Heim

Die Siedler von Catan

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung des Buches von Rebecca Gablé findet sich unter Die Siedler von Catan (Buch).
Die Siedler von Catan
Daten zum Spiel
Autor Klaus Teuber
Verlag Kosmos
Erscheinungsjahr 1995
Art Brettspiel
Mitspieler 3 bis 4
Dauer ca. 75 Minuten
Alter ab 10 Jahre
Auszeichnungen
Spiel des Jahres 1995
Deutscher Spiele Preis 1995
Essener Feder 1995
weitere…

Die Siedler von Catan ist ein 1995 im Kosmos-Verlag erschienenes Brettspiel von Klaus Teuber. In der konstruktiv-kooperativ aufgebauten Simulation erbauen die Spieler auf der fiktiven Insel Catan Siedlungen, welche Rohstoffeinnahmen bringen, mit denen Straßen, neue Siedlungen und Städte gebaut sowie Ritter zur Verteidigung ausgeschickt werden können. Für erbaute Siedlungen und Städte erhalten die Spieler ebenso wie für die längste Handelsstraße und größte Rittermacht Siegpunkte. Gewinner ist, wer zuerst zehn solcher Siegpunkte erreicht.

Im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Brettspielen weist Die Siedler von Catan eine Vielzahl neuer Spielideen auf. Dazu zählen die Möglichkeit der Spieler untereinander mit ihren Rohstoffen handeln zu können, die breite Spanne an möglichen Spieltaktiken sowie der variable Spielplan, mit dem sich für jedes Spiel eine anders gestaltete Insel auslegen lässt. Nicht zuletzt deswegen schreibt die Spielumsetzung von Teuber eine bisher nicht gekannte Erfolgsgeschichte: bis 1996 wurden 500.000 Exemplare verkauft, 10 Jahre nach Erstverlegung waren es insgesamt 8 Mio. deutsche Exemplare.[1] Heute ist der Begriff „Catan“ jedem zweiten Deutschen bekannt,[2] Weltweit hat das Spiel bis 2002 über 10 Mio. Spieler gefunden[3] und ist in über 20 verschiedenen Sprachen in mehr als 40 Ländern zu beziehen.[2] National wie international wurden diverse Preise vergeben, insbesondere mit dem Spiel des Jahres und Deutschem Spielepreis die beiden in Deutschland relevantesten.

Durch die Popularität des Spiels und die Medienwirksamkeit des Begriffs „Catan“ ist ein regelrechtes Catan-Universum entstanden. So werden einzelne Spielkomponenten in neue Spiele eingebettet – unter anderem sind bisher Karten-, Würfel- und Computerspiele erschienen. Aber auch der geschichtliche Hintergrund findet unabhängig von den Spielprinzipien sowohl in weiteren Brettspielen als auch in einem gleichnamigen Roman von Rebecca Gablé Verwendung.

Inhaltsverzeichnis

Spielmaterial

Im Spiel enthalten sind:

Spielablauf

Spielaufbau

Aus den 19 gut gemischten sechseckigen Landfeldern wird zu Spielbeginn eine nahezu runde Insel ausgelegt. Die neun Hafenfelder werden ebenfalls gemischt und mit jeweils einem Feld Abstand rund um die Insel platziert. Mit den übrigen neun Wasserfeldern werden die entstandenen Lücken aufgefüllt. Die Zahlenchips werden auf die Rückseite gedreht und nach Buchstaben sortiert. Beginnend bei einem beliebigen ans Wasser grenzenden Landfeld werden die Zahlenchips nun dem Alphabet nach im Uhrzeigersinn auf der Insel verteilt, die Wüste wird dabei ausgelassen und erhält keinen Zahlenchip. Anschließend werden die Zahlenchips aufgedeckt. Auf die Wüste, welche keinen Zahlenchip erhält, wird die Räuberfigur gestellt.

Jeder Spieler erhält in der Startaufstellung zwei Siedlungen und zwei Straßen. Reihum im Uhrzeigersinn setzt jeder Spieler eine Siedlung mit angrenzender Straße, anschließend setzt beginnend beim letzten Spieler reihum gegen den Uhrzeigersinn jeder Spieler seine zweite Siedlung nebst Straße. Siedlungen dürfen dabei nur auf Eckpunkte gesetzt werden, an denen drei Sechseckfelder aneinander grenzen. Straßen verbinden jeweils zwei solcher Punkte entlang einer Kante zwischen zwei Feldern, wobei nicht zwischen zwei Wasserfeldern gebaut werden darf. Dabei dürfen weder zwei Siedlungen noch zwei Straßen aufeinander gebaut werden. Siedlungen müssen untereinander einen Abstand von mindestens zwei Kantenabschnitten aufweisen. Rohstoffkarten erhalten die Spieler zu Anfang entsprechend den an ihre zweite Siedlung angrenzenden Feldern. Im weiteren Spiel halten die Spieler ihre Rohstoffkarten verdeckt.

Ein Spielzug

Der Spielzug eines Spielers besteht aus drei nacheinander auszuführenden Phasen: dem Auswürfeln der Rohstofferträge, dem Handeln und dem Bauen.

Auswürfeln der Rohstofferträge

Das Auswürfeln der Rohstofferträge erfolgt durch Werfen beider Würfel. Die addierte Augenzahl benennt die Landschaftsfelder, welche in dieser Runde Erträge abwerfen. Jeder Spieler, der eine Siedlung angrenzend an einem Feld besitzt welches auf seinem Zahlenchip die gewürfelte Augensumme zeigt, erhält den entsprechenden Rohstoff. Für eine angrenzende Stadt erhält der Spieler zwei Rohstoffkarten.

Sollte eine sieben gewürfelt werden, erhalten die Spieler keine Rohstoffe. Stattdessen tritt der Räuber in Aktion. Der am Zug befindliche Spieler muss die Räuberfigur auf ein anderes Feld versetzen. Sollte an dieses Feld eine Siedlung eines oder mehrerer Mitspielers angrenzen, darf von einem dieser Spieler verdeckt eine Rohstoffkarte gezogen werden. Solange der Räuber auf einem Feld steht, wirft es keine Rohstoffe ab. Weiterhin muss jeder Spieler, der mehr als sieben Rohstoffkarten auf der Hand hat, die (abgerundete) Hälfte seiner Rohstoffe abgeben.

Da die Summe der Augen beim Wurf mit zwei Würfeln nicht gleichverteilt ist, wird die Sieben häufiger als jede andere Zahl gewürfelt. Auch sind dadurch bestimmte Felder lukrativer als andere.

