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Frojach-Katsch

Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murau (MU)
Fläche: 38,89 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 14° 18′ OKoordinaten: 47° 8′ 0″ N, 14° 18′ 0″ O
Höhe: 762 m ü. A.
Einwohner: 1247 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8841 (Frojach), 8842 (Katsch)
Vorwahl: 03588
Gemeindekennziffer: 6 14 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Frojach 86
8841 Frojach-Katsch
Offizielle Website:
www.frojach-katsch.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Schnedl (SPÖ)
Gemeinderat: (2005)
(15 Mitglieder)
7 SPÖ, 5 ÖVP, 2 Namensliste 2000, 1 FPÖ
Lage Frojach-Katschs im Bezirk Murau

Frojach-Katsch ist eine Gemeinde im Bezirk Murau in der Steiermark. Im Jahr 1968 entstand sie durch die Zusammenlegung der Gemeinden Frojach und Katsch.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Frojach-Katsch liegt zentral in Murau, und ist 10 km von der Bezirkshauptstadt entfernt. Es ist mit einer Fläche von 38,89 km² die vierzehntgrößte Gemeinde im Bezirk. Es umfasst die Ausläufer des steirischen Katschtals sowie einen Teil des oberen Murtals. Der Ort Katsch liegt in den Schladminger Tauern (Niedere Tauern) und Frojach in den Gurktaler Alpen. Diese zwei Untergruppen der Ostalpen werden durch die Mur getrennt.

Gemeindegliederung

Bevölkerungsverteilung 2001 [1]
Frojach 667
Katsch 581

Die Gemeinde Frojach-Katsch besteht aus den zwei Katastralgemeinden Frojach und Katsch und den Ortschaften Saurau und Pux, die bereits vor der Zusammenlegung zu Frojach gezählt wurden.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinde im Westen entlang der B96 (Murauer Straße - Richtung Murau) ist Triebendorf, im Nordwesten liegt Sankt Peter am Kammersberg, im Nordosten - auf der anderen Seite des Pleschaitz - liegen die Gemeinden Oberwölz Umgebung und Niederwölz, im Osten entlang der B96 (Richtung Scheifling) liegt Teufenbach, im Süden grenzt Frojach-Katsch an Sankt Blasen.

Gebirge

Frojach-Katsch liegt in einer Großgruppe der Zentralalpen in den Ostalpen. Die Gemeinde wird von der Mur durchflossen, welche die Grenze zwischen den Niederen Tauern und den Gurktaler Alpen ist. Somit liegt die Ortschaft Katsch (und Pux) in den Schladminger Tauern und Frojach (und Saurau) in den Gurktaler Alpen. Der Pleschaitz ist mit 1797 Metern der höchste Berg der Gemeinde, und liegt an der Grenze zwischen Katsch und Oberwölz Umgebung. Der Puxberg ist ein weiterer wichtiger Berg der Gemeinde, in seinem Südhang liegt das Puxerloch. Im Süden der wird die Gemeinde vom Reuterbichl (1343 Meter - südlich von Saurau) und vom Blasenkogl (1602 Meter - in Frojach) von Sankt Blasen getrennt.[2]

Flüsse und Gewässer

Wichtigster Fluss im Gemeindegebiet von Frojach-Katsch ist die Mur, die das Gemeindegebiet im Westen betritt und im Osten verlässt. Sie ist teilweise die geographische Grenze zwischen Frojach und Katsch. Ein weiteres Gewässer ist der Katschbach, der ein Zubringer der Mur ist, und an der Grenze zwischen Frojach und Katsch in die Mur mündet.

Geschichte

Namensgeschichte

Der Name Katsch wird erstmals 982 urkundlich erwähnt, damals allerdings als Chaczi oder Chats. Da der Ort ab Mitte des 11. Jahrhunderts zu einer wichtigen Handelsmetropole wurde, wird er später mehrmals erwähnt in der Form Chatissa.[3] Frojach wurde Mitte des 12. Jahrhunderts das erste Mal urkundlich erwähnt in der Form Froiach. Die handschriftliche Urkunde wurde im Stift Sankt Lambrecht verfasst, und wird in der Universitätsbibliothek Graz verwahrt.[4]

Bevölkerung

Bevölkerungsstruktur

Bevölkerungsentwicklung
Daten lt. Statistik Austria (Volkszählung 2001)

