Heim

Brückenlegepanzer M48

Brückenlegepanzer M48
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 2 (Kommandant, Fahrer)
Länge 8,19 m (mit Brücke: 11,23 m)
Breite 3,66 m (mit Brücke: 4,01 m)
Höhe 3,05 m (mit Brücke: 4,04 m)
Gewicht 44 t (mit Brücke: 58 t)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Wanne Front 120 mm,
Wanne Seite vorne 76 mm,
Wanne Seite hinten 51 mm,
Wanne hinten 44 mm,
Boden 25 mm
Hauptbewaffnung ohne
Sekundärbewaffnung ohne
Beweglichkeit
Antrieb Continental AV-1790-5B 12 Zylinder luftgekühlter Bezinmotor mit Magnetzündung und 47 Liter Hubraum
865 PS (645 kW)
Federung Drehstab mit Stoßdämpfern und Kegelstumpffedern
Höchstgeschwindigkeit 51,5 km/h (rückwärts 8 km/h)
Leistung/Gewicht PS/t 15,93
Reichweite 463 km max.

Der Brückenlegepanzer M48 war (bis zur Einführung des Brückenlegepanzer Biber) der aus US-amerikanischer Produktion stammende standardmäßige Brückenleger der Bundeswehr. Bei den Pionieren der US Army wurde er durch den M60A1 AVLB ersetzt.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung und Beschreibung

Erste Truppenversuche mit einer 12 Meter Brücke auf dem Fahrgestell des M46 begannen 1958. Da sich diese Kombination als unbefriedigend erwiesen hatte (die 12 Meter Brücke war zu kurz und auch das Fahrgestell des M46 war eigentlich bereits ausgemustert), entschied man sich letztendlich für das bereits im Gebrauch stehende Fahrgestell des Kpz M48 mit einer um 8 Meter verlängerten Faltbrücke. Diese Kombination erwies sich als äußerst erfolgreich, nicht zuletzt wegen der sehr einfach zu bedienenden und wartungsarmen Brückenhydraulik und auch wegen der damals noch keine Rolle spielenden Kraftstoffkosten; der Benzinverbrauch des Fahrzeuges konnte nur als phänomenal bezeichnet werden. Es war dies das schwerste und einzige Fahrzeug der Bundeswehr, das nur mit dem Führerschein der Klasse F 4 gefahren werden durfte.

Die Basis war die Panzerwanne des M48 mit sechs Laufrollen, drei Stützrollen und gummigepolsterte Verbinderkette. Die zwei Kraftstofftanks fassten zusammen ca. 1300 Liter Benzin. Das Fahrzeug war mit einem von Hand zu startenden 250 cm³ Hilfsmotor für Batterieladung und Heizungsbetrieb ausgestattet. (Durch den Hilfsmotor konnte die Anzahl der Batterien auf vier beschränkt werden.) Dort wo sich ursprünglich der Turm befunden hatte, wurde eine Platte über die Öffnung gelegt und links und rechts je eine Kuppel für den Fahrer (links) und den Kommandanten angebracht. Die Kuppeln waren mit den sog. Kinonblöcken (Sehschlitze mit Panzerglas) und nicht mit Winkelspiegeln ausgestattet. Durch den Ablagebock war dem Fahrer die Sicht nach rechts vorn genommen, dadurch war er völlig auf die Aufmerksamkeit und Unterstützung seines Kommandanten angewiesen. Der Panzer führte keine Bewaffnung.

1980 begann das US Ordnance Corps mit Versuchen einer 31 Meter langen Brücke (Modell 80), das aber nicht realisiert wurde. Das Fahrzeug war hier bereits mit einem Dieselmotor ausgestattet.

Brücke

Die knapp 20 Meter lange Faltbrücke wurde mit insgesamt 4 Hydraulikzylindern verlegt bzw. aufgenommen. Nacheinander wurden der Aufrichtzylinder, der Ablegezylinder, und der Faltzylinder betätigt. (Der Abstoßzylinder wurde nur in schwierigem Gelände benötigt.) Nach dem Ablegen der Brücke wurden die beiden Hydraulikanschlüsse durch Rückwärtsfahren automatisch getrennt. (Der Nachteil dem Biber gegenüber war der, dass beim Aufnehmen der Brücke ein Mann das Fahrzeug verlassen musste, um die Hydraulikanschlüsse anzukuppeln.) Die Brücke konnte bis zu 19% aufwärts und abwärts, sowie mit einer Querneigung von bis zu 8% verlegt werden. Zum Bahntransport und auch zum Transport auf dem Tiefladeanhhänger (15 t) konnte die Brücke komplett gefaltet abgelegt werden. (V-Fall mäßig sollten jedem Brückenleger zwei zusätzliche Brücken auf Anhänger nachgeführt werden.) Die vorgeschriebene Überfahrgeschwindigkeit über die Brücke betrug ca 4 km/h - bis zu 20 km/h waren in der Praxis jedoch möglich. (Dies hing von der Erfahrung und Geschicklichkeit des jeweiligen Fahrers ab.)

Verwendung

Bei der US Army wurden je vier Stück in jedem Bataillon der Divisionspioniere zugeordnet, zwei für jedes Panzerbataillon. Bei der Bundeswehr wurden je vier Stück in den Panzerpionierkompanien der Brigaden geführt. Das Modell ist noch bei vielen Armeen der Welt im Dienst.

Technische Daten

Quellen