Wahrscheinlichkeiten für Würfelergebnisse mit zwei Würfeln
Zahl 2 3 4 5 6 7 (Räuber) 8 9 10 11 12
Wahrscheinlichkeit 2,8 % 5,6 % 8,3 % 11,1 % 13,9 % 16,7 % 13,9 % 11,1 % 8,3 % 5,6 % 2,8 %

Handeln

In der zweiten Phase darf der Spieler handeln. Dies kann einerseits über den Seehandel geschehen: Hat der Spieler eine Siedlung oder Stadt an einem entsprechenden Hafenfeld am Inselrand, dürfen je nach Hafenart drei beliebige gleiche Rohstoffe gegen einen anderen Rohstoff getauscht werden (3:1) oder mit dem angegebenen Rohstoff 2:1 getauscht werden. Andererseits ist ebenso ein Binnenhandel erlaubt: unter den Spielern dürfen Angebote gemacht werden und der am Zug befindliche Spieler darf im freien Verhältnis Rohstoffkarten mit den anderen Spielern tauschen. Es ist aber auch erlaubt vier gleiche Rohstoffkarten gegen eine beliebige Rohstoffkarte mit der Bank zu tauschen (4:1).Lediglich Schenkungen sind nicht erlaubt.

Bauen

Die dritte Phase ist die Bauphase. Hier darf der Spieler gegen Abgabe entsprechender Rohstoffe Straßen, Siedlungen und Städte bauen sowie Entwicklungskarten kaufen. Beim Platzieren von Siedlungen, Städten und Straßen auf dem Spielplan gelten die gleichen Regeln wie bei der Anfangsaufstellung, insbesondere dürfen nicht mehrere Elemente aufeinander gebaut werden und Siedlungen und Städte müssen mindestens zwei Sechseckkanten voneinander entfernt sein. Eine Stadt kann nur gebaut werden, wenn ein Spieler eine Siedlung besitzt. Diese wird entfernt und die Stadt an dieselbe Stelle gesetzt.

Baukosten
Spielelement Benötigte Rohstoffe
Straße 1x Lehm und 1x Holz
Siedlung 1x Lehm, 1xHolz, 1xWolle und 1x Ährenbündel
Stadt (nur durch Überbauen einer Siedlung) 2x Ährenbündel und 3x Erz
Entwicklungskarte 1x Ährenbündel, 1x Wolle und 1x Erz

Hat ein Spieler mit mindestens fünf zusammenhängenden Straßen (wobei Abzweigungen nicht gezählt werden) die längste Handelsroute erbaut, erhält er die entsprechende Sonderkarte, welche offen vor ihm liegen bleibt. Sobald ein Spieler eine längere Handelsstraße erbaut hat, wechselt die Karte ihren Besitzer.

Entwicklungskarten spielen

Einmal während seines Zuges darf der Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Entwicklungskarte spielen, allerdings nicht solche, welche im gleichen Zug gekauft wurden. Zeigt die Karte einen Ritter, darf die Räuberfigur versetzt werden. Die aufgedeckte Karte bleibt vor dem Spieler liegen. Sobald ein Spieler drei Ritterkarten gesammelt hat, erhält er die Sonderkarte „Größte Rittermacht“. Auch hier wechselt die Karte ihren Besitzer erst, wenn ein anderer Spieler mehr Ritterkarten aufgedeckt hat. Siegpunktkarten darf der Spieler alle auf einmal aufdecken, soweit er damit das Spiel beenden kann.

Spielende

Das Spiel endet, sobald der am Zug befindliche Spieler zehn oder mehr Siegpunkte erreicht hat. Siegpunkte erhalten die Spieler für Siedlungen, Städte, die längste Handelsroute, die größte Rittermacht und entsprechende Entwicklungskarten.

Siegpunkte
Spielelement Siegpunkte
Straße 0
Siedlung 1
Stadt 2
Siegpunktkarte 1
Größte Rittermacht 2
Längste Handelsstraße 2

Varianten

Der Autor selbst hat im Laufe der Zeit zwei Regeländerungen veröffentlicht, welche er den Spielern empfiehlt.[4] Zum einen sollen starke Ungleichgewichte durch den Räuber zu Spielbeginn vermieden werden, indem der Räuber nicht an Siedlungen von Spielern platziert werden darf, die weniger als drei Siegpunkte haben. Diese Variante floss auch unter dem Namen „Freundlicher Räuber“ in die später erschienene „Händler & Barbaren“-Erweiterung ein. Die Variante wird in Spielerkreisen kontrovers diskutiert, ermöglicht sie doch Spielern erst mal unbehelligt ihre Infrastruktur zu entwickeln um dann das Feld von hinten aufzurollen. Auch werden hierbei verdeckte Siegpunkte durch Entwicklungskarten nicht berücksichtigt. Zum anderen wird vorgeschlagen, die Handels- und Bauphase zusammenzulegen. Im Zuge dessen darf mittlerweile auch ein erschlossener Hafen noch in derselben Runde benutzt werden oder nachdem bereits eine Siedlung gebaut wurde, noch mit anderen Spielern weitergehandelt werden.

Das Spiel zu Zweit

Obwohl die Regeln des Grundspiels kein Spiel für zwei Spieler vorsehen, hat Klaus Teuber Regelvorschläge für ein Spiel zu zweit veröffentlicht.[5], welche später auch in die Erweiterung Händler und Barbaren eingegangen sind. Dazu werden auf dem Spielplan zusätzlich Siedlungen und Straßen von zwei imaginären neutralen Spielern errichtet. Sobald ein Spieler eine Siedlung oder Straße baut, errichtet er ebenfalls für einen der beiden neutralen Spieler eine solche mit. Die neutralen Spieler können keine Erträge erwirtschaften, aber durchaus die längste Handelsstraße beanspruchen. Um die fehlende Handelskomponente des Spiels zu zweit auszugeleichen, dürfen Spieler unter bestimmten Bedingungen Zwangshandel mit dem Gegner ausführen.

Entstehungsgeschichte

Nach eigenen Angaben vergingen von den ersten Ideen bis zum fertigen Spiel knapp vier Jahre.[6] Ursprünglich waren wesentlich mehr Komponenten im Spiel geplant, insbesondere sollte die Insel zu Spielbeginn nicht offen liegen, sondern im Laufe der Zeit durch Kundschafter erforscht und so nach und nach aufgedeckt werden.[7] Als abschließende Phase war ein Konflikt um die Insel geplant. Erst später kam der Entschluss, das Spiel schlanker zu machen: die drei Komponenten wurden in drei verschiedene Spiele aufgeteilt und parallel weiterentwickelt. Somit kam neben den Siedlern ein Jahr später auch das Spiel Die Entdecker und 1998 das Spiel Löwenherz in den Handel, das vom Verlag Goldsieber in seiner Werbung als „Abschluss der Catan-Trilogie“ bezeichnet wurde.[8]

Kritik

Insgesamt zeichnet das Spiel sein konstruktiver Aufbau aus. Die Spieler expandieren ständig, was das positive Spielgefühl einer Aufbausimulation vermittelt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, in kompetitiver Weise durch Verbauen und Blockieren bestimmter Gebiete die Gegner einzuschränken und eigene Gebiete besser abzustecken. Umgekehrt können dabei die Spieler kooperativ untereinander verhandeln und sich gegenseitig zum Vorteil verhelfen oder Allianzen schmieden.

Die Siedler hat dabei eine Reihe bisher nicht gebräuchlicher Elemente eingeführt, welche maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben. Hervorzuheben ist hier der variable Spielplan. Einerseits kann dadurch für jedes Spiel eine neue Spielsituation geschaffen werden. Andererseits ermöglichte dieser aber auch eine nicht zu unterschätzende Komponente für Erweiterungen und Varianten. Die Spieler können selbst nach eigenem Gusto Szenarien entwerfen, indem Rohstoffe künstlich verknappt werden oder die Insel nicht mehr in runder Form ausgelegt wird.

Positiv zeichnen sich auch die kurzen Wartezeiten für die Spieler aus. Da ein berechtigtes Interesse an den Zügen der Mitspieler besteht um beratend tätig zu werden oder einen Handel vorzuschlagen, entfallen Denkpausen und längere Abschnitte, in denen lediglich ein Spieler aktiv ist. Auch dass die Würfelergebnisse jeweils für alle Spieler zählen trägt zur intensiveren Beschäftigung der Spieler während der Züge anderer bei.

Als Kritikpunkt ist aufzuführen, dass Die Siedler von Catan im Vergleich zu zeitgleich erscheinenden Spielen sehr komplex ist,[9] und auch Teuber selbst gestand ein, das Spiel „sei zu komplex für eine große Zielgruppe“[10]. Entschärft wurde dies durch eine durchdachte Spielanleitung: die eigentlichen Spielregeln bestehen nur aus einer einzelnen Seite und einem Beispielaufbau fürs erste Spiel. Ein zusätzlicher Siedler-Almanach gibt nach alphabetisch sortierten Stichworten Auskunft zu Detailfragen.

Auszeichnungen

Bereits im Vorfeld der Wahl galten die Siedler als klarer Favorit für das Spiel des Jahres.[9] Neben dieser von einer Jury vergebenen Auszeichnung erhielt Teuber ebenso den als Publikumspreis vergebenen deutschen Spielepreis. Damit sind die Siedler das zweite Spiel, welches in einem Jahr die beiden wichtigsten deutschen Spielepreise für sich gewinnen konnte. Darüber hinaus wurde die Spielanleitung mit dem Wanderpreis Essener Feder gewürdigt, worauf hin das Spiel wenige Tage später zum Ende der Spielemesse in Essen 1995 restlos vergriffen war.[1] Die Stiftung Warentest urteilte in der Ausgabe 12/96 mit „Spielspaß: Sehr groß“.

Erfolge im Ausland

Auch international konnte das mittlerweile in 20 Sprachen und 40 Ländern[2] erschienene Spiel diverse Auszeichnungen für sich gewinnen. In den Vereinigten Staaten erhielt es 1996 mit den Origins Award in der Kategorie Best Fantasy or Science Fiction Board Game eine der wichtigsten Auszeichnungen, zwei Jahre später folgte der Titel Board game of the Year. Ebenso wie die Jury des Origins Award hat auch das Games Magazine die Siedler in ihre Hall of Fame aufgenommen. Darüber hinaus wurden diverse regional bedeutsame Preise vergeben, so beispielsweise die Auszeichnung Speelgoed van het jaar in den Niederlanden und das polnische Äquivalent zum Spiel des Jahres (Gra Roku).[11] Bei der Wahl der beliebtesten Spiele in Japan belegten die Siedler von Catan 2006 den ersten und 2007 den zweiten Platz.[12][13]

Erweiterungen

Grundsätzlich bieten der variable Spielplan und das einfach gehaltene Spielmaterial eine gute Ausgangslage für Erweiterungen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sowohl mehrere große Erweiterungen als auch viele kleinere Varianten entstanden sind. Insbesondere letztere tauchen häufig als Werbegeschenk auf Spielemessen und in Spielezeitschriften auf.

Die Seefahrer

Die Seefahrer
Daten zum Spiel
Autor Klaus Teuber
Verlag Kosmos
Erscheinungsjahr 1997
Art Materialerweiterung
Mitspieler 3 bis 4
Dauer ca. 90-180 Minuten
Alter ab 12 Jahre

Die erste Erweiterung Die Seefahrer erschien ein Jahr nach dem Basisspiel und ermöglicht den Spielern, mittels Schiffen zwischen verschiedenen Inseln auf einem erheblich erweiterten Spielplan zu siedeln. Neben einer Vielzahl von bereits im Grundspiel enthaltenen Landschafts- und neuen Goldflussfeldern ist der Erweiterung auch noch ein Rahmen beigelegt, um die Sechseckfelder am Verrutschen zu hindern.

Spielmaterial

In der Erweiterung enthalten sind:

Regeländerungen

An den Regeln des Basisspiels ändert sich nichts, es kommen lediglich ein paar Sonderregeln hinzu. Anstatt mittels Straßen können Siedlungen nun auch mit Schiffen verbunden werden. Ein Schiff kostet je einen Woll- und Holzrohstoff und darf zwischen Wasserfeldern bzw. an Küsten platziert werden. Schiffe dürfen dabei nur an Schiffen und Siedlungen (bzw. Städten) angebaut werden, ein Übergang von Straße zu Schiff ist nicht möglich. Im Gegensatz zu Straßen dürfen Schiffe allerdings unter bestimmten Voraussetzungen versetzt werden: verbindet eine Reihe von Schiffen (Schiffslinie) nicht zwei Siedlungen miteinander, darf der am Zug befindliche Spieler pro Zug einmal das vorderste Schiff einer Schiffslinie entfernen und umsetzten. Sobald eine Schiffslinie zwei Siedlungen (bzw. Städte) verbindet, dürfen die Schiffe dieser Linie nicht mehr versetzt werden.