In der Gemeinde Frojach-Katsch lebten im November 2004 1264 Menschen. Laut der Volkszählung 2001 waren 98,4 % der Bevölkerung im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 95,9 % der Einwohner, 1,8 % waren ohne religiöses Bekenntnis. Die Altersstruktur von Frojach-Katsch war 2001 gegenüber dem Durchschnitt des Landes Steiermark deutlich jünger. So waren 2001 20,6 % der Einwohner Frojach-Katschs jünger als 15 Jahre (Gesamtsteiermark: 16,2 %) und 60,4 % zwischen 15 und 59 Jahre alt (Gesamtsteiermark: 61,5 %). Der Anteil der Einwohner mit mehr als 59 Jahren lag mit 19 % unter dem Landesschnitt von 22,3 %.[5] [6]

Bevölkerungsentwicklung

Bis ins 14. Jahrhundert wuchs die Bevölkerungszahl der Gemeinde, da es eine gute Infrastruktur und eine ertragreiche Landwirtschaft gab. Um 1450 setzte dann jedoch ein Siedlungsrückgang und ein Bauernsterben ein, das durch eine langandauernde Agrarkise, durch eine ungünstige Klimaveränderung und durch Seuchen wie die Pest ausgelöst wurde. Dieser Rückgang ist bis ins 15. Jahrhundert bemerkbar. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es wieder einen Rückgang der Bevölkerungszahl, da die Bauern ihren Landbesitz stets vergrößerten und somit andere Bauern aus dem Gebiet verdrängten. Seit etwa 1900 ist die Bevölkerungszahl wieder stabil.[7]

Politik

Der Gemeinderat als oberstes Gremium der Gemeinde umfasst 15 Sitze und wird alle fünf Jahre im Zuge steiermarkweiter Gemeinderatswahlen gewählt. In der konstituierenden Sitzung nach der Wahl wird der Gemeindevorstand (Bürgermeister, Vizebürgermeister, Gemeindekassier) von den neuen Gemeinderäten gewählt. Amtierender Bürgermeister ist seit 2005 Wilhelm Schnedl.

Die stärkste Kraft in der Gemeindepolitik ist seit der Wahl 2005 erstmals die SPÖ. Von der Zusammenlegung der Gemeinden im Jahr 1968 bis 2005 war stets die ÖVP die mandatsstärkste Partei, die auch die Bürgermeister stellte. [8]

Wappen

Die steirische Landesregierung verlieh am 22. Mai 1978 mit Wirkung vom 1. August 1978 der Ortsgemeinde Frojach-Katsch ein Gemeindewappen, das folgendermaßen zu beschreiben ist: Im roten Schild ein goldgesäumter schwarzer Balken, der im Mittelteil mit einem goldenen norischen Gürtelbeschlag belegt ist. Ein bronzener norischer Gürtelbeschlag aus provinzialrömischer Zeit, der im Gemeindegebiet gefunden wurde, greift in Gold auf Schwarz die Farben des Römisch-Deutschen Reiches auf, mit Rot erinnert das Wappen an die Farbfreudigkeit norischer Frauentrachten.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Burgruine Katsch

Bereits im 9., 10. und 11. Jahrhundert wird die Burg urkundlich erwähnt, was den Schluss zulässt, dass sie schon von den Karolingern erbaut wurde. Am 6. Mai 1007 schenkte König Heinrich II. dem Bistum Freising ein ausgedehntes Königsgut in der damals karantanischen Steiermark, welches das Wölzertal bis Lind und das ganze Gebiet zwischen Katschbach, Mur, Rantental und der Linie Schöder-Rinegg umfasste.

Die Herrschaft Katsch mit Burg und Grundbesitz wurde jedoch später dem freisingischen Gut entfremdet. Auch andere Teile des freisingischen Gutes im Katschtal gingen später verloren.

In mehreren Geschichtswerken ist nachzulesen, dass die Burg Katsch durch ein starkes Erdbeben am 4. Mai 1201 zerstört worden sei. Nach neuen wissenschaftlichen Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass die Burg nicht zerstört wurde.[10][11]

Die Burg verfällt seit Mitte des 18. Jhdts. stetig, doch der im Jahr 2001 gegründete Verein zur Rettung der Ruine Katsch will diesem Prozess entgegenwirken und den jetzigen Zustand der Ruine erhalten.

