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Europäisches Jugendtreffen

Die Europäischen Jugendtreffen sind jährliche Großveranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene, die von der ökumenischen Communauté de Taizé organisiert werden. Jeweils zum Jahreswechsel organisiert die Communauté de Taizé in einer europäischen Großstadt im Rahmen des Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde ein Jugendtreffen. Der Termin ist seit einigen Jahren immer vom 28. Dezember bis 01. Januar, sofern nichts dazwischen kommt. Da der 28. Dezember in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt (an dem der Empfang für die gastgebenden Kirchengemeinden schwierig zu bewerkstelligen wäre), wird das Treffen am Ende dieses Jahres in Brüssel vom 29. Dezember bis zum 01. Januar stattfinden.

Der Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde ist ein Pilgerweg im übertragenen Sinn. Die ökumenische Communauté de Taizé möchte durch die jährlichen Jugendtreffen ihre Idee des weltumspannenden Vertrauens unter die Menschen bringen. Als Pilger werden hierbei die zahlreichen Jugendlichen angesehen, die sich aus Europa und der ganzen Welt auf den Weg in diese Städte machen. Die Treffen finden nach Möglichkeit abwechselnd im Osten und Westen Europas statt, was aber aus organisatorischen Gründen nicht immer möglich ist.

Die Zusammensetzung der Teilnehmer ist (seit Zusammenbruch des Ostblocks) meist sehr ähnlich. Der größte Teil der Gäste kommt aus Polen (oft um die 50%). Der Rest teilt sich - je nach Veranstaltungsort und Kaufkraft des Herkunftslandes - auf die restlichen europäischen Länder auf. Dabei ist zu beobachten, dass weniger Osteuropäer kommen, wenn der Veranstaltungsort weit im Westen liegt. Seit vielen Jahren kommen auch außereuropäische Gäste zum Jugendtreffen, häufig aus Lateinamerika und Asien.

Inhaltsverzeichnis

Unterkunft

Die Jugendlichen werden vorrangig in Gastfamilien, bei Notwendigkeit aber auch in Schulen und Turnhallen untergebracht. Die örtlichen christlichen Gemeinden sind Hauptträger der Mikroorganisation des Treffens. Die teilnehmenden Jugendlichen werden zentral gleichmäßig den Gemeinden zugeteilt, wobei auf eine gesunde Mischung nach Herkunft und Sprache geachtet wird. Um der Menge an Gästen und der Ankunftszeit gerecht zu werden, bekommen Gäste, die früh ankommen Unterkünfte außerhalb der jeweiligen Stadt. Somit werden Jugendliche, die am Anreisetag spät ankommen innerhalb der Stadt untergebracht und haben somit die Möglichkeit, noch am Abend das erste große Taizégebet zu besuchen. In den Gemeinden werden die Jugendlichen dann den einzelnen Unterkünften zugeteilt.

Tagesablauf

Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück in den Gastfamilien bzw. Unterkünften und einem eröffnenden, kleinen Taizégebet in der lokalen Kirchengemeinde. Anschließend wird zu einem Bibelgespräch bzw. zu einem Gespräch über den Brief aus Taizé geladen. Dabei helfen diejenigen Jugendlichen mit, die mehrere Sprachen sprechen. Mittags sammeln sich die Teilnehmer auf dem Messegelände der Stadt, wo die zentralen Gebets- und Gesprächsveranstaltungen stattfinden. Vorher gibt es ein einfaches Mittagessen.

Am Nachmittag gibt es themenbezogene Gruppen oder nationale bzw. sprachraumbegrenzte Treffen. Jedoch nutzen auch viele Jugendliche den einen oder anderen Nachmittag, um die gastgebende Stadt zu entdecken. Am Abend gibt es wieder ein einfaches Abendessen in den Messehallen und ein abschließendes Taizégebet.

Die meisten Veranstaltungen werden in mehrere Sprachen übersetzt bzw. in verschiedenen Sprachen vorgetragen.

Den Silvesterabend bzw. Jahreswechsel gestalten die Kirchengemeinden dezentral. Er beginnt mit einem Gebet für den Frieden von 23:00 bis kurz vor Mitternacht, um so den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, das Jahr eingebettet in den Pilgerweg des Vertrauens zu beginnen. Danach gibt es ein großes Fest der Nationen, das manchmal spontan, manchmal nach monatelanger Vorbereitung als Disco mit DJ, mit Livemusik einer Band oder mit Spielen, die die Gäste aus ihrem Heimatland mitbringen, gestaltet wird. Die Gäste aus jeder in der Kirchengemeinde empfangenen Nation sind angehalten, einen kleinen inhaltlichen Beitrag zum Fest der Nationen zu leisten.

Am Neujahrstag wird versucht, dass alle Gäste - auch die aus den Gemeinschaftsunterkünften - bei einer Familie zu Mittag essen können, um einen Austausch zwischen Gästen und Gastgebern zu ermöglichen.

Ziele

Neben den geistlichen Impulsen und der internationalen Begegnung ist auch das Kennenlernen der kirchlichen Situation des Gastlandes sowie der Gastfamilien ein Ziel der Treffen. Es ist das Ziel der Communauté, dass die aus den Treffen erwachsenden Impulse in das Gemeindeleben der Teilnehmer übergehen, indem die Jugendlichen neu ermutigt werden, sich am kirchlichen Leben ihrer Heimat zu beteiligen.

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen wird die Infrastruktur der Gaststadt, vor allem der Stadtverkehr, häufig bis an ihre Grenzen belastet, so dass nur Großstädte für diese Veranstaltungen in Frage kommen. In Paris 1994/95 wurden die Teilnehmer beispielsweise aufgefordert, das Messegelände von drei verschiedenen U-Bahn-Linien her zu erreichen, weil die Metro durch die vielen Teilnehmer überlastet war.

Zu den Treffen verfasste Frère Roger jedes Jahr einen Brief an die Jugendlichen. Er dient während des ganzen folgenden Jahres zum Gespräch und Nachdenken bei den Jugendtreffen in Taizé wie in den Gemeinden, aus denen die Jugendlichen angereist sind. Während 2005/2006 noch der letzte, unvollendet gebliebene Brief von Frère Roger veröffentlicht wurde, übernahm nach dessen Tod sein Nachfolger als Prior, Frère Alois, diese Aufgabe.

Ehrenamtliche Helfer

Das Europäische Jugendtreffen wird vorbereitet durch eine kleine Gruppe von Brüdern und Langzeitfreiwilligen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort. Das Treffen selbst wird dann von zahlreichen freiwilligen Helfern mitgestaltet, die zwei Tage früher (also bereits am 26.12.)anreisen. Diese Freiwilligen übernehmen unter anderem die Aufteilung der Gäste in die Kirchengemeinden, die Betreuung der Gäste vor Ort, die Gestaltung von Gruppenunterkünften, das Austeilen von Essen und die Aufgabe von Ordnern während der Gebete. Eine besondere Aufgabe bildet die Mitarbeit als Instrumentalist oder Sänger in einem Orchester oder Chor für die großen, zentralen Taizégebete. Als solcher ist man auch etwas vom Rest der Teilnehmer abgeschottet, um konzentriert arbeiten zu können.


Titel des Briefes Jahr Ort Teilnehmer
"" 2008/2009 Brüssel
"Brief aus Cochabamba" 2007/2008 Genf 40.000
"Brief aus Kalkutta" 2006/2007 Zagreb 40.000
"Unvollendeter Brief" 2005/2006 Mailand 2 50.000
"Eine Zukunft in Frieden" 2004/2005 Lissabon 40.000
"An den Quellen der Freude" 2003/2004 Hamburg 55.000
"Gott kann nur lieben" 2002/2003 Paris 5 80.000
"Liebe und sage es durch dein Leben" 2001/2002 Budapest 2 70.000
"Ahnst du ein Glück?" 2000/2001 Barcelona 3 80.000
"Erstaunte Freude" 1999/2000 Warschau 70.000
"1999-2001" 1998/1999 Mailand 100.000
"Ungeahnte Freude" 1997/1998 Wien 2 80.000
"Vom Zweifel zu ungetrübter Gemeinschaft" 1996/1997 Stuttgart 70.000
"Leben, um zu lieben" 1995/1996 Breslau 2 70.000
"Staunen und lieben" 1994/1995 Paris 4 105.000
"Von Neubeginn zu Neubeginn" 1993/1994 München 80.000
"Brief von den Philippinen (Zu einer Freude erwachen)" 1992/1993 Wien 105.000
"Eine Liebe, der Freiheit entspringt" 1991/1992 Budapest 75.000
"Brief aus Prag" 1990/1991 Prag 80.000
"Quellen des Vertrauens" 1989/1990 Breslau 50.000
"Brief aus Russland" 1988/1989 Paris 3 33.000
"Brief aus Äthiopien" 1987/1988 Rom 3 24.000
"Brief von den Quellen" 1986/1987 London 2 19.000
"Brief aus Madras" 1985/1986 Barcelona 2  
"Brief aus der Wüste" 1984/1985 Köln  
Brief aus Haiti 1983/1984 Paris 2  
Brief aus den Katakomben 1982/1983 Rom 2  
"Brief aus Warschau" 1981/1982 London 20.000
"Brief aus Italien" 1980/1981 Rom 30.000
"Brief aus Temuco (Brief an alle Gemeinschaften)" 1979/1980 Barcelona 15.000
"Brief aus Afrika (Staunen einer Liebe)" 1978/1979 Paris 15.000