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Diskussion:Fräulein

Inhaltsverzeichnis

"in linksstehenden und Unterschichtskreisen"

Lieber JohnFoxIII, eine Einschränkung dieser Art ist einigermaßen irreführend, wenn die Anrede "Fräulein" tatsächlich von Amts wegen abgeschafft ist, auf Briefköpfen als nicht mehr korrekt gilt usw. Aber damit nicht genug: Diejenigen, die sich nach dieser neuen Gebrauchsregel richten, als "linksstehend" zu radikalisieren, oder gar als "Unterschichtskreise" zu diffamieren, halte ich doch für eine grobe Verzerrung. Wenn Sie darauf hinweisen wollen, dass man in der 'feinen Gesellschaft' die Souveränität besitzt, sich über diese neue Gebrauchsregel hinwegzusetzen und das "Fräulein" gleichsam als Ausweis besonderen Gentlementums weiter zu benutzen, dann lässt sich das sicher auch etwas sachlicher formulieren. Dadurch dass das "Fräulein" formell abgeschafft ist, steht es nun zur quasi 'rein ästhetischen' Verwendung zu Verfügung, selbstverständlich. Das war durch den Satz "Heutzutage ist die Anrede 'Fräulein' für junge Frauen in Deutschland und Österreich nicht mehr im Gebrauch." aber auch nicht ausgeschlossen. In der bürgerlichen Mittelschicht (!) – um diese mal als ungefähre soziale Verortung des 'Normalbürgers' herzunehmen – ist das "Fräulein" in der Tat nicht mehr im Gebrauch. In den 1950er Jahre hingegen war es das! Um diesen Unterschied geht es hier. Ich füge präzisierend ein "im Schriftverkehr und im formellen Umgang" hinzu, um das deutlicher zu machen. Das lässt jede privat-gesellige ästhetische Verwendung im Einzelfall und in "Oberschichtskreisen" offen.--K.M. 22:10, 10. Sep 2006 (CEST)

Männliches Äquivalent

Ist das männliche Aequivalent zu Fräulein nicht der Junker? (Ggkuhnle)

Du Scherzkeks :) (Freibeuter)

Lieber Freibeuter, ich finde diese Anmerkung von Ggkuhnle nicht ganz irrelevant - habs eingebaut. --K.M. 21:22, 31. Okt 2005 (CET)

Keine Fräulein mehr in "Deutschland"?

Die Anrede "Fräulein" soll "diskriminierend" sein? Erstaunlich, wie übergeschnappt die heutigen "Deutschen" sind ... X-D

Etwas ist doch klar: In Deutschland gibt's anscheinend keine Fräulein mehr. Schade, nicht?

Fräulein Johanna, DR unsignierter Beitrag von 83.43.222.145 17:48, 5. Nov. 2005

Stimme nicht zu, daß "Fräulein" diskriminierend oder ausgestorben ist, m.E. ist das Wort insbesondere noch für sehr junge Mädchen gebräuchlich, eine 14-jährige Frau Müller wäre merkwürdig. Auch in konservativeren Kreisen wird "Fräulein" noch gerne auf Briefumschläge etc. geschrieben. Im Berufsleben ist es dagegen m.E. selten geworden, wenn auch weibliche Azubis noch manchmal so heißen, insbesondere auf dem Lande. unsignierter Beitrag von 84.177.102.116 19:20, 5. Dez. 2005

Stimme zu. Fremde (insbesondere Männer), die Mädchen mit erkennbaren Geschlechtsmerkmalen begonnener Weiblichkeit mit dem Vornamen ansprechen, erscheinen -jedenfalls für den Mittelschicht-Sprachgebrauch in Hamburg- als unangenehm zudringlich. Also, wo Po und Busen sichtbar sind, heißt es "Fräulein Schultze". (Ja, auch dann, wenn sie erst zwölf ist!) Ab einem späteren Alter, das nach der Erscheinung des Mädchens auf nahe Volljährigkeit schließen lässt, heißt die junge Dame dann in der Tat "Frau Schultze".89.62.55.55 23:07, 8. Apr. 2007 (CEST)

