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Bahnhof Witten-Annen Nord

Der Bahnhof Witten-Annen Nord liegt im urbanen Zentrum des Wittener Stadtteiles Annen. Er ist seit Mai 2006 nach der Entfernung der letzten Weichen aus betrieblicher Sicht ein Haltepunkt mit zwei Gleisen, die über einen Mittelbahnsteig erreicht werden, und entspricht heute der Kategorie 5 [1].

Das Betriebsstellenkürzel lautet EWIA (ehemalige Bundesbahndirektion Essen, Bahnhof Witten-Annen Nord), die internationale Bahnhofsnummer lautet 8006510.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der „Bahnhof Annen“ wurde am 9. März 1849 von der Bergisch Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft an ihrer Stammstrecke Elberfeld-Dortmund eröffnet und diente dem Personen- und Güterverkehr.

Nach der Eröffnung des „Bahnhofes Annen Süd“ an der Bahnstrecke Dortmund-Löttringhausen–Bochum-Langendreer der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (daher auch „Rheinischer Esel“ genannt) am 15. Dezember 1880 wurde er in „Bahnhof Annen Nord“ umbenannt.

In den 1980er Jahre wurde das alte BME-Empfangsgebäude durch den heutigen Zweckbau ersetzt, die Güterannahmerampe verschwand in den 90er Jahren. Zu dieser Zeit verschwand auch das Verladegleis, das Gleis 1, daran erinnert bis heute die Tatsache, daß die zwei Gleise am Haltepunkt die Nummern 2 und 3 tragen. Im Rahmen von MORA C verschwanden die letzten Güterzüge von diesem Bahnhof.

Verkehrliche Bedeutung

Der Bahnhof ist neben dem Wittener Hauptbahnhof der einzige S-Bahn-Halt in der Stadt Witten, seit 1994 hält hier die von der DB Regio NRW GmbH betriebene Linie 5 der S-Bahn Rhein-Ruhr im 20/40-Minutentakt.

Darüber hinaus besteht auch ein Busknotenpunkt, die Linien 320, 350, 373 und 375 der Bogestra verbinden diesen zentralen Punkt Annens mit der Wittener Innenstadt, Rüdinghausen, Herbede, Sprockhövel, Durchholz, Heven, Stockum, dem Kemnader See und der Ruhr-Universität Bochum.

Bahnhofsgebäude

Das derzeitge Bahnhofsgebäude ist ein Zweckbau, der in den 80er Jahren von der Deutschen Bundesbahn erbaut wurde. Hier befindet sich neben dem Bahnsteigzugang ein Gemischtwarenhändler. Ein weiteres Ladenlokal steht seit Februar 2008 leer, als ein Discounter seine dortige Filiale schloß. Der Bahnsteigzugang ist nicht behindertengerecht, so daß Rollstuhlfahrer die S5 nicht ohne fremde Hilfe erreichen können. Es gibt auf dem Dach des Bahnhofsgebäudes einen Parkplatz, der von Pendlern zum Park and Ride genutzt wird. In Bahnhofsnähe gibt es auch Fahrradboxen, um Bike and Ride für Pendler zu ermöglichen.

Stellwerk

Das Stellwerk Waf (Witten-Annen Nord, Fahrdienstleiter) vom Typ Sp Dr S 60 wurde 1970 in Betrieb genommen. Zum Schluß wurde hier im Regelbetrieb nur noch der Bahnübergang Stockumer Straße gesteuert. Es wurde im Mai 2006 außer Betrieb gestellt, als der Bahnhof zum Haltepunkt zurückgebaut wurde. Sämtliche Weichen wurden entfernt. Allerdings ist der Bahnübergang weiterhin durch ein Blocksignal gedeckt (s.Bild), welcher inzwischen aus dem Stellwerk am Wittener Hauptbahnhof gesteuert wird.

Zukunft

Pläne, die S5 zu ertüchtigen, wurden von der Integrierten Gesamtverkehrsplanung des Landes Nordrhein-Westfalen abgelehnt, eine Wiedervorlage ist ab 2015 möglich. Bereits seit Jahrzehnten gibt es Pläne, den Bahnübergang kreuzungsfrei zu gestalten, welche allerdings bislang an einer zu aufwendigen Konstruktion gescheitert sind. Zuletzt war dieses Thema zu Beginn der 90er Jahre aktuell, als die alte Linie N33 der Deutschen Bundesbahn durch die S5 ersetzt wurde.

Außerdem gibt es eine Planung der Stadt Witten und der Bogestra, die 1985 stillgelegte Straßenbahnstrecke zwischen der Wittener Innenstadt und dem Haltepunkt Witten-Annen Nord zu reaktivieren, was eine Neuordnung des Annener Busnetzes, insbesondere der Buslinien 320 und 350 zur Folge hätte. Diese Reaktivierung wurde allerdings ebenfalls durch die IGVP abgelehnt, auch hier ist ab 2015 eine Wiedervorlage möglich. Realistischerweise ist daher heute nicht davon auszugehen, daß sich am Status Quo auf absehbare Zeit etwas ändern wird. Auch ein durchgehender Zwanzigminutentakt auf der S5 ist nicht geplant.

Sonstiges

Im Volksmund ist der Bahnhof unter dem Namen Wie-A-No bekannt und der Bahnübergang trägt den Namen Glück-Auf-Schranke. Das stammt aus der Zeit vor der Eröffnung der parallelen Neubaustrecke zwischen Dortmund und Witten im Jahr 1988, als die Strecke wesentlich stärker befahren wurde, von Zügen des Nah- und Fernverkehrs und auch von sehr vielen Güterzügen. Seinerzeit hatte man Glück, wenn die Schranke auf war.

Einzelnachweise

  1. Liste der Bahnhofskategorien auf www.db.de

Quelle