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Theaterdiscounter

Der Theaterdiscounter ist ein Freies Theater in der Packhalle des ehemaligen Telegrafenamts an der Monbijoustraße in Berlin-Mitte. Im April 2003 wurde die Spielstätte von Georg Scharegg, Patrick Wengenroth und weiteren Regisseuren und Schauspielern gegründet, um in einer eigenen Spielstätte die Produktionskräfte für eine eigenständige Theaterarbeit besser bündeln zu können. Der Fokus lag von Anfang an auf Uraufführungen zeitgenössischer Dramatik (Reto Finger, Thomas Freyer, Kathrin Röggla, Tim Staffel, Ulrike Syha, Tine Rahel Völcker, David Foster Wallace, Felicia Zeller u. a.) und auf schnellen, abseitigen, manchmal schrägen (Gast-)Projekten.

Der Theaterdiscounter hat sich zu einer festen Größe in der freien Theaterszene Berlins entwickelt und ist auch überregional bekannt. Pro Jahr werden zur Zeit etwa 200 Vorstellungen gespielt. Seit der Gründung entstanden neben Gastspielen und Spezialformaten über 60 größere Produktionen exklusiv für den Spielort. Kooperationen mit Theatern wie dem Schlachthaus Bern, der Gessnerallee Zürich, dem Theater des Lachens, der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und weiteren Institutionen sind inzwischen ein fester Bestandteil des Spielplans.

Die Spielstätte ist aus einer Privatinitiative geboren und gestaltet einen ganzjährigen Spielplan, der zu über 50 Prozent auf Eigenproduktionen beruht. Für das Jahr 2006 erhielt der Theaterdiscounter erstmals eine Spielstättenförderung.

Im Februar 2007 war der Theaterdiscounter zum ersten Mal Mitveranstalter (neben dem HAU und den Sophiensälen) des Theaterfestivals 100°-Berlin.

Ende Februar 2008 wurden die Räumlichkeiten in der Monbijoustraße geschlossen. Im September 2008 wird das Theater an einer anderen Stelle in Berlin wiedereröffnet.

Spielplan

Der Theaterdiscounter setzt auf neue Dramatik und progressives, modernes Sprechtheater sowie auf postdramatische Formen. Ferner wird ein regelmäßiges Programm von Late-Nights, Partys und Eigenformaten gezeigt – wie etwa die MusterMesse, die im September 2006 mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds zum zweiten Mal stattfindet. Seit dem Frühjahr 2006 wurden zusätzlich folgende neue Serienformate ins Programm genommen:

Geschichte

Der Theaterdiscounter verdankt seinen Namen einer Idee aus dem Bereich der Supermarkt-Discounter. Dies kam in der Umsetzung des Spielplans zum tragen. Der Theaterdiscounter bezog so gezielt Stellung zu seinen Produktionsbedingungen (keine öffentliche Förderung) als auch allgemein zu aktuellen politischen Prozessen der Kulturförderung. Auch an einer einheitlichen Außendarstellung war dieser Gedanke lange Zeit ablesbar. Diese zeichnete sich durch die Verwendung eines an Warenprozessen orientierten Vokabulars aus. Beispiele hierfür sind die Rubrikengestaltung ("Neu", "Vergriffen", "Ausverkauf" etc.) oder die Preise (9,99 EUR, 4,99 EUR etc.). Die stringente Verwendung dieses Stilmittels scheint in letzter Zeit zunehmend aufgeweicht zu werden.

Koordinaten: 52° 31' 26" N, 13° 23' 40" O