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Wehrden (Weser)

Wappen Karte
DMS
Basisdaten
Kreis: Höxter
Stadt: Beverungen
Einwohner: ca. 1000
Höhe: 99 m ü. NN
Postleitzahl: 37688
Vorwahl: 05273
Geografische Lage: 51° 42' N, 9° 23' O Koordinaten: 51° 42' N, 9° 23' O

Wehrden ist eine nördliche Ortschaft der Stadt Beverungen im Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen. Der Ort hat rund 950 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Wehrden liegt im Weserbergland am linken Weserufer zwischen der Beverunger Ortschaft Blankenau und der Höxteraner Ortschaft Godelheim am Fuß des Wildberges.

Geopolitisch liegt Wehrden damit im östlichen Nordrhein-Westfalen (Ostwestfalen), im Dreiländereck mit Niedersachsen und Hessen.

Nachbargemeinden

Wehrden ist in unmittelbarer Nähe zu den Städten Beverungen und Höxter gelegen. Gegenüber von Wehrden auf der anderen Weser-Seite liegt die Gemeinde Fürstenberg (Niedersachsen) mit der Porzellanmanufaktur Fürstenberg im Renaissance-Schloss Fürstenberg.

Geschichte

Es ist davon auszugehen, dass Weredun, so die keltische Schreibweise des Ortes, weitaus älter ist, als die erstmalige Erwähnung in einer Schenkungsurkunde von 860 der hessischen Haduwy, Witwe des Billungers Amelung II., an die Reichsabtei Corvey vermuten lässt.

Von diesem Zeitpunkt an übt Corvey die Grundherrschaft über Wehrden aus. Später wird der Ort dem Adelsgeschlecht von Amelunxen als Lehen übertragen. Im Jahre 1697 errichtet der Fürstbischof von Paderborn, Hermann Werner Wolff-Metternich zur Gracht, das von Wolff-Metternich'sche Familienfideikommiss, bestehend aus den Gütern Amelunxen, Wehrden, Schirmeke und Löwendorf. Unter ihm erlebt das Dorf einen starken Aufschwung. So wird 1696 die halb verfallene ehemalige Wasserburg zum Teil abgebrochen und an gleicher Stelle das wesentlich größere Schloss errichtet. Die Erbauung der Kirche wird im Jahre 1699 vollendet.

Im 19. und 20. Jahrhundert wird der Kornackersche Saatzuchtbetrieb neben dem Gutshof der zweite große Arbeitgeber und macht den Ort Wehrden weit über die Grenzen Westfalens berühmt.

Seit 1965 verbindet Wehrden eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Ort Woignarue im Departement Somme, Picardie.

Bis 1969 war Wehrden eine eigenständige Gemeinde im Amt Beverungen. Im Zuge der Gemeindereform im Kreis Höxter schloss sich Wehrden zum 1. Januar 1970 mit der Stadt Beverungen und den zehn Gemeinden Amelunxen, Blankenau, Dalhausen, Drenke, Haarbrück, Herstelle, Jakobsberg, Rothe, Tietelsen und Würgassen zur neuen Stadt Beverungen zusammen.

Wappen

Das alte gold über rot geteilte Wappen von Corvey bildet die Grundfarben. Ein gewelltes blaues Feld im unteren Teil symbolisiert die Weser, während der Wolf im oberen Feld aus dem Wappen des Fürstbischofs Wolff-Metternich, dem Erbauer von Schloss und Kirche zu Wehrden stammt. Der Bischofsstab erinnert an die vielen Verbindungen mit der Abtei Corvey und dem Bistum Paderborn, die Kornblume an Wehrden als Blumendorf zur Zeit des Kornackerschen Samenzuchtbetriebes.

Bauwerke

Nah an der Weser befindet sich das Schloss Wehrden aus dem Jahr 1699 mit dem seit 1992 als Wohnanlage genutzten ehemaligen Gutshof. Der romantische alte Turm neben dem Schloss war Lieblingsplatz der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die oft in Wehrden weilte.

Zwischen Schloss und Ort Wehrden liegt die katholische Kirche „Heilige Familie und Heiliger Stephanus“, die im Auftrag des Fürstbischofs Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Architekt der beiden Bauwerke war Ambrosius von Oelde.

Park

Zum Schloss gehörig ist ein alter, privat genutzter Park, sowie der angrenzende öffentliche „Neue Park“ von 1895, der bis an den Weser-Radwanderweg [R99] reicht.

Im Park des Schlosses sind folgende Bäume als Naturdenkmal ausgewiesen:

Wirtschaft und Infrastruktur

In Wehrden sind ein holzverarbeitender Betrieb, zwei Baumpflege-Betriebe, landwirtschaftliche Betriebe und die E. Weyrath Schule für Lernbehinderte angesiedelt.

Verkehr

Wehrden liegt unterhalb der Bundesstraße 83, die von Bückeburg kommend entlang der Weser nach Bebra führt. Die nächsten Anschlussstellen zu den Bundesautobahnen A 7 (Nörten-Hardenberg) und A 44 (Warburg) sind 54 bzw. 35 km entfernt.

Wehrden besitzt als einzige Ortschaft Beverungens einen Bahnhhaltepunkt. Mit der Sollingbahn (Kursbuchstrecke 356) besteht eine Anbindung im 2-Stunden-Takt in Richtung Ottbergen und Bodenfelde; von Bodenfelde fährt der Zug entweder nach Northeim oder Göttingen. In Ottbergen besteht Anschluss in Richtung Altenbeken, Paderborn und Holzminden. Bis 1984 war der Bahnhof Wehrden Kreuzungsbahnhof zwischen der Sollingbahn und der Bahnstrecke Holzminden–Scherfede. Das inzwischen abgerissene Empfangsgebäude befand sich in Insellage zwischen beiden Strecken.

Der Anlegepunkt der Oberweserdampfschifffahrt befindet sich direkt am Dorfanger bei der Gaststätte „Altes Fährhaus“. Eine alte flußgetriebene Personenfähre (Gierseilfähre) zum gegenüberliegenden „Eulenkrug“ lädt die Radwanderer zum Wechsel in das benachbarte Niedersachsen ein.

Nächstgelegene Verkehrsflughäfen sind Paderborn-Lippstadt und Kassel-Calden.

Ortsvereine

Zur 2002 gegründeten Vereinsgemeinschaft Wehrden gehören: