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Stadtbahn Wiesbaden

Die Stadtbahn Wiesbaden war ein Nahverkehrsprojekt in der hessischen Landeshauptstadt, dessen Idee in den 90er des letzten Jahrhunderts aufkam.

Stadtbahn Wiesbaden; geplante Linie 1
Geografische Daten
Kontinent Europa
Land Deutschland
Bundesland Hessen
Streckenbezogene Daten
Bad Schwalbach
Seitzenhahn
Bleidenstadt Bf.
Konrad-Adenauer-Straße
Hebbelstraße
Hahn Bf.
Eiserne Hand
Chausseehaus
Abzw. Aartalbahn
Simeonhaus
Polizeischule
Helmholtzstraße
Klosterweg
Hermann-Brill-Straße
Graf-von-Galen-Straße
Geschwister-Scholl-Straße
Otto-Wels-Straße
Fachhochschule
Elsässer Platz
Bismarkring
Schwalbacher Straße
Luisenplatz
Rheinstraße/Rhein-Main-Hallen
Geschwister-Stock-Platz
Hauptbahnhof
Welfenstraße
Weidenbornstraße
Hasengartenstraße

Inhaltsverzeichnis

Ursprüngliche Planung

„Linie 1“

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Reaktivierung der Aartalbahn zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden. Der Personenverkehr auf dieser eingleisigen, nichttelektrifizierten Nebenbahnstrecke wurde bereits 1983 zwischen Bad Schwalbach und Wiesbaden eingestellt. Die Planung sah vor, die Strecke zu elektrifizieren und mit Stadtbahnfahrzeugen zu befahren. Außerdem sollten neue Haltepunkte entstehen. In Kohlheck sollten die Fahrzeuge die Strecke verlassen und über Klarenthal, Fachhochschule, Innenstadt und Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Hasengartenstraße fahren, an der sich auch das neue Depot befinden sollte. Zwischen Kohlheck und Welfenstraße sollte der Fahrweg als Stadtbahn gebaut werden, vereinzelt auch als Straßenbahn. In der Welfenstraße sollten die Stadtbahnen in die Trasse eines ehemaligen Industriegleises einzweigen und so bis zur Hasengartenstraße fahren. Die zweite „Baustufe“ sah vor, die Fahrzeuge als „Tram-Trains“ über die Gleise der Deutschen Bahn AG bis zur Kaiserbrücke fahren zu lassen, wo sie wieder die Strecke verlassen sollten, über eine Stadtbahnstrecke durch das Gewerbegebiet Petersweg zu fahren und dann über Kastel und Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz zu gelangen.

Geplantes Gesamtnetz

Nach dem Bau der ersten Linie sollten weitere Strecken folgen, die teils als normale Stadtbahn ausgelegt werden sollten, teils als Zwei-System-Stadtbahn. Nach dem Karlsruher Modell sollten folgende Bahnlinien in das Netz der Stadtbahn integriert werden:

Des Weiteren sollten folgende Neubaustrecken gebaut werden:

Das Aus für die Stadtbahn

Nach der Kommunalwahl im März 2001 verloren SPD und Grüne die Mehrheit in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung. Die CDU, die sich im Wahlkampf für die Stadtbahn ausgesprochen hatte, verwarf mit Hilfe der Stimmen von FDP das Stadtbahnprojekt, obwohl die Geldmittel von Bund und Land feststanden. Als Argumente wurden zum Beispiel die Ruinierung des Wiesbadener Stadtbildes genannt, da diese angeblich „kettenbespannten Oberleitung“ benötigt. Im Frühsommer 2001 gründete sich die Bürgerinitiative „Stadtbahn-ja“, die sich als Ziel gesetzt hat, das Stadtbahnprojekt doch zu verwirklichen lassen. Hierzu hatte sie eine Unterschriftenaktion gestartet, durch die ein Bürgerbegehren durchgesetzt werden sollte. Doch die Aktion scheiterte an zu wenig Stimmen. Als Grund wurde genannt, dass die CDU gewollt die Unterschriftensammlung in den Sommerferien bewilligte. Allerdings stieß die geplante Trassenführung in vielen Stadtteilen auch auf Kritik, da sie vielfach massive Verschlechterungen gegenüber dem Ist-Zustand gebracht hätte, so dass auch Stadtbahnbefürworter die Unterschrift verweigerten. So ist das Stadtbahnprojekt noch vor einem Planungsfeststellungsbeschluss eingestellt worden.

Gegenwart und Zukunft

Im Jahre 2005 ist an mehreren Stellen der Stadt die zulässige Feinstaubkonzentrationen überschritten worden. Somit ist die Diskussion um die Stadtbahn wieder angeheizt worden, bei der sich auch der RMV mit deutlichen Worten für eine Stadtbahn in Wiesbaden ausgesprochen hat.

stadtbahn-ja.de – Bürgerinitiative, die sich für den Bau eines Stadtbahnnetzes in Wiesbaden einsetzt