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Urbach (Westerwald)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 34′ N, 7° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Puderbach
Höhe: 281 m ü. NN
Fläche: 11,26 km²
Einwohner: 1548 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56317
Vorwahl: 02684
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 074
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 13
56305 Puderbach
Webpräsenz:
www.urbach-ww.de
Ortsbürgermeisterin: Brigitte Hasenbring

Urbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Puderbach an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Puderbach hat.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt südwestlich von Puderbach im Naturpark Rhein-Westerwald.

Gemeindegliederung

Urbach besteht aus den beiden Ortsteilen Urbach-Kirchdorf und Urbach-Überdorf. Bis zum Jahr 1969 waren diese Ortsteile eigenständige Gemeinden.

Geschichte

Aus der Endung „-bach“ im Namen kann davon ausgegangen werden, dass Urbach in der Zeit nach der Völkerwanderung, vermutlich Ende des 6. Jahrhunderts, gegründet wurde.

Wann die erste Kirche errichtet wurde, ist nicht bekannt. Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der Kirchturm. Die Bauart des Turms deutet darauf hin, dass der gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet wurde. Die erste Erwähnung einer Kirche in Urbach geht aus einem Schiedsspruch des Generalkapitels des Prämonstratenser-Ordens aus dem Jahr 1204 hervor, wonach die Kirche dem Kloster Rommersdorf zugeteilt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Schiff und Chor der Kirche baufällig. Nach einem Plan des Bauinspektors Nebel aus Koblenz wurde das heutige achteckige Kirchenschiff in den Jahren von 1825 bis 1830 neu erbaut.

Als Hochgericht wird Urbach erstmals im Jahr 1323 urkundlich erwähnt. Nach dieser Urkunde wurde durch die Grafen von Wied das Hochgericht „Hohe Veste Urbach“ errichtet. Die Gerichtsstelle befand sich „im Dorf unter der Linde intgen dem Kirchhof“. Da an den Gerichtstagen immer viele Menschen zusammenkamen, entwickelte sich hier auch ein Markt.

Im Jahr 1366 wird in Urbach eine Burg Grebeneck erwähnt. Die Angaben hierzu sind spärlich, genauere Aussagen sind bisher nicht möglich.

Eine besondere Bedeutung für das Kirchspiel Urbach hatte der Urbacher Märkerwald. Um diesen Wald kam es im Jahre 1716 zu einem Rechtsstreit mit dem Grafen zu Wied, der erst 1793 unter Fürst Karl zu Wied in einem Vergleich beigelegt wurde. Darin werden die zum Kirchspiel gehörenden Orte und die Nutzungberechtigten aufgeführt: Urbach-Kirchdorf (21), Urbach-Überdorf (22), Dernbach (21), Linkenbach (17), Harschbach (16) und Niederhofen (8).

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 16 Ratsmitgliedern sowie der ehrenamtlichen und vorsitzenden Ortsbürgermeisterin. Diese wurden bei den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt.

Wappen

Die Blasonierung lautet: „Im geteilten Schild oben auf blauem Grund ein silbernes Schwert, schräg gekreuzt mit einer silbernen Waage, unten im silbernen Feld ein grüner liegender Forsthaken (Wolfsangel).“

Erläuterung: Die Waage versinnbildlicht das seit 1323 beurkundete gräflich-wiedische Hochgericht in Urbach für die „Obere Grafschaft“ und das mit dem Gericht verbundene Marktrecht. Der Forsthaken ist das Symbol für den Märkerwald, gemeinsamer Besitz der fünf Gemeinden des Kirchspiels Urbach. Das Wappen ist rechtsgültig seit dem 16. April 1974.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mittelpunkt des Ortes bildet ein romanisches Kirchengebäude. Zudem befindet sich zwischen den beiden Ortsteilen Überdorf und Kirchdorf eine schön angelegte Weiheranlage mit einem 850m langem Rundweg. Seit einigen Jahren fühlt sich dort ein Schwanenpärchen heimisch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Dierdorf an der A 3. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.