Römerweg Katsch an der Mur

Der Römerweg, der im Gemeindegebiet von Frojach-Katsch noch recht gut zu sehen ist, führte über Katsch-Oberdorf, Althofen, St. Peter/Kammersberg und Feistritz stets an der Westseite des Tales über den Sölkpass, wo er sich im Ennstal mit der römischen Straße vereinigte, welche die beiden Tauernstraßen zwischen Stiriate (Liezen) und Anis (Altenmarkt) verband.

In Katsch fand man in einem Steinbruch Mauerreste und Gefäße. Bei diesen Ausgrabungen in den Jahren 1928 und 1929 wurde ein frührömisches Gräberfeld mit 30 Brandgräbern und sieben Skelettbestattungen freigelegt.

Ein weiterer Zeuge einer römischen Vergangenheit am "Murboden" ist der Römerstein, der an der Seitenwand im Inneren der Kirche von Frojach angebracht ist und der Sage nach den Erzieher Neros, also Seneca, darstellt. Seneca soll in Triebendorf, etwa 5 km westlich von Frojach, in Verbannung gelebt haben

Puxerloch

siehe auch: Puxerloch
Die im Volksmund als Puxerloch bezeichneten beiden Höhlenburgen Luegg und Schallaun sind die beiden einzigen noch erhaltenen Höhlenburgruinen in Österreich. 100 Meter über dem Boden steigt die fast senkrechte Südwand des Berges Pleschaitz bzw. des ihm vorgelagerten Puxberges auf. In dieser sind die Reste der beiden Höhlenburgen Luegg und Schallaun. In der größeren Höhle befand sich die Burg Luegg, welche heute noch zugänglich ist. Die Höhle ist mit einer Mauerwand abgeschlossen, im Inneren lagen früher die Wohnräume.

"Club 760" - Schmalspurmuseum

1978 errichtete der Club 760 "Freunde der Murtalbahn" auf einem von der Diözese Graz-Seckau gepachteten Grundstück ein Schmalspurmuseum in der Nähe des Bahnhofes Frojach. Auf einer Fläche von 360 m² in einer mit drei Gleisen ausgestatteten Halle befinden sich als besondere Raritäten die erste Heißdampflokomotive Österreichs sowie der ehemalige Hofsalonwagen der Salzkammergut-Lokalbahn und eine weitere betriebsfähige Dampflokomotive. Die Spurweite der österreichischen Schmalspurbahnen beträgt ebenso wie die der bosnischen Spur 760 mm. [12]

Vereinswesen

In Frojach-Katsch sind zur Zeit 15 Vereine (2007) gemeldet.[13] Der älteste Verein Frojach-Katschs ist die freiwillige Feuerwehr, die 1840 gegründet wurde.

Fußnoten

  1. Statistik Austria (Wohnbevölkerung nach Ortschaften)
  2. Digitaler Atlas der Steiermark
  3. Sepp Genta: Chatissa - Katsch. Ein Beitrag zur Geschichte von Katsch. 1957.
  4. Walter Brunner: Frojach-Katsch: Vielfalt und Einheit der langen Geschichte eines kleinen Lebensraumes. S. 36ff
  5. Statistik Austria - Volkszählung
  6. Statistik Austria (Demografische Daten)
  7. Walter Brunner: Frojach-Katsch: Vielfalt und Einheit der langen Geschichte eines kleinen Lebensraumes. S. 39
  8. Walter Brunner: Frojach-Katsch: Vielfalt und Einheit der langen Geschichte eines kleinen Lebensraumes. S. 224
  9. Walter Brunner: Frojach-Katsch: Vielfalt und Einheit der langen Geschichte eines kleinen Lebensraumes. S. 268
  10. Walter Brunner: Frojach-Katsch: Vielfalt und Einheit der langen Geschichte eines kleinen Lebensraumes. S. 157
  11. Das Erdbeben von 1201, Raum Katschberg
  12. Walter Brunner: Frojach-Katsch: Vielfalt und Einheit der langen Geschichte eines kleinen Lebensraumes. S. 285
  13. Vereine der Gemeinde Frojach-Katsch

Literatur