Ansonsten gelten für Schiffe dieselben Regeln wie für Straßen. Für eine längste Handelsroute zählen ebenso Schiffe und bei Ereigniskarten, welche sich auf Straßen beziehen, können alternativ Schiffe oder eine Mischung aus Straßen und Schiffen gewählt werden. Auch kann in der Gründungsphase anstatt einer Straße ein Schiff an eine eigene Siedlung angelegt werden.

Als neues Rohstofffeld kommt ein Goldfluss hinzu. Dabei handelt es sich beim abgebauten Rohstoff Gold um eine reine Tauschwährung. Wird die dem Feld entsprechende Zahl gewürfelt, wählen sich die am Goldfluss niedergelassenen Spieler einen Rohstoff frei aus.

Spielablauf

Die Anleitung sieht keinen speziellen Spielaufbau vor, sondern macht insgesamt elf Vorschläge für verschiedene Szenarien. Neben einem Einstiegsszenario, welches die gewohnte Basisinsel nur um vier sehr kleine Nachbarinseln ergänzt, sind auch Vorschläge für zerklüftete Insellandschaften vorhanden. Einzelne Sonderregeln können weitere Spielreize schaffen. Dazu sind Siegpunktchips beigelegt, welche vergeben werden können, wenn eine neue Insel erreicht wurde. Auch Vorschläge für ein Spiel mit Entdeckerkomponente sind gegeben: hier wird ein Bereich des Spielfeldes erst aufgedeckt, wenn er mit einem Schiff oder einer Straße erreicht wird.

Kritik

Insgesamt wurde die erste Erweiterung bei den Spielern positiv aufgenommen. Unabhängige Spielekritiken sprechen größtenteils eine Kaufempfehlung aus.[14] Entsprechend hat sich die Erweiterung binnen weniger Wochen mehr als 100.000 Mal verkauft.[15]

Modifizierungen

Im Zuge der Designänderung der Spielfiguren Anfang 2003 wurde auch die Seefahrererweiterung überarbeitet. Einige Szenarien verschwanden aus dem Regelheft, dafür kamen neue hinzu, die zuvor in den Catan-News veröffentlicht worden waren.

Städte und Ritter

Städte und Ritter
Daten zum Spiel
Autor Klaus Teuber
Grafik Franz Vohwinkel
Verlag Kosmos
Erscheinungsjahr 1998
Art Materialerweiterung
Mitspieler 3 bis 4
Dauer ab 2 Stunden
Alter ab 10 Jahre

Die zweite Erweiterung Städte und Ritter greift wesentlich stärker als Die Seefahrer ins Spiel ein. Neben neuen Rohstoffen, den sog. Handelswaren werden die Ereigniskarten komplett ausgetauscht. Gegen Abgabe von Rohstoffen können nun auch Stadtmauern, Städteerweiterungen und Ritter gebaut werden, welche unterschiedliche Vorteile bringen.

Spielmaterial

In der Erweiterung enthalten sind:

Regeländerungen

Für die Erweiterung Städte und Ritter wird ein Teil der Regeln des Basisspiels abgeändert. Die Entwicklungskarten werden aus dem Spiel genommen und können nicht mehr gekauft werden. Die größte Rittermacht existiert als solche nicht mehr. Einer der weißen Augenwürfel wird durch einen roten ersetzt, zusätzlich wird zum Rundenanfang zusätzlich mit einem Symbolwürfel gewürfelt. Weiterhin erhält jeder Spieler zu Spielbeginn statt zwei Siedlungen eine Siedlung und eine Stadt. Gespielt wird bis 13 Siegpunkte.

Als neue Handelswaren werden Papier, Münzen und Tuch eingeführt. Hat ein Spieler eine Stadt an einem Wald-, Gebirgs- oder Weideland, erhält er als Rohstoffe nicht mehr zweimal den identischen Rohstoff sondern statt der zweiten Rohstoffkarte die entsprechende Handelsware. Diese Handelswaren können benutzt werden, um die Städte auszubauen. Ein vor jedem Spieler liegender Städtekalender zeigt die gebauten Erweiterungen an. In den Bereichen Handel, Politik und Bildung können je bis zu 5 Gebäude gebaut werden. Ab dem dritten Gebäude erhalten die Spieler einen speziell damit verbundenen Vorteil. Ab dem vierten Gebäude eines Bereichs darf der Spieler eine Stadt als Metropole markieren, welche von nun an zwei Siegpunkte extra zählt. Baut ein anderer Spieler zuerst das fünfte Gebäude, wechselt die Metropole.

Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile: umso mehr Ausbauten der Städtekalender zeigt, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit beim Auswürfeln der Rohstoffe eine Fortschrittskarte zu erhalten. Je nach Ergebnis des roten Würfels sowie des Symbolwürfels darf eine Karte aus einem der drei Bereiche gezogen werden, welche dann im folgenden Spielzug ähnlich den bisherigen Ereigniskarten eingesetzt werden darf.

Weiterhin können Ritter gebaut werden. Für Erz und Wolle können neue Ritter an Straßenkreuzungen eingesetzt oder vorhandene Ritter aufgewertet werden. Für ein Kornbündel werden sie aktiviert. Ein aktivierter Ritter kann vielfältig Verwendung finden. Er kann den Räuber vertreiben aber auch eine fremde Handelsstraße oder einen Bauplatz blockieren oder einen anderen (schwächeren) Ritter fortjagen. Zusätzlich hilft er gegen die Barbaren. Auf einer gesonderten Leiste ziehen diese je nach Wurf des Symbolwürfels mit ihrem Schiff auf die Insel Catan zu. Wenn bei Erreichen der Insel weniger aktivierte Ritterpunkte als Städte auf dem Spielfeld liegen, plündern die Barbaren eine Stadt des Spielers mit den wenigsten Ritterpunkten: sie wird zur Siedlung abgewertet. Können die Barbaren hingegen mit den Rittern vertrieben werden, erhält der Spieler mit den meisten Ritterpunkten eine Siegpunktkarte („Retter Catans“). Haben zwei oder mehr Spieler gleich viele Ritterpunkte, erhalten sie eine beliebige Fortschrittskarte.

Als letztes neues Spielelement können Stadtmauern gebaut werden. Für zwei Lehm kann eine Stadt ummauert werden, bei einer Räuberaktion darf der entsprechende Spieler zwei Karten mehr als üblich auf der Hand halten.