- 14jährige Gören werden/wurden auch nicht mit Fräulein angeredet, sondern mit Du oder mit dem Vorname! Die Anrede ist/war erst üblich wenn das heiratsfähige Alter erreicht wird und dient auch der Unterscheidung ob ich es nun mit der Frau Müller oder eben deren Tochter zu tun habe. unsignierter Beitrag von 172.181.25.193 18:44, 8. Dez. 2005

Wenn man es bei 15-/16jährigen überhaupt sah, dann auf den Namensschildern ('Frl. Müller'). Und das ist noch gar nicht _so_ lange her. -andy 80.129.80.176 17:55, 7. Nov. 2006 (CET)
Ich hab noch nie jemanden 'Fräulein' sagen hören, ausser meinen Banknachbar in der 2. Klasse zu unserer Lehrerin. Diese hat ihm daraufhin eine Strafarbeit aufgebrummt, weil sie kein "Fräulein" sei. Er musste mehrere Strafarbeiten schreiben, bis eine 2. Lehrerin ihre aus Bayern stammende (jüngere) Kollegin aufklärte das in der Pfalz dies mal die übliche Bezeichnung für alle Lehrerinnen war. Mein Banknachbar musste keine Strafarbeiten mehr schreiben, aber sagen durfte er es trotzdem nicht. Das war übrigens ~1983. In der Schule wurde bei uns keiner mit Nachnamen angesprochen, sondern alle mit Du. In meinem Umfeld war Fräulein noch nie gebräuchlich und wurde durchaus als diskriminierend angesehen. Fände es übrigens mal interessant herauszufinden, ob dies nicht nur mit den 1970ern sondern auch aufgrund des negativen Beiklang durch die Verwendung von US-Soldaten kam. Ähnlich erging es ja der ehemals in Japan hoch angesehenen Geisha. Das Wort Geisha wird heute im Allgemeinverständnis ja fast mit Prostituierte gleichgesetzt. Cattleyard 13:34, 28. Nov. 2006 (CET)
Eine Geisha ist so sehr eine Prostituierte, wie ein Apfel ein Gemüse ist... und dass sich deine Lehrerin für uralt hält, ist ihr Problem! --Gruß, Constructor 01:07, 8. Dez. 2006 (CET)
Das mit dem Allgemeinverständnis in Bezug auf Fräulein und Geisha bezweifle ich stark. Zu meinem gehört es sicher nicht. --172.177.208.16 02:44, 3. Dez. 2006 (CET)
Wenn du in Spanien sagst, daß ein Mädchen oder junge Frau "gar kein Fräulein" sei, deutest du damit an, sie sei eine Schlampe/Hure, also eine liederliche Frau - und ich nehme an, in Italien ist es genauso. Die ganze Frage um das Wort "Fräulein" in Deutschland finde ich als Spanier völlig lächerlich und unnötig. Ich betrachte "Fräulein" als ein respekt- und ehrevolles, korrektes Wort, und benutze es gerne (wie Millionen Deutsche es vor mir benutzt haben), wenn ich eine junge Deutsche anspreche - wenn sie das nicht mag, dann ist es eben ihr Problem, nicht meins. In Spanien wäre es recht befremdend, eine 20- oder 25jährige mit "Frau" anzusprechen, denn das würde so klingen, als ob sie schon eher "alt" wäre (das Mädchen könnte sich eventuell beleidigt fühlen, weil du bei ihr die Anrede "einer älteren Person" - d.h. älter, als sie tatsächlich ist - benutzt hast, als ob du unterstellen würdest, sie sei nicht jung). Wegen der Lehrerin, die Deinem Schulkameraden eine Strafarbeit aufgebrummt hat, weil er sie "Fräulein" nannte, wirklich kein Kommentar, außer: In Spanien hätte sie nämlich ALLEN Schülern tagtäglich Strafarbeiten auferlegen müssen, denn Lehrerinnen, egal ob jung oder alt, werden üblicherweise noch heute hier bei uns so angesprochen, z.B. unsre 60jährige Englischlehrerin nannten wir ab und zu in der Schule "Fräulein". Die Deutschen müssen über viel Freizeit verfügen, um sich mit solcher Blödsinnigkeit zu befassen.
Ich habe weder behauptet das ich Fräulein als negativ empfinde noch das ich eine Geisha als Prostituierte sehe. Sondern wollte lediglich meine Erfahrungen zu den Begriffen in die Diskussion einbringen. Einige haben in dieser Diskussion andere Erfahrungen beschrieben, evtl. wird es auch regional in D sehr unterschiedlich aufgefasst. Es ist wohl nicht abzustreiten, das Fräulein heutzutage bei manchen tatsächlich negativ aufgefasst wird und das steht auch so im Artikel. Nichts anderes wollte ich mit meinem Beispiel zeigen. Es ist mir bekannt das es in Spanien gerade umgekehrt ist und man junge Frauen beleidigen kann wenn man sie als Senora bezeichnet. Auszug aus dem Artikel Geisha: "... trug im Westen zu dem verbreiteten Irrtum bei, Geishas seien mit Prostituierten gleichzusetzen.". Cattleyard 23:34, 8. Dez. 2006 (CET)
Hallo, Cattleyard. Zuerst einmal, verwechsle meinen Beitrag nicht mit den zwei anderen - wenn auch ich mit ihnen übereinstimme -, meiner beginnt nämlich mit den Worten "Wenn du in Spanien ..." Die drei Beiträge scheinen dummerweise nur einer zu sein. ;) Nur als Ergänzung zu meinem Beitrag für Interessierte: "señorita" ist die Verkleinerungsform von "señora" (das weiß doch jeder, muß ich dennoch erwähnen). Es ist eine respektvolle Anrede für junge, unverheiratete Frauen, aber man benutzt es allgemein mit jungen Frauen, deren Ehestatus nicht bekannt ist, solange diese jung sind. Eine 90jährige unverheiratete Dame wäre theoretisch auch eine "señorita", und ältere/alte Lehrerinnen, egal ob verheiratet oder nicht, werden in der Schule von den Kindern auch allgemein "señoritas" genannt. Im Gymnasium wird diese Anredeform weniger üblich, und man benutzt dann lieber "profesora" (Lehrerin) - vermutlich, weil "señorita" von den Jugendlichen als Kindersprache und damit als zu kindlich aufgefaßt wird. "Señorita" bezeichnet aber nicht nur den Ehestatus, diesem Wort haftet besonders eine respektvolle, erhobene Bedeutung an, die auf die Ehre und moralischen Wert der Frau hindeutet, vergleichbar mit deutsch "Dame" ("dama" bei uns) oder englisch "Lady". Zum Beispiel eine junge Frau, die auf den Strich geht, wäre ohne Zweifel keine "señorita" (das gilt auch für Italien mit seinen "segnorinas" und für England mit seinen "Ladies"). Daher, wenn Deine Lehrerin voller Ernst behauptete, sie wäre "kein Fräulein", hätte ich mich da fragen müssen, was für eine Art Frau sie eigentlich war, wenn Du verstehst, was ich meine ... ("ich bin kein Fräulein / keine Dame" = "I am no lady" = "no soy una señorita"). Wenn das Wort "Fräulein" in Deutschland abgeschafft wird, dann wie wird man von da an die Mutter, Frau Schmidt, von der Tochter, Fräulein Schmidt, beim Sprechen oder Schreiben unterscheiden? Diese "Abschaffung" ist gezwungen, hat nur mit Politik zu tun – und nämlich mit Feminismus od. Frauenchauvinismus – und entspricht nicht einer realen Notwendigkeit des sprachlichen Gebrauchs. Zuerst die "Abschaffung" von Wörtern aus fragwürdigen, rein politischen Gründen, dann die sog. "Rechtschreibreform". Welche Spinnerei setzen die Deutschen als nächtes in die Tat um, etwa das "lästige" Eigenschaftswort "deutsch" abschaffen? Gruß
Was mich als junges Mädchen an der Bezeichnung Fräulein vor allem störte, war, dass es sprachlich ein Neutrum ist. Dies ist ja im Spanischen und allen anderen Sprachen AFAIK nicht der Fall. --84.148.20.192 09:07, 26. Mai 2007 (CEST)

