen: RSS-Nachrichten, Suchleiste, Funktion zum Suchen nach Plugins, Produktname Firefox seit Version 0.8. (Versionen zwischen 0.6 und 1.0)
1.0.8 13. April 2006 Letzte Sicherheits- und Stabilitätsaktualisierung des Versionszweiges 1.0; voraus gingen die Aktualisierungen 1.0.1 bis 1.0.7
1.8 1.5 Deer Park 29. November 2005 Offizielle Version 1.5. Neuerungen: Unterstützung für SVG und Canvas, Verbesserungen in JavaScript 1.5 und CSS 2/3, neue Funktionen „Private Daten löschen“ und „Fehlerhafte Website melden“, schnellere Vor- und Zurück-Navigation, Tabs per Drag and Drop verschiebbar, verbesserter Pop-up-Blocker, Fehlerseiten statt Fehlerdialoge, Neues Updatesystem, Anpassungen des Standardmotiv „Winstripe“ an Windows XP-Benutzeroberfläche „Luna“.
1.5.0.12 30. Mai 2007 Letzte Sicherheits- und Stabilitätsaktualisierung des Versionszweiges 1.5; voraus gingen die Aktualisierungen 1.5.0.1 bis 1.5.0.11
Firefox 2 1.8.1 2.0 Bon Echo 24. Oktober 2006 Offizielle Version 2.0; offizielle Lokalisierungen. Neuerungen: integrierter Anti-Phishing-Filter, Rechtschreibprüfung, Restore-Session-Funktionalität, automatische Suchvorschläge, überarbeitete Updatefunktion und Feedreader-Integration.
2.0.0.14 16. April 2008 Aktuelle Version des älteren Entwicklungszweigs 2.0; Außerplanmäßige Aktualisierung wegen einer kritischen Sicherheitslücke; 13 Aktualisierungen erschienen zuvor: 2.0.0.1 bis 2.0.0.13.
Firefox 3 1.9 3.0 Gran Paradiso 17. Juni 2008 Aktuelle und offizielle Version 3.0. Neuerungen:[6] neue plattformspezifische Standardmotive (theme) für die Benutzeroberfläche, verbesserte Adresszeile, neuer Passwortmanager basierend auf Javascript, neue Javascript-Bibliothek für Entwicklung von Erweiterungen, animierte PNG, Warnung bei Weiterleitungen, Acid2-Test bestanden, Umstellung auf Cairo, Zoom-Funktion für Text- und Grafikinhalte, SOAP-Unterstützung verworfen, überarbeitete Lesezeichenverwaltung (Places-Bookmarks), Schutz vor Schadsoftware, Bezug automatischer Updates nur noch über gesicherte Verbindungen oder mit einer digitalen Signatur, überarbeiteter Download-Manager, beschleunigte Javascript-Verarbeitung und Unterstützung von Farbprofilen.[7]
Die nächsten zu erwartenden Veröffentlichungen / Daten
Firefox 3 1.9.1 3.1/3.5[8][9] Shiretoko Ende 2008
Firefox 4 2.0 4.0[10] Ende 2009

Firefox, Portable Edition

Die offizielle Ausgabe von Mozilla Firefox erfordert im Normalfall eine Installation auf dem Zielsystem. Das erschwert allerdings den rechnerübergreifenden Einsatz mit einem USB-Stick oder einem anderem mobilen Datenträger, die es beispielsweise ermöglichen, Firefox problemlos mit dem gleichen Profil, das heißt den gleichen Lesezeichen, Verlauf, Formulareingaben, Passwörtern, Einstellungen etc. an Büro- und Heimcomputer einzusetzen. Aus diesem Grund wird von John T. Haller eine Ausgabe von Firefox angeboten – Firefox, Portable Edition[11] –, die so weit angepasst wurde, dass sie direkt auf einen tragbaren Datenspeicher entpackt werden kann und auf diesem nutzbar ist (siehe auch Portable Software). Dabei verbleiben die sensiblen Daten auf dem tragbaren Datenträger und müssen nicht auf der lokalen Festplatte des genutzten Rechners zurückbleiben.[11]

Datenschutz

Die Mozilla Foundation sammelt nach eigenen Angaben beim Gebrauch des Firefox Daten, die möglicherweise zur persönlichen Identifizierung des Nutzers dienen können. In den Berichten, die beim Absturz des Programms erstellt werden, sind so unter anderem der Name des Computers und die Prozesse, die während des Absturzes liefen, enthalten. Die Website, um die es konkret geht, kann von dem Benutzer hingegen unterdrückt werden. Durch den (vom Benutzer manuell zu initiierenden) Versand dieses Berichtes würde die Mozilla Foundation zudem unweigerlich an die IP-Adresse des betreffenden Rechners gelangen. Zum Schutz vor Phishing und Malware werden die besuchten Seiten mit einer lokal gespeicherten Liste verdächtig gemeldeter Seiten eines Drittherstellers (in der Voreinstellung Google) abgeglichen, welche ungefähr alle 30 Minuten aktualisiert wird.[12] Die automatische Softwareaktualisierung des Programms speichert ein Cookie namens „aus“, das einen einzigartigen numerischen Wert zur Unterscheidung der einzelnen Firefox-Installationen enthält. Dies kann in den Firefox-Voreinstellungen abgeschaltet werden. Die Mozilla Foundation versichert, hart daran zu arbeiten, um die Privatsphäre des Nutzers zu schützen.[13] Bei der Mozilla Foundation gibt es Überlegungen, darüber hinaus Daten von Nutzern zu sammeln und Entwicklern, Forschern und Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Dabei sollen die Nutzer entscheiden können, welche ihrer Daten weitergeleitet werden.[14]

Die deutsche Version von Firefox 1.0 stand in der Kritik, da das eBay-Such-Plugin Anfragen über eine Drittseite weiterleitete. Dies geschah ohne Wissen der Benutzer.[15] Da diese Drittseite jedoch von eBay Deutschland vorgegeben wurde, wird eher ein unglückliches Missverständnis zwischen eBay und Mozilla Europe als eine böse Absicht angenommen. Am 22. November 2004 räumte die Mozilla-Stiftung den Fehler ein und stellte eine aktualisierte Version zur Verfügung.[16]

Kritik

Die von Mozilla entwickelte XUL-Oberfläche, eine auf XML basierende Beschreibungssprache für grafische Benutzeroberflächen, wird anstelle einer betriebssystemspezifischen Oberfläche benutzt. Durch den zusätzlichen Aufwand des Verarbeitens der XUL-Dateien und den notwendigen Berechnungen des Layouts und des Erscheinungsbildes ist die Verarbeitungs- und Darstellungsgeschwindigkeit häufig langsamer als bei nativen Benutzeroberflächen. Aus diesem Grund wurde für Mac OS ein eigener Abkömmling, Mozilla Camino, geschaffen. Als Alternative für Windows-Benutzer bietet sich das auf der Gecko-Engine basierende K-Meleon an. Die XUL-Oberfläche ermöglicht es jedoch, dass die Erweiterungen systemunabhängig geschrieben werden können.

Vor dem Erscheinen der Version 3.0 wurde Firefox oft wegen seines erhöhten Bedarfs an Systemresourcen und Rechenleistung kritisiert – in Extremfällen stieg die Arbeitsspeicherbelegung auf das zehnfache der vergleichbaren Browser, wie Opera oder Internet Explorer. Die Entwickler gaben jedoch an, dass dieses Verhalten zum Teil gewollt sei, und der Browser zur schnelleren Navigation mehr geöffnete Seiten im RAM zwischenspeichere, je mehr davon auf dem System verfügbar sei.[17] Die Version 3.0 des Browser wurde allerdings unter anderem auf die Verringerung des Ressourcenverbrauchs hin optimiert.[18][19] Dies wird auch in einem Vergleichstest des IT-Nachrichten-Portals ZDNet bestätigt.[20]

Verbreitung

Das Feststellen der tatsächlichen Verbreitung eines Webbrowsers gestaltet sich aus verschiedenen Gründen schwierig. Üblicherweise wird die Verbreitung anhand einer Kennung, die der Browser dem Server mitteilt, ermittelt. Allgemeinhin wird angenommen, dass technikbegeisterte Nutzer eher zu einem alternativen Browser wie dem Firefox greifen, während weniger erfahrene Benutzer es bei dem unter Windows standardmäßig installiertem Internet Explorer belassen. Auch können viele Anwender auf ihrem Arbeitscomputer keine Software installieren und müssen daher auf den dort vorgegebenen Browser zurückgreifen, auch wenn sie privat einen anderen verwenden. Daraus ergibt sich, dass der Marktanteil nicht nur stark von dem durchschnittlichen Erfahrungsgrad der Benutzer abhängt, sondern auch vom Zeitpunkt der Messung (Feierabend, Wochenende, typische Ferienzeit), bzw. zu bestimmten Zeiten deutlich vom Durchschnitt abweichen kann.

Verbreitung des
Mozilla Firefox
Q4/2005 Q1/2006 Q2/2006 Q3/2006 Q4/2006 Q1/2007 Q2/2007 Q3/2007 Q4/2007 Q1/2008 04/2008 05/2008
Net Applications 9,00 % 9,77 % 10,67 % 11,88 % 13,51 % 14,35 % 14,91 % 14,70 % 15,93 % 17,36 % 17,76 % 18,41 %
Heise online 47,27 % 48,85 % 49,03 % 51,97 % 54,20 % 54,17 % 55,20 % 55,30 % 56,00 % -- -- 56,80 %
Webtrekk 17,52 % 18,19 % 20,18 % 21,60 % 22,37 % 25,12 % 26,18 % 27,08 % 28,79 % 29,36 % -- --
XiTi Monitor -- -- 20,07 % 21,50 % 23,15 % 23,63 % 26,60 % 27,60 % 27,43 % 28,43 % -- --

Laut einer Untersuchung des französischen Unternehmen XiTi Monitor im März 2008, verwendeten in Deutschland 35,0 %, in Österreich 32,6 % und in der Schweiz 26,4 % der Surfer Mozilla Firefox. Spitzenreiter in Europa sind Finnland mit 45,9 %, Polen mit 44,0 % und Slowenien mit 43,7 %.[21] Der deutsche Besucherzähler-Anbieter Webhits.de ermittelte für Deutschland einen Anteil von 26,8 % (24. Juni 2008).[22]

Laut einer Untersuchung des niederländischen OneStat.com vom Juni 2007 beträgt die Verbreitung von Firefox in Deutschland rund 26,69 % und liegt damit weiterhin mehr als 40 Prozentpunkte hinter dem Marktführer Microsoft Internet Explorer. Damit weist Deutschland eine der größten Verbreitungen des Firefox auf, die im weltweiten Mittel bei rund 12,72 % liegt.[23] Im Juli 2006 kam Onestat.com für Deutschland seltsamerweise bereits auf einen Verbreitungsgrad von 39,02 %.[24]

Das Firefox-Projekt rief anlässlich der Herausgabe der Vorschauversion von Firefox 1.0 im September 2004 zum Massen-Download auf. Es war geplant, die magische Grenze von einer Million Downloads in zehn Tagen zu brechen. Nach nur vier Tagen war die Marke von einer Million erreicht. Mit der Veröffentlichung der endgültigen Version 1.0 wurde diese Marke bereits am ersten Tag durchbrochen. Am 15. Februar 2005, 99 Tage nach der Veröffentlichung von Firefox 1.0, wurde die 25-Millionen-Marke durchbrochen und am 29. April 2005 die 50-Millionen-Marke. Ein knappes halbes Jahr später, am 19. Oktober 2005 sind daraus 100 Millionen Downloads geworden. Nach anfänglichem exponentiellem Wachstum hat sich ein lineares Wachstum von etwa 25 Millionen Downloads pro Halbjahr eingependelt. Die momentane Downloadzahl liegt bei über 579 Millionen Downloads (Stand: 24. Juni 2008).[25] Die Version 2.0 wurde nach Herstellerangaben innerhalb von 24 Stunden nach der Freigabe von über zwei Millionen Menschen heruntergeladen.[26] Im Zuge der Veröffentlichung der Version 3.0 rief Mozilla zum „Download Day“ auf, um damit einen Weltrekord der meisten Softwaredownloads innerhalb von 24 Stunden aufzustellen. So wurde der Firefox 3.0 innerhalb eines Tages weltweit über 8 Millionen Mal heruntergeladen. Der Weltrekordversuch sowie die absolute Downloadzahl wird zur Zeit von Guinnessmitarbeitern überprüft.[27]

Zum Vergleich: Die Version 9.5 des Opera-Browsers wurde in fünf Tagen 4,7 Millionen Mal heruntergeladen,[28] die Version 7 des Internet Explorers drei Millionen Mal innerhalb von vier Tagen (vor der Freigabe als automatisches Update).[29]

Spendenfinanzierte Werbeaktionen

Zur offiziellen Freigabe der Version 1.0 schaltete die US-Initiative Spread Firefox[30] am 16. Dezember 2004 eine doppelseitige Anzeige in der New York Times, die über Spenden finanziert wurde. Mehr als 10.000 Personen oder Familien spendeten in zehn Tagen jeweils zwischen 10 $ und 45 $, insgesamt 250.000 $, wofür sie namentlich in der Anzeige genannt wurden.

Auch in Deutschland wurde durch die Aktion „Firefox kommt“ eine Werbeaktion in der Frankfurter Allgemeine Zeitung durch Spenden finanziert.[31] Ihr ging eine Abstimmung durch die Spender zwischen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Zeitung Die Welt voraus. Die Anzeige erschien am 2. Dezember 2004 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf Seite 21.[32]

Kurioses

Da der Browser Opera, mit dem Firefox oft verglichen wurde, lange Zeit Werbung einblendete (Adware), entwickelte Jesse Ruderman eine Firefox-Erweiterung namens adbar[33], die in ähnlicher Weise kontextsensitive Google-Werbung im Browser darstellt.

Als Anfang 2003 klar wurde, dass der Browser Phoenix umbenannt werden musste, nutzte man am 1. April gleich die Gelegenheit für einen Aprilscherz und verkündete offiziell auf allen bis dahin bekannten Mozilla-/Phoenix-Webseiten, dass der Browser in „Phallus“ umbenannt werden würde.

Als Scherz auf die mehrfachen Namensänderungen entstand die Erweiterung Firesomething[34], die bei jedem Start von Firefox dem Programm einen anderen Namen (jeweils zusammengesetzt aus einer Naturkraft und einem Tiernamen) verpasst.

Siehe auch

Literatur

 Commons: Mozilla Firefox – Bilder, Videos und Audiodateien
Erweiterungen

Einzelnachweise

  1. Brendan Eich, David Hyatt: Mozilla Development Roadmap, 2. April 2003, englisch
  2. Using keyword searches: Firefox mozillazine.org, Anleitung zum Erstellen von Schlüsselwortsuchen (englisch).
  3. Heise Newsticker: Browser-Sync von Google gleicht Firefox-Einstellungen ab, 8. Juni 2006
  4. Mozilla Corporation: Offizielle Release-Roadmap, Version 0.3, November 2007, englisch
  5. Hicksdesign: branding firefox, 2. September 2004, englisch
  6. Mozilla Europe: Funktionen von Firefox, abgerufen am 18. Juni 2008
  7. Shawn Wilsher: Re: Firefox 3 Final won't update, 18. Juni 2008, englisch, Zitat: „Firefox 3.0 RC3 is the same build as Firefox 3.0.“
  8. Mozilla Foundation: Firefox 3.1 "Shiretoko" Planning Center, englisch
  9. Dave Townsend: Re: Firefox 3.5 vs. Firefox 3.1, 20. Mai 2008, englisch, Zitat: „[...] the actual version numbers are likely not decided, [...]“
  10. Mike Schroepfer: What′s next after Firefox 3 and Gecko 1.9?, 19. Mai 2008, englisch
  11. a b John T. Haller: Mozilla Firefox, Portable Edition, auf PortableApps.com, Version 2.0.0.14, verlinkt am 17. April 2008
  12. Mozilla Corporation: Phishing and Malware Protection, abgerufen am 25. Juni 2008, englisch
  13. Mozilla Privacy Policy: '[1], Oktober 2006
  14. Heise Newsticker: [2], 14. Mai 2008
  15. Heise Newsticker: Firefox: eBay-Suche mit Umleitung, 16. November 2004
  16. Mozilla Europe: Update von Mozilla Firefox 1.0 de-DE für ebay Suchmaschine, 21. November 2004
  17. Ben Goodger: About the Firefox „memory leak“, 14. Februar 2006, englisch - Firefox-Entwickler über den zum Teil sehr hohen Speicherbedarf des Browsers
  18. Mozilla Foundation: Firefox 3 Versionshinweise, 17. Juni 2008
  19. John Resig: Firefox 3 Memory Use, Blogbeitrag eine Mozilla Mitarbeiters, 13. März 2008, englisch
  20. ZDNet.de: Performance-Check: IE, Firefox, Opera und Safari im Benchmark-Test, 18. April 2008
  21. Verbreitung von Firefox laut XiTi Monitor, am 24. April 2008, französisch
  22. Verbreitung von Firefox im Web-Barometer von Webhits.de, abgerufen am 24. Juni 2008
  23. Verbreitung von Firefox laut OneStat.com, im Juli 2007, englisch
  24. Verbreitung von Firefox bei 39% laut Onestat.com, Juli 2006
  25. Offizielle und aktuelle Downloadzahl auf Spread Firefox. (englisch) (Stand: 24. Juni 2008).
  26. Spread Firefox: Over 2 Million People Using Firefox 2 in the First 24 Hours (Archiv), 27. Oktober 2006, englisch
  27. Spread Firefox: Offizielle Seite zum Firefox 3-„Download Day“ 2008
  28. Firefox 3: Nach einem halben Tag 4,5 Millionen Downloads / Opera 9.5 schafft 4,7 Millionen Downloads in fünf Tagen
  29. ZDNet.com: Up next: IE 8.0, 25. Oktober 2006, englisch
  30. Paul Kim: Four Hundred Million Firefox Downloads, Beitrag in The Mozilla Blog, 7. September 2007, englisch
  31. Werbeaktion Firefox kommt, temporär offline
  32. Mozilla Europe: Feuer!, abgerufen am 26. Oktober 2007 - Anzeige in der FAZ als PDF zum Download
  33. Jesse Ruderman: Opera’s least popular feature comes to Firefox, 15. August 2004, englisch
  34. Cosmic Cat Creations: Firefox-Erweiterung Firesomething, abgerufen am 26. Oktober 2007, englisch
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