Kritik

Die Zweite Erweiterung wurde unterschiedlich aufgenommen. Während ein Großteil der Presse durchaus positiv berichtete,[16] kommt es umgekehrt auch zu schwerwiegender Kritik.[17] Neben Unzulänglichkeiten bei der Qualität des Spielmaterials wird insbesondere ein zu hoher Glücksfaktor kritisiert. Dieser entsteht einerseits durch die zu ungleich starken Fortschrittskarten, andererseits durch das zum Teil schnelle erste Auftauchen der Barbaren ohne Möglichkeit zuvor einen Ritter entsenden zu können. Schon zu Beginn des Spiels seine erste Stadt zu verlieren kommt oft einer Niederlage gleich. Um dem Rechnung zu tragen hat Klaus Teuber 2003 die Räuberregel für Städte & Ritter modifiziert: nun darf der Räuber erst versetzt werden nachdem das Barbarenschiff einmal angekommen ist. Auch die Saboteur-Regel wurde modifiziert, so dass nun zurückliegende Spieler noch eine weitere Möglichkeit haben die führenden Spieler zu bremsen.

Modifizierungen

Im Zuge der Designänderung Anfang 2003 wurde auch diese Erweiterung überarbeitet. Zum einen wurden auch hier die Spielfiguren aus Kunststoff gefertigt, zum anderen wurden die Klappkalender für den Stadtausbau durch Tableaus ersetzt in die die 15 Ausbauten eingelegt werden. Da die alten Klappkalender aber vielen Spielern besser gefallen, werden diese mittlerweile auch separat angeboten. Weil bei den Ritterfiguren die für die Aktivierung benutzten Arme häufig abbrachen, wurden 2006 die Ritter nochmals modifiziert. Statt mit einer schwenkbaren Fahne wird die Aktivierung nun durch einen abnehmbaren Helm angezeigt. Auch diese Ritter können separat bezogen werden.

Händler und Barbaren

Händler und Barbaren
Daten zum Spiel
Autor Klaus Teuber
Verlag Kosmos
Erscheinungsjahr 2007
Art Materialerweiterung
Mitspieler 2 bis 4
Dauer ca. 50-70 Minuten
Alter ab 10 Jahre

Obwohl Klaus Teuber ursprünglich geplant hatte, die Catan-Saga mit der zweiten großen Erweiterung abzuschließen, da er annahm, dass damit alle Wünsche auf Catan mehr zu erleben erfüllt seien,[18] erschien 12 Jahre nach Erstveröffentlichung des Basisspiels eine dritte offizielle Erweiterung. Bei einer Umfrage unter Spielern der Catan-Onlinewelt stellte sich der Wunsch der Spieler nach weiteren Varianten zum Grundspiel heraus. So veröffentlichte Klaus Teuber im Frühjahr 2007 diese dritte Erweiterung. Mit dieser haben die Spieler die Möglichkeit, vier Varianten und fünf Szenarien zu spielen, wobei sich die Varianten und Szenarien teilweise auch untereinander kombinieren lassen. Auch eine Kombinationen mit den Erweiterungen Die Seefahrer und Städte und Ritter ist teilweise möglich.[19]

Varianten

Neben der schon ein Jahr zuvor von Teuber auf seiner Website vorgeschlagenen Zweispielervariante Catan für Zwei erklären die Regeln als Variante ebenso den Freundlichen Räuber, also die ebenfalls vor längerer Zeit publik gemachte Variante den Räuber nur zu Spielern mit mehr als zwei Siegpunkten versetzten zu dürfen. Die Variante Hafenmeister führt ähnlich der längsten Handelsstraße und größten Rittermacht zwei Sondersiegpunkte für den Spieler mit den meisten Häfen ein. Die vierte Variante Ereignisse auf Catan ersetzt die beiden Augenwürfel durch einen Kartenstapel. Neben Zahlenwerten können nun auch bestimmte Ereignisse auftreten. Weiterhin wird eine genauere Annäherung an die Dreiecksverteilung der Würfelergebnisse erreicht.

Szenarien

Die fünf Szenarien greifen jeweils tiefer als die Varianten in die Spielmechanik ein. Bei Die Fischer von Catan wird das Wüstenfeld durch einen fischreichen See ersetzt, welcher statt Rohstoffen das Ziehen von Fischplättchen erlaubt. Diese können in unterschiedlicher Anzahl gegen weitere Aktionen eingelöst werden, so beispielsweise das Versetzten des Räubers, einen Straßenbau oder das Ziehen einer Entwicklungskarte.

Die Flüsse von Catan ergänzt das Spielfeld um im Flussbett Gold tragende Flüsse. Man erhält Gold nicht durch Würfeln beim Rohstoffertrag sondern nur durch Bau von Siedlungen und Städten an Flüssen bzw. dem Bau einer Brücke über den Fluss. Gold selbst dient einerseits als Währung und kann gegen andere Rohstoffe mit dem Vorrat getauscht werden. Andererseits erhält man durch den Besitz des meisten bzw. wenigsten Goldes die Sonderkarten „Reichster Siedler“ bzw. „Ärmster Siedler“, welche einen Siegpunkt bringen bzw. zwei kosten.

Das Szenario Die Große Karawane tauscht die Wüste gegen eine von Nomaden besetzte Oase aus. Von dieser Oase starten in drei Richtungen Kamelrouten, welche bei jedem Bau einer Siedlung oder Stadt verlängert werden. Dabei können die Spieler Wolle und Ährenbündel bieten um Einfluss auf die Karawanenroute zu nehmen. Siedlungen und Städte zählen durch eine angrenzende Karawane einen Siegpunkt mehr, Straßen zählen für die längste Handelsroute eine Straße mehr.

In dem Szenario Der Barbarenüberfall erscheinen von Schiffen aus reihenweise Barbaren an den Küstenfeldern Catans, welche von in einer Burg ausgebildeten Rittern vertrieben werden sollen. Der Räuber und die Karte „größte Rittermacht“ kommen aus dem Spiel. Dafür werden bei jedem Bau einer Siedlung oder Stadt drei Küstenfelder ausgewürfelt, auf denen neue Barbaren landen. Ist ein Feld von drei Barbaren bevölkert, wirft es keine Erträge mehr ab. Auch ein Bau von Straßen oder Siedlungen an diesem Feld ist unterbunden, ebenso geben Siedlungen und Städte, die von Barbaren umringt sind, keine Siegpunkte mehr. Barbaren können mit Hilfe von Rittern bekämpft werden, welche durch Entwicklungskarten ins Spiel kommen. Dabei werden zumeist Ritter mehrerer Spieler benötigt, die die Barbaren dann gefangen nehmen und unter sich aufteilen. Jeder gefangene Barbar zählt einen halben Siegpunkt.

Das letzte Szenario Händler und Barbaren beschreibt die Situation nach Zerstörung der Burg von Catan durch Barbaren. Als drei neue Landschaftsfelder kommen die (zerstörte) Burg, ein Marmorsteinbruch sowie eine Glashütte hinzu. Ziel ist es nun, sich mit Marmor und Glas am Wiederaufbau der Burg zu beteiligen. Die Grundregeln des Spiels werden leicht abgeändert: die längste Handelsstraße gibt keine Siegpunkte mehr, der Räuber wird entfernt. Weiterhin werden die Entwicklungskarten durch neue ersetzt. Auch kommen drei Barbaren ins Spiel. Zu Spielbeginn darf jeder Spieler statt zwei Siedlungen eine Siedlung und eine Stadt setzen, neben die Stadt platziert er einen Tross. Zum Ende des Zugs dürfen die Spieler zusätzlich ihren Tross bewegen, wobei durch Abgabe von Getreide die Reichweite erhöht werde kann. Mit diesem Tross werden Werkzeuge zum Marmorsteinbruch und Sand zur Glashütte gebracht um die benötigten Güter herzustellen, die dann zur Burg gebracht werden. Für jeden abgewickelten Transport wird man wiederum mit Gold und Siegpunkten belohnt. Gold wird einerseits benötigt, um mit seinem Tross Straßen der Mitspieler befahren zu können, andererseits kann es gegen weitere Rohstoffe getauscht werden.

Kritik

Die dritte Siedler-Erweiterung wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Während weniger Kritik zu den eigentlichen Spielprinzipien zu vernehmen ist, wird eher bemängelt, dass ein Großteil der Inhalte schon länger vor der Veröffentlichung erhältlich war. Drei der vier Varianten hat Teuber schon über seine Homepage bzw. die dort abrufbare Siedler-Zeitung veröffentlicht. Die Szenarien Die Flüsse von Catan und Der Zug der Karawane wurden schon unter dem Namen Der große Fluss bzw. Die große Karawane 2005 bzw. 2006 auf den internationalen Spieletagen in Essen verschenkt und über den Catan-Shop verteilt. Die Fischer von Catan waren in einer Ausgabe der Spielezeitschrift Spielbox enthalten. Die beiden Hauptszenarien der Erweiterung (Der Barbarenüberfall und Händler & Barbaren) sind hingegen Neuentwicklungen.

Auch wurde kritisiert, dass die Kunststofffiguren zwar spieltechnisch mit den Holzfiguren kompatibel sind, optisch aber ein Stilbruch zu erkennen ist. Dem soll Rechnung getragen werden und ab März 2008 können im Catan-Shop Figurensätze mit Holzfiguren erworben werden.

Erweiterungen für 5 und 6 Spieler

Sowohl zum Grundspiel als auch zu den zwei ersten Erweiterungen existieren Erweiterungen, welche ein Spiel zu fünft und sechst ermöglichen. Für die Händler & Barbaren-Erweiterung ist diese für 2008 geplant. Neben dem zusätzlichen Material (Siedlungen, Straßen,…) in zwei zusätzlichen Farben liegen auch weitere Landschaftsfelder bei, um die Insel angemessen vergrößern zu können.

Zusätzlich gibt es eine Regeländerung um den Spielern die Möglichkeit zu geben, die entsprechend mehr erhaltenen Rohstoffe zwischen zwei Spielzügen vor dem Räuber zu schützen: nach jedem Spielzug findet eine außerordentliche Bauphase statt, in der reihum jeder weitere Spieler Straßen, Siedlungen und Städte bauen bzw. Entwicklungskarten kaufen darf.

Das Buch zum Spielen

Nicht als offizielle Erweiterung sondern als Material- und Ideensammlung ist im Jahre 2000 Die Siedler von Catan – Das Buch zum Spielen erschienen.[20] In einem gebundenen Buch werden auf 200 Seiten 15 Szenarien und 40 Varianten des Basisspiels und der ersten beiden Erweiterungen beschrieben,[21] zusätzlich liegt diverses Spielmaterial bei.

Hervorgegangen ist das Buch aus Einsendungen von Vorschlägen an den Verlag. Dabei finden Regeln und Figuren aus der Seefahrer-Erweiterung mehr Gewicht, als Städte und Ritter, da bei letzterer die Regel komplexer und das Spielmaterial weniger abstrakt gehalten ist.[22] Die enthaltenen Szenarien haben dabei teilweise nur noch das Spielmaterial mit dem Grundspiel gemeinsam, so z.B. bei „Catan Express“, in welchem es um die Erschließung Catans mit Eisenbahnen geht.

Atlantis - Szenarien und Varianten

Unter dem Titel Atlantis – Szenarien und Varianten ist im Jahre 2005 erneut ein Variantenpaket erschienen, welches als limitierte Sonderausgabe fast ausschließlich im Paket mit dem Basisspiel erhältlich war.[23] Von den enthaltenen zehn Varianten und Szenarien sind sieben schon zuvor in Die Siedler von Catan – Das Buch zum Spielen erschienen.

Kleinere Erweiterungen

Neben den oben genannten im Spielwarenhandel erhältlichen Erweiterungen kursieren auch diverse kleinere Ergänzungen. So veröffentlichen die Catan-News – eine vom Kosmos herausgegebene Kundenzeitschrift – regelmäßig neue Varianten, wie z.B. „Kaffee für Catan“[24], in welchem als neuer Rohstoff Kaffee hinzukommt oder historische Varianten wie z.B. „Aufschwung in Ägypten“[25]. Auch Vorschläge und Regelanpassungen für ein Spiel mit zwei Basisspielen auf einer doppelt großen Karte wurden veröffentlicht.[26] Auch haben sich kleinere Erweiterungen bisher als give-away auf Messeständen oder in Spielezeitschriften eingebürgert.

Unter dem Titel „Die Siedler von Hessen“ startete im Oktober 2007 eine Deutschlandserie,[27] welche mit halbjährlichen Erscheinungen nach und nach ganz Deutschland abdecken soll. Die kostengünstigen Poster enthalten neben einem der tatsächlichen Geographie nachempfundenen Spielplan Informationen zu der jeweiligen Region. Zum Spielen wird jeweils ein Basisspiel benötigt, die Regeln bleiben nahezu unverändert. Es werden lediglich die Baumöglichkeiten für Siedlungen dahingehend eingeschränkt, dass nur an Standorten realer Städte gebaut werden darf. Im Zuge dessen wird auf die Abstandsregel verzichtet.

Zum Jubiläum der Seefahrererweiterung wurde 2007 das Szenario Die Kolonien, das schon im Buch zum Spielen enthalten war, mit leicht modifizierten Regeln und neuen Spielfiguren herausgegeben.

Weitere Spielausgaben des Basisspiels

Die Siedler sind mittlerweile in verschiedenen Ausführungen erschienen. Neben kleineren zwischenzeitlichen Anpassungen wurde im Jahr 2003 das Design des Spiels grundlegend geändert. Die Rohstofffelder und Karten bekamen neue Illustrationen, die Insel wird schon in der Basisversion mit einem stabilen Rahmen ausgeliefert und die Siedlungen, Städte und Straßen sind nicht mehr aus Holz sondern detailliert in Kunststoff ausmodelliert. Problematisch gestaltet sich dabei die Integration neuerer Erweiterungen in ältere Basisspiele, da das Material teilweise nicht zusammenpasst.

Darüber hinaus ist auch eine 3D-Version erschienen. Teuber selbst – seines Zeichens gelernter Zahntechniker[28] – modellierte als Unikat geplant eine 3D-Version der Insel aus, welche im Jahr 1998 auf der Spielemesse in Essen ausgestellt wurde. Daraufhin kam rege Nachfrage nach einer Serienfertigung auf. Es bestand damals das Angebot, in einer Sammelbestellung eine unbemalte Version für ca. 200 DM in Auftrag zu geben,[29] welche aber nicht die nötige Anzahl Bestellungen erhielt. Erst im Jahr 2005 kam dann eine handbemalte 3D-Version auf den Markt, welche in Deutschland auf 2.500 Stück limitiert inklusive der Erweiterung Städte und Ritter für ca. 280 € erhältlich war.[30] Zudem erschienen eine 3D-Ausgabe in den USA bei Mayfair Games und in den Niederlanden bei 999 Games, letztere ist inzwischen ausverkauft.[31]

Die folgende Tabelle zeigt an, in welchen Designs die einzelnen Erweiterungen produziert wurden.

Spielerweiterungen in den unterschiedlichen Designs
Erweiterung Holzversion (1995) Kunststoffversion (2003) 3D-Version (2005)
Erweiterung für 5 und 6 Spieler Ja Ja Nein
Die Seefahrer Ja Ja Nein
Die Seefahrer – Erweiterung für 5 und 6 Spieler Ja Ja Nein
Städte und Ritter Ja Ja Ja (Im Basisspiel enthalten)
Städte und Ritter – Erweiterung für 5 und 6 Spieler Ja Ja Nein
Händler und Barbaren kompatibel Ja Nein
(einzelne Elemente nutzbar)
Das Buch zum Spielen Ja kompatibel Nein
Atlantis - Szenarien und Varianten kompatibel Ja Nein
(einzelne Elemente nutzbar)

Darüber hinaus sind von der Basisversion des Spiels noch weitere Varianten erschienen, welche sich aufgrund des verschiedenen Materials zumeist nicht mit den Erweiterungen kombinieren lassen. Dazu zählt insbesondere eine für Reisen konzipierte Version in einer Travel-Box.

Die meisten ausländischen Ausgaben der Siedler orientieren sich stark an der deutschen Vorlage. In den USA und Japan wurde das Aussehen der Landschaftsfelder und Spielkarten grundlegend verändert. Bei der russischen Ausgabe unterscheiden sich nur die Getreide- und die Lehmfelder von der deutschen, es werden aber völlig andere aus Kunststoff gefertigte Spielfiguren verwendet. Die Karten für die Größte Rittermacht und längste Handelsstraße sowie die Baukostenkarten orientieren sich zwar am Design der deutschen Erstausgabe, sind aber schmäler, die Rohstoff-und Entwicklungskarten werden als Bögen geliefert und müssen vor dem ersten Spiel getrennt werden. In einigen Ländern werden mittlerweile Ausgaben mit den Landschaftsfeldern im neuen deutschen Design (seit 2003) und den Holzspielfiguren der Ausgabe von 1995 angeboten. Die japanische Version wurde zuerst 1998 von Trysoft herausgeben, das Design entsprach noch der deutschen Ursprungsversion. In dieser Form wurde es aber anders als in anderen Ländern nicht zum Bestseller. Erst als die Firma CapCom 2002 eine für japanische Tische, die wesentlich kleiner als deutsche Wohnzimmertische sind, modifizierte Version, auf den Markt brachte, wurden Die Siedler von Catan auch in Japan ein Erfolg. [32] In dieser Version sind mehrere Landschaftsfelder und die Wasserfelder miteinander verbunden - wodurch die Variabilität allerdings eingeschränkt ist - und ebenso wie die aus Kunststoff gefertigten Spielfiguren kleiner als die Trysoft-Version.

Das Universum Catan

Durch den großen Erfolg des Basisspiels und des damit vorhandenen Marktpotentials und Werbeeffekts sind zahlreiche weitere Spiele entstanden, welche entweder die Spielprinzipien des Grundspiels auf neue Geschichten portieren oder umgekehrt die Geschichte der Siedler in völlig andere Spielregeln einbetten.

Adaptionen auf neue Hintergrundgeschichten

Als erste Adaption auf eine neue Hintergrundgeschichte erschien im Jahr 1998 Alexander der Große & Cheops.[33] In dieser als eigenständiges Spiel spielbaren historischen Version sind jeweils für die beiden Szenarien „Alexander der Große“ und „Cheops“ feste Spielpläne vorgegeben. Die Regeln des Basisspiels wurden dabei nur in kleinen Teilen verändert. Ein ganz ähnliches Konzept verfolgen die danach erschienene Erweiterung Troja und die Große Mauer[34]. Hier sind ebenso feste Spielpläne mit geringen Regelanpassungen vorgegeben. Für diese Erweiterungen wird das Material des Grundspiels benötigt.

Weiter von den eigentlichen Regeln abrückend aber die Spielidee deutlich erkennbar geben sich die 1999 und 2000 erschienenen Die Siedler von Nürnberg und Abenteuer Menschheit sowie das 2006 erschienene Die Siedler von Catan - Kampf um Rom. Diese drei Spiele enthalten das komplette Spielmaterial, das Grundspiel wird zum Spielen nicht benötigt.

Von Uljö, einem Verlag, der verschiedene Spiele mit religiösem Hintergrund herausbringt, wurde 2005 Die Siedler von Kanaan herausgebenen, die zur Zeit des Alten Testaments spielen. In den USA erschienen neben The Settlers of Canaan (die Regeln unterscheiden sich von der Uljö-Version) eine weitere mit religiösem Hintergrund: die bei Inspiration Games veröffentlichten The Settlers of Zarahemla verlegen die Geschichte der Siedler in die Zeit um 310 n. Chr. Im Spiel kommen dabei einige Aspekte aus der Geschichte der Mormonen zum Tragen, ohne das im Regelheft näher darauf eingegangen wird. Das Spielprinzip ähnelt dem deutschen historischen Szenario Cheops.

Als limitierte Sonderedition erschien ein Whisky-Siedler, welches bei unveränderten Regeln und Spielaufbau die Geschichte in die schottischen Highlands verlegt und stilecht in einer klassischen Whiskydose verkauft wurde.[35][36]

Thematisch eingereihte Brettspiele mit anderen Spielprinzipien

Ohne wirklich die Grundregeln des Basisspiels aufzugreifen, wurde die Geschichte der Siedler in verschiedenen weiteren Spielen fortgeführt. So hat Teuber 1996 unter dem Titel Die Siedler von Catan - Das Kartenspiel eine Zweispielerversion veröffentlicht, zu der mittlerweile auch reichlich Erweiterungen publiziert wurden. Einen Blick in die Zukunft wirft Die Sternenfahrer von Catan, welches die Besiedelung neuer Planeten beschreibt und zu dem mit Sternenschiff Catan[37] ebenso eine Zweispielerversion existiert. Das als Kinderspiel konzipierte Die Kinder von Catan übernimmt die Geschichte des Grundspiels, bereitet die Inhalte aber nach komplett anderen Regeln für Kinder ab 4 Jahren auf. Mit Catan-Junior kam 2007 eine weitere Variante für Kinder hinzu, die Spielern ab 6 Jahren mit vereinfachten Regeln, wie dem Verzicht auf die Abstandsregel und einfacheren Tauschmöglichkeiten den Einstieg erleichtert. Die beiden Spiele Candamir und Elasund widmen sich Details der Siedlergeschichte. Candamir erzählt die Geschichte der ersten Siedler, Elasund den Bau der ersten Stadt.

Computerspiel-Umsetzungen

Neben Umsetzungen als Brettspiel sind auch verschiedene Computerspielumsetzungen erschienen. Während eine sehr schlichte erste Version namens „Compu-SIEDLER“ von einem Hobbyprogrammierer 1997 bei Kosmos eingeschickt wurde, welche der Hersteller daraufhin gegen Erstattung der Portokosten vertrieb[38], kamen recht zügig auch kommerzielle Versionen auf den Markt. Den Anfang machte eine PC-Version des Brettspiels und eine JAVA-Version, die zur Grundlage der Brettspielwelt wurde. 2001 folgte eine PC-Version des Kartenspiels, später startete T-Online mit einem kostenpflichtigen Online-Spiel das erstmals die Möglichkeit bot auch Städte & Ritter in einer lizenzierten Version zu spielen. Ab 2007 wurde diese als Catan Online Welt laufend fortentwickelte Spielplattform in Eigenregie der Catan GmbH als „PlayCatan“ fortgeführt. Darüber hinaus sind verschiedene Versionen für diverse Plattformen erschienen, so unter anderem die X-Box, N-Gage und im Mehrspielermodus verschiedene Mobiltelefone[39].

Merchandising

Neben klassischen Brett- und Computerspielen findet der Begriff „Catan“ mittlerweile auch in vielen anderen Produktsparten Verwendungen. So hat Rebecca Gablé mit ihrem gleichnamigen Roman[40] die Vorstellungen Teubers[41] über Catan als Insel um 850 zur Zeit der Wikinger literarisch umgesetzt. Darüber hinaus sind aber auch die klassischen Merchandisingartikel wie Puzzle, Badetuch oder bedruckter Kaffeebecher im vom Autor betriebenen Catan-Shop zu erwerben.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Catan-News 1/2005, S.7 f.
  2. a b c Catan News 2004, S. 8
  3. Catan-News 2002, S. 6
  4. Siehe entsprechende Unterseite auf Catan.de
  5. Catan-News 2006, S.6-7
  6. Catan News 1/2000, S. 1
  7. Catan News 1/2001, S.2
  8. Peter Gustav Bartschat „Im Zeichen des Sechsecks“, S. 36 (2005)
  9. a b Siehe Bericht der Spielezeitschrift Spielbox
  10. Catan News 1/2000, S. 2
  11. Siehe [1] (polnisch)
  12. Top-100-Spiele in Japan 2006
  13. Top-100-Spiele in Japan 2007
  14. Siehe z.B. Spielekritik bei Luding
  15. Siedler-Zeitung 1/97, S.1
  16. Siehe hierfür z.B. Online-Rezension zu "Städte und Ritter" bei Topolino oder Online-Spielerezension zu "Städte und Ritter" bei Luding
  17. Siehe Spielekritik der Speilphase
  18. Klaus Teuber, Händler & Barbaren-Regelheft
  19. Kombinationsmöglichkeiten der Szenarien von “Händler & Barbaren” untereinander und mit “Seefahrer” und “Städte und Ritter"
  20. ISBN 3-440-07709-8
  21. Catan-News 2/2000 S.1
  22. Catan-News 1/2001 S.7
  23. Siehe Atlantis – Szenarien und Varianten in der Spieledatenbank Luding
  24. Catan News 2/2000 S.4
  25. Catan News 1/2002, S.8
  26. Siedler-Zeitung 1/97 S.4
  27. Siehe Infoseite bei catan.com
  28. Catan-News 1/2000, S.1
  29. Siedler-Zeitung 2/98 S. 6
  30. Catan-News 2/2005, S.2
  31. Siehe Homepage des Niederländischen Spieleverlags 999games
  32. Peter Gustav Bartschat Im Zeichen des Sechsecks, S. 83-84 und 91
  33. Siedler-Zeitung 2/98, S.3
  34. Catan-News 1/2001 S.6
  35. Siedler-Zeitung 2/97, S.3
  36. Siehe Bericht vom 15.12.2004 bei Siedeln.de
  37. Catan-News 2/2001, S.2
  38. Siedler-Zeitung 1/97 S.5
  39. Catan-News 2004, S. 6
  40. „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé; Ehrenwirth; ISBN 3-431-03019-X
  41. Catan-News 2003, S.1
 Commons: Die Siedler von Catan – Bilder, Videos und Audiodateien