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Indische Streitkräfte

Dieser Artikel behandelt die Streitkräfte der Republik Indien; zur Armee während der britischen Herrschaftszeit siehe British Indian Army
Streitkräfte Indiens
engl: Indian Armed Forces, hindi: Bharatiya Sashastra Senae
Führung
Oberbefehlshaber : Präsident, derzeit Präsidentin Pratibha Patil
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 1.325.000 (2006)
Reservisten: 1.155.000 (2006)
Wehrpflicht: keine
Wehrtauglichkeitsalter: 17
Haushalt
Militärbudget: 26,50 Mrd. US-Dollar (2006)
Anteil am BNE: 2,5% (2006)
Geschichte
Gründung: 1949

Die indischen Streitkräfte (Bharatiya Sashastra Senae) sind die Streitkräfte der Republik Indien. Sie umfassen ca. 1.325.000 Soldaten, wovon 1,1 Millionen im Heer, 150.000 bei der Luftwaffe und 53.000 bei der Marine dienen. Damit unterhält Indien nach der Anzahl der Soldaten die drittgrößte Streitmacht der Welt. Dazu kommen 1.155.000 in Reserve und 1.293.300 paramilitärische Kräfte.

Die Verteidigungsausgaben im Jahr 2006 betrugen 26,50 Milliarden US-Dollar[1], das entsprach 2,5 % Prozent des Bruttoinlandsproduktes sowie 17 US-Dollar je Einwohner. [2]

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Die indischen Streitkräfte bestehen aus:

Indiens einzige Militärbasis im Ausland ist seit 2004 der Luftstützpunkt Farkhor in Tadschikistan.

Ausrüstung

Indien verfügt über 3.264 Kampfpanzer, 733 Kampfflugzeuge, 199 Hubschrauber, 21 Kriegsschiffe und 17 U-Boote (Stand: 2005). Als Kampfpanzer wird der derzeit modernste russische Kampfpanzer T-90 in Lizenz unter der Bezeichnung T-90S eingeführt.

Flaggschiff der Flotte ist der Flugzeugträger INS Viraat, die vormalige britische HMS Hermes. Indien unterzeichnete 2004 den Kaufvertrag (ca. 1,5 Milliarden US-Dollar) für den russischen Flugzeugträger Admiral Gorschkow. Dieser wird auf der Semasch-Werft in Sewerodwinsk grundlegend erneuert und soll 2010 als INS Vikrant in Dienst gestellt werden. Er wird dann den Träger INS Viraat ersetzen. Russland stellte aber trotz Verzögerungen am Bau weitere Kosten von 1,2 Milliarden US-Dollar als Forderung an Indien.

Mit Russland wurde im November 2007 zudem eine Kooperation zur Entwicklung des Militärtransporters MTA vereinbart.

Im Februar 2008 testete die indische Marine im Golf von Bengalen erstmals eine neue Ubootgestützte ballistische Rakete (SLBM) vom Typ K-15 Sagarika, des Rüstungsbetriebs DRDO, von einer 50 Meter unter dem Meeresspiegel befindlichen Abschussbasis nahe dem Marinestützpunkt in Visakhapatnam. Indien verfügt noch nicht über größere U-Boote zum Abschuss dieser Rakete mit einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern und einem Gefechtskopf von 500 Kilogramm, plant aber deren Bau.

Im Marz 2008 berichten Medien, das die USA den Flugzeugträger USS Kitty Hawk (CV-63) kostenlos der indischen Marine übergeben würde, wenn diese im Gegenzug 65 Jagdbomber vom Typ F/A-18 Hornet für mindestens 5 Milliarden US-Dollar erwirbt.

siehe auch: Hindustan Aeronautics LCA

Atomstreitkräfte

Seit 1974 ist Indien inoffizielle Atommacht. Es verfügt über selbst entwickelte Kurzstreckenraketen sowie die Mittelstreckenrakete Agni III mit einer Reichweite von bis zu 5500 Kilometern, die auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden kann. 2005 standen 74 Nuklearsprengköpfe zur Verfügung. Bis heute hat Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet, verzichtet jedoch laut seiner Nukleardoktrin auf den nuklearen Erstschlag.

Geschichte der Indischen Streitkräfte

Vor der Unabhängigkeit des Subkontinents existierte von 1858 bis 1947 die British Indian Army in Britisch-Indien. Sie bildete gemeinsam mit den Kontingenten, die ausschließlich aus Großbritannien stammten, die Army of India oder Army in India.

Die British Indian Army bildete den Grundstock der Armeen der durch die Teilung des indischen Subkontinents entstandenen Staaten, der Indischen Union und der Islamische Republik Pakistan. Der Beitritt Kaschmirs zu Indien, welches daraufhin den größten Teil des ehemaligen Fürstentums besetzte, führte zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg (1947 bis 1949). Seitdem schwelt in der Grenzregion der Kaschmir-Konflikt, der 1965 auch den Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieg und 1999 den Kargil-Krieg zur Folge hatte.

Grenzstreitigkeiten führten 1962 zum Indisch-Chinesischer Grenzkrieg, den Indien verlor.

Die indische Unterstützung einer Unabhängigkeitsbewegung im damaligen Ost-Pakistan führte 1971 zu einem dritten Krieg Indiens gegen Pakistan mit folgender Teilung Pakistans und Gründung des neuen, ebenfalls islamisch geprägten Staates Bangladesch.

Besondere Brisanz erhält der indisch-pakistanische Gegensatz durch die Tatsache, dass beide Staaten Atommächte sind. Indien hatte 1974 erstmals einen Atomtest durchgeführt. Auf weitere Kernwaffenversuche im Jahre 1998 reagierte Pakistan mit eigenen Atomtests. In den letzten Jahren war eine Annäherung zwischen Indien und Pakistan zu bemerken. So fanden Gefangenenaustausche statt und wurden Verbindungen in der Kaschmirregion geöffnet.

Seit der Unabhängigkeit hat das indische Militär kaum Interesse an einer politischen Einflussnahme gezeigt. Es ist der Zivilverwaltung unterstellt, den militärischen Oberbefehl hat der Präsident. In Indien gilt keine allgemeine Wehrpflicht, stattdessen unterhält der Staat eine Berufsarmee.

Im Dezember 2007 haben Indien und die Volksrepublik China erstmals ein gemeinsames Anti-Terror-Militärmanöver abgehalten. Die einwöchige Übung "Hand in Hand 2007" mit insgesamt 200 Soldaten wurde in der südwestlichen Provinz Yunnan durchgeführt.

Einzelnachweise

  1. http://in.reuters.com/article/businessNews/idINIndia-32231720080229
  2. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/in.html#Military

Siehe auch

 Commons: Indische Streitkräfte – Bilder, Videos und Audiodateien