Stimme zu, dass Fräulein ein Neutrum ist, hat mich auch immer gestört. Als diskriminierend wird die Anrede aber auch deswegen von vielen empfunden, da es eine Verniedlichung (i.S.v. kleiner machen) von "Frau" ist, von der es im heutigen Sprachgebrauch kein männliches Gegenstück mehr gibt. Zumal Fräulein (wenn auch heute in der Praxis nicht mehr unbedingt) für unverheiratete Frauen verwendet wurde. Fazit: Eine unverheiratete Frau ist keine ganze Frau, sondern eben nur ein Fräulein. Ein Mann ist dagegen immer ein Mann (bzw. in der Anrede "Herr"). Da hab ich, ganz ehrlich, auch was dagegen. Allerdings habe ich schon seit Jahren den Begriff nicht mehr gehört oder gelesen. --84.173.28.254 01:31, 1. Aug. 2007 (CEST)

Beweise?

Die Verwendung des Begriffs Fräulein wird heute von jungen Frauen als ebenso erniedrigend und respektlos empfunden, wie die Anrede "junger Mann" von Männern über 18 Jahre.

DAS möchte ich gerne mal wissenschaftlich belegt haben. Ansonsten beantrage ich die Streichung. — 77.64.148.152 01:13, 22. Jul. 2007 (CEST)

--> Einfach mal Betroffene fragen! Nicht für alles gibt es empirische Untersuchungen, liebes Fräulein bzw. lieber junger Mann!

>>Zu Beginn der 1990er Jahre wurde das "Fräulein" schließlich von Amts wegen abgeschafft<<

Erstens: Seit wann können in Deutschland "von Amts wegen" Wörter abgeschafft werden? Zweitens: Wenn es denn tatsächlich so ist, wäre eine Quellenangabe sinnvoll!

Nun ja, sinnvoll wäre es natürlich auch, wenn du deine Beiträge signieren würdest... aber zum Thema: "Fräulein" ist wohl in dem Sinne offiziell abgeschafft, als dass es keine deutsche Behörde und kein deutsches Amt mehr in einem Schreiben als Anrede verwenden würde. Deutsche Ämter schreiben auch unverheiratete weibliche Personen mit "Frau" und nicht mit "Fräulein" an. Restitutor 13:36, 20. Okt. 2007 (CEST)
Jeder Arbeitgeber, also auch der Staat, hat das Recht, abhängig Beschäftigten vorzuschreiben, welche Wörter sie im Dienst benutzen müssen und welche sie nicht benutzen dürfen. In diesem Sinne kann ein Staat tatsächlich „Wörter abschaffen“. Darauf, wie Menschen sich privat und im nicht-staatlichen Bereich ausdrücken, hat ein Staat natürlich nur indirekt Einfluss, am ehesten noch vermittels der Lernziele an allgemeinbildenden öffentlichen Schulen, wo der amtliche Sprachgebrauch gelehrt wird.
Die Bezugsquellen finden sich inzwischen im Hauptartikel.
Der eine Schritt zu weit, den ich auch so bewerte, liegt darin, dass Wissenschaftlerinnen „Richtlinien“ formulieren, diese über Institutionen wie die UNESCO allgemein verbindlich machen wollen und zu guter Letzt noch „den Knüppel hervorholen“, indem sie Andersdenkenden androhen, sie würden im Falle eines „abweichenden“ Sprachgebrauchs „als Sexisten dastehen“. Solche Methoden sind eines liberalen Landes nicht würdig!
--Corradox, 10:57, 6. Apr. 2008 (CEST)

Verschlimmbesserung der Sprache ...

Soso, wie "klug" die Bundesdeutschen sind, sie haben das Wort "Fräulein" aus dem Gebrauch gezogen. Wollt Ihr einen Orden? Und wie wollt Ihr denn von nun an die Mutter bzw. Ehefrau "Frau Schmitt" von deren Tochter "Fräulein Schmitt" unterscheiden (z.B. im Postverkehr oder am Telefon), wenn jetzt beide "Frau Schmitt" heißen müssen? Ehrlich, Leute, wir Ausländer lachen uns kaputt, Deutschland ist Europas Witzfigur geworden. (Jon)

Um den Vater "Herrn Lindemann" von seinem erwachsenen Sohn zu unterscheiden, benutzt man einfach das indeklinable Adjektiv "junior" (Abk.: jun., jr.) nachgestellt, also: "Ich möchte bitte Herrn Lindemann jun. sprechen." Wie soll man aber nur die Mutter von ihrer erwachsenen Tochter unterscheiden? Die Anrede "Fräulein" war genau die richtige Antwort auf dieses Problem, das Wort muß wieder eingeführt werden. Außerdem sollte ein Mensch seinen Vor- und Nachnamen von Geburt an für sein ganzes Leben behalten (wie die Spanier immer gemacht haben, die außerdem ZWEI Nachnamen benutzen). Die Tatsache, daß jemand in seinem Leben (durch Heirat oder sonst) zwei oder gar drei verschiedene Nachnamen haben darf, ist nicht nur lächerlich und unlogisch, sondern behindernd und verwirrend, wenn mal z.B. eine (polizeiliche) Untersuchung unternommen werden muß. Niemand sollte seinen Vor- or Nachnamen wechseln dürfen – Künstlernamen sind nicht weiter als Pseudonyme, der Schauspieler behält doch seinen Realnamen im Normalleben –, anderenfalls könnte nun Osama Bin Laden in Deutschland leben und "Klaus-Maria Bayer" heißen ... Natürlich kommt so etwas Kriminellern zugute: Es ist schon passiert, daß ein britischer Vergewaltiger und Mörder sich in Spanien tarnen und "nebenbei" zwei Mädchen umbringen konnte, weil er in Großbritannien seinen Namen GEWECHSELT hatte ... "Tolle" Idee, den Namen wechseln zu dürfen, was? Eure Dummheit kostet jemanden das Leben.

Welche Interessen sind hier eigentlich im Spiel?

Bei der Diskussion habe ich das unbestimmte Gefühl: "Ich bin im falschen Film": Noch nie hat sich jemand daran gestört, wenn ein 16-jähriger männlicher Lehrling ganz selbstverständlich "Herr x" genannt wurde. Aber ein Aufschrei der Entrüstung macht sich breit, wenn eine gleichaltrige Kollegin "Frau x" genannt werden soll, obwohl das längst flächendeckend im deutschsprachigen Raum geschieht.

Wer hat eigentlich ein Interessen daran, dass es das Wort "Fräulein" gibt? Mit Sicherheit niemand, der den Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ernst nimmt!

In einer Zeit, in der in Rundfunk- und Fernsehnachrichten von "sechzehnjährigen Frauen" die Rede ist, ist es nur konsequent, die so Bezeichneten auch mit "Frau x" anzureden.

Und was das fehlende "junior" bei Frauen anbelangt: Eben weil diese Endung undekliniert ist, ist es ein Leichtes, "Frau x junior" am Telefon zu verlangen, so wie es in Nachrichten ja auch heißt: "Merkel sagte..." (das Weglassen des früher obligatorischen "Frau" scheint kaum noch jemanden zu stören).

Zu guter Letzt der Vergleich mit anderen Sprachen: "la signorita" und "la mademoiselle" sind eindeutig grammatikalisch feminine Wörter; die Konnotationen "das Weib" und "das Fräulein" = (Sexual-?)Objekte, da sprachlich wie Sachen behandelt (genus neutrum), kann in anderen Sprachen nicht aufkommen, ebensowenig wie die Kuriosität "das Rotkäppchen und seine Großmutter". Selbst diejenigen, die noch "Fräulein x" sagen, setzen heute zumeist ihre Ausführungen nicht mit "es" und "sein" fort, sondern mit "sie" und "ihr" (als ob sie "Frau x" gesagt hätten). Der Handlungsbedarf im Deutschen ist also nicht mit dem in romanischen Sprachen vergleichbar.

Und was ist mit Mädchen... DAS mädchen... ich mein entschuldigung dass ist auch neutrum... soll man deswegen DIE mädchen und DIE Fräulein sagen, nur weil irgendwelcher "Weltverbesserer!" behaupten, dies sei erniedrigend, was zunächst nicht stimmt und zweitens NIE bewiesen werden kann!!!

Richtig finde ich allerdings die Empfehlung, häufiger auf Namenswechsel bei einer Eheschließung zu verzichten. Ob jemand und mit wem jemand verheiratet ist, muss nicht unbedingt jedem sofort mitgeteilt werden (über die Personenbezeichnung bzw. Anrede), weder bei Männern noch bei Frauen. Bei anderen Dingen muss man ja auch nachfragen (z.B. beim ausgeübten Beruf),

"Welche Interessen sind hier eigentlich im Spiel?" Tja, dieselbe Frage könnte man übrigens stellen bei dem/der "Aussterbenlassen/Außerkraftsetzung" des Wortes "Fräulein". Sind es wirklich sprachliche Interessen oder eher andere, z.B. politische? Es ist wahr, daß es etwas seltsam ist, daß weibliche Personen (das Weib, das Fräulein) sächlich genannt werden, aber genau dasselbe passiert bei anderen Wörtern wie "das Kind". Niemand ist schuld daran, daß die deutsche Sprache ein Neutrum besitzt. Außerdem sind alle Verkleinerungsformen sächlich (-lein, -chen), egal, ob sie männliche oder weibliche Personen bezeichen, z.B. das Kerlchen. Die Tatsache, daß "Weib" oder "Kind" sächlich sind, heißt natürlich nicht, daß sie "Objekte" sind oder als solche behandelt werden, geschweige denn "Sexualobjekte", wie Du meinst. Es stört niemanden, daß ein Kind, das natürlich ein Geschlecht hat, sächlich genannt wird. Wieso soll es beim Wort "Fräulein" anders geschehen? Die Form "Frau X junior" hätte übrigens keinen Sinn, weil wir schon eben das Wort "Fräulein" haben. Eine sprachliche/grammatische Notwendigkeit, dies zu ändern, finde ich nicht. Und wenn wir "das Weib" sagen, wäre es dann grammatisch inkorrekt, "sie/ihr" anstatt "es/sein" zu benutzen. Oder wollen wir auch das Neutrum in der deutschen Sprache abschaffen? Also, mein Fazit: Ich sehe keinen sprachlichen Grund, das Wort "Fräulein" abzuschaffen, ich sehe nur eine Mode. Daher benutze ich das Wort immer noch - mit "es", nicht mit "sie", wie die dt. Grammatik fordert. Manche Leute scheinen ein Problem zu haben mit dem dt. Neutrum - ich nicht. Die Sprache soll nicht aus politischen Gründen oder durch Moden verschlimmbessert werden. Gruß
Erstens: Artikel 3 Grundgesetz ist nicht irgendeine politische Wunