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Herrschaft Westerburg

Die Herrschaft Westerburg, ein kleines Gebiet um die heutige Stadt Westerburg im Westerwald, ist 1209 erstmals urkundlich bekundet. Die dortige gleichnamige Burg, die jedoch wohl schon wesentlich früher erbaut worden war und 1192 erstmals urkundlich erwähnt ist, wurde Stammsitz der Herren von Westerburg, eines Zweigs der Herren von Runkel.

Inhaltsverzeichnis

Gründung und Anfangsgeschichte

Siegfried III. von Runkel erwarb durch seine Heirat mit einer Gräfin aus dem Hause der Leininger sowohl Westerburg als auch die Vogtei über das Stift St. Severus in Gemünden und nannte sich seither Siegfried von Runkel und von Westerburg. Zwei seiner Söhne beerbten ihn: Siegfried IV. von Runkel, der in Westerburg residierte, und Dietrich I. von Runkel, der in Runkel saß. Schon um 1250 begannen Familienstreitigkeiten, die unter Siegfrieds Enkeln spätestens im Jahre 1288 zur endgültigen Trennung der Herrschaften Runkel und Westerburg führten. Dietrichs Sohn Siegfried V. von Runkel verdrängte seinen Vetter Heinrich aus Runkel, und dieser, ein Sohn Siegfrieds IV., nannte sich fortan Heinrich II. von Westerburg. Er bekräftigte die Feindschaft durch den Bau der 1288 erstmals erwähnten Burg Schadeck auf dem Runkel gegenüberliegenden Nordufer der Lahn. Durch seine Ehe mit Agnes, Tochter des Gerhard von Limburg, gewann Heinrich auch die Herrschaft Schaumburg und ein Sechstel der Herrschsft Cleeberg.

Auf Heinrich von Westerburg folgten sieben Generationen von direkten Nachkommen als Herren von Westerburg:

Die Herrschaft stand, wie auch die anderen kleineren Herrschaften zwischen Rhein, Main und Sieg, fast ständig unter dem Druck des Erzstifts Trier und der expansiven Grafen von Nassau, und das Haus Westerburg suchte sich daher durch eheliche Verbindungen mit den anderen Häusern der Gegend abzusichern, so u.a. mit Isenburg, Limburg, Solms, Merenberg, Sayn, Virneburg, Leiningen, Wied, Cronberg, Diez, Weilnau, Runkel und auch Nassau-Wiesbaden).

Verschmelzung mit Leiningen

Als mit dem Tode von Graf Hesso von Leiningen-Dagsburg am 8. März 1467 dieser Zweig der Leininger Grafen im Mannesstamm ausstarb, erbte seine Schwester Margarete, verheiratet mit Reinhard III. von Westerburg, den größeren Teil des Besitzes dieser älteren Hauptlinie der Leininger, und die Westerburger nannten sich seitdem Leiningen-Westerburg. Als Gräfin Margarethe 1470 starb, fiel ihr gesamtes Westerburger und Leininger Erbe an ihren Enkel Reinhard IV., der sich ab 1475 mit kaiserlicher Genehmigung Graf Reinhard I. zu Leiningen-Westerburg nannte und seinen Sitz in die Leininger Grafschaft verlegte. Sein Sohn Kuno III. († 1547) hatte drei Söhne, die die drei Linien des Geschlechts begründeten.

Sitz von Leininger Nebenlinien

Erst ab 1557 war Westerburg dann wieder Sitz von Nebenlinien des sich wiederholt aufspaltenden Hauses der Leininger. Unter Reinhards Enkeln entstanden die drei Zweige Leiningen-Leiningen, Leiningen-Westerburg und Leiningen-Schaumburg. Reinhard II. zu Leiningen-Westerburg (* 1530, † 1584) residierte ab 1557 in Westerburg, aber die Linie Leiningen-Westerburg erlosch schon 1597 mit seinen Söhnen Albrecht Philipp (* 1567, † 1597) und Johann Ludwig (* 1572, † 1597). Sie wurde von der Linie Leiningen-Schaumburg beerbt, die sich ab 1695 ebenfalls weiter verzweigte und von der heute noch zwei Nebenlinien existieren, Leiningen-Westerburg-Altleiningen und Leiningen-Westerburg-Neuleiningen.

Ende

1806 wurde Westerburg im Zuge der napoleonischen Umgestaltung der deutschen politischen Landkarte dem Herzogtum Berg zugeschlagen, kam aber dann schon 1813/1815 an das Herzogtum Nassau und 1866 mit der Annexion Nassaus an Preußen. Seit 1946 gehört das Gebiet der ehemaligen Herrschaft Westerburg zu Rheinland-Pfalz.

Mitglieder des Hauses

Quellen und Weblinks