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Narva (Stadt)

Wappen Karte
Basisdaten
Kreis: Ida-Viru
Fläche: 84,54 km²
Einwohner: 67.497 (2007)
Bevölkerungsdichte: 798,4 Einwohner je km²
Höhe: 25 m ü. NN
Postleitzahlen: 20201 - ?????
Vorwahl: 035
Geografische Lage: 59° 22' 8" N, 28° 11' 14" O Koordinaten: 59° 22' 8" N, 28° 11' 14" O
Kfz-Kennzeichen: N
Adresse der
Stadtverwaltung:
Peetri pl. 5
20308 Narva
Offizielle Website: www.narva.ee
E-Mail-Adresse: narvalv@Narva.ee
Politik
Bürgermeister: Tarmo Tammiste (Keskerakond)

Narva (deutsch Narwa) ist die drittgrößte Stadt Estlands. Sie ist das Zentrum der großen russischen Minderheit Estlands, zu der ca. 95% der Einwohner Narvas gehören. Narva ist eine wichtige Industriestadt Estlands und hat mit großen ökologischen Problemen zu kämpfen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Narva und Umgebung

Narva ist die östlichste Stadt Estlands an der Grenze zu Russland am Fluss Narva, der hier den Grenzfluss bildet und in der Nähe der Stadt in die Ostsee mündet. Die Nachbarstadt Narvas auf russischer Seite ist Iwangorod.


Geschichte

Durch seine günstige Lage war Narva schon im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz. In der Nowgoroder Chronik wird die Siedlung 1171 erwähnt. 1302 erhielt sie Stadtrecht. Die Dänen verkauften das Gebiet 1346 an den Deutschen Orden. Nach dessen Auflösung kam Narva unter schwedische Herrschaft.
Mit der Schließung des Hanse Kontors Peterhof in Nowgorod durch Zar Iwan III. nahm die Bedeutung Narvas für den Handel nochmals zu. Während des Großen Nordischen Krieges fand am 20. November 1700 hier die Schlacht von Narva statt, in der die russische Armee unter Peter I. eine verheerende Niederlage erlitt. Nach der Reorganisierung seiner Truppen eroberte Peter jedoch 1704 (→ Belagerung von Narva) Narva und verleibte große Gebiete des Baltikums dem Russischen Reich ein.
Im 19. Jahrhundert verlor Narva seine Bedeutung als Hafenstadt und entwickelte sich zu einem Zentrum der Textilherstellung (Das Unternehmen Kreenholm hat lange Zeit eine erhebliche Rolle für die Stadt gespielt). Von 1918 bis1940 gehörte die Stadt zu Estland, danach bis 1991 zur Estnischen SSR. Narva wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört, die historischen Bauten wurden danach in der Regel nicht wieder aufgebaut. Das Stadtbild wird heute von Wohnblöcken mit unverputzten Ziegelfassaden geprägt, die in sowjetischer Zeit gebaut wurden. In dieser Zeit kamen viele russische Zuwanderer in die Stadt, aber auch aus anderen Unionsrepubliken wurden Arbeiter für die Narvaer Industriebetriebe angesiedelt, während die evakuierte estnische Bevölkerung lange Zeit nicht zurückkehren durfte. Daher rührt der heutige hohe russischsprachige Bevölkerungsanteil.

Nach der Gründung von Iwangorod auf dem anderen Ufer der Narva im Jahr 1492 entstand über viele Jahrzehnte eine enge Beziehung zwischen den beiden Städten. In der Zeit der ersten Unabhängigkeit Estlands von 1918-1940 lag auch Iwangorod auf estnischem Territorium, da die Grenze zur damaligen Sowjetunion weiter östlich lag. Nach der Okkupation Estlands durch die Sowjetunion 1940 und Konstituierung der Estnischen SSR wurde der Narvafluss zur Grenze zwischen den damaligen Unionsrepubliken Estland und Russland. Mit der erneuten Unabhängigkeit Estlands 1991 entstand wieder eine bewachte Grenze, die seit dem Beitritt Estlands zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 Außengrenze der EU ist.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Bauwerke


Parks

Am Stadtrand von Narva liegt, direkt am Grenzfluss Narva, ein deutscher Kriegsgräberfriedhof, der bereits 1943 von der deutschen Wehrmacht angelegt wurde. Er wird seit der Mitte der 1990er Jahre vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut und unterhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch Narva verlaufen sowohl die wichtigste Fernstraße von Tallinn nach Sankt Petersburg als auch die Haupteisenbahnlinie, die vor allem im Güterverkehr mit Russland bedeutsam ist. Im Eisenbahnpersonenverkehr fahren momentan (2007) nur zwei Zugpaare: Narva-Tallinn und Moskau-Narva-Tallinn. Wie überall in Estland hat der Busverkehr einen größeren Anteil im Personenverkehr.

Ansässige Unternehmen

Eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben Narvas spielt das 1857 gegründete Textilunternehmen Kreenholm, das heute zur schwedischen Boras Wäfveri AB gehört.

Medien

Die Zeitung "Narva Postiljon" ist mit 5.000 Exemplaren die einzige der Stadt. Sie wird einmal pro Woche (am Samstag) in estnischer Sprache herausgegeben. Zweimal wöchentlich erscheint sie unter dem Namen "Narvskaja Gazeta" auf russisch.


Bildung

In Narva gibt es eine Außenstelle der Universität Tartu, das Narva Kolledž, wo hauptsächlich Lehrer ausgebildet werden. Unterrichtssprache ist vor allem Russisch.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


Literatur

Fotogeschichte Narvas. Kataloog. Katalog. Tallinn, 1997

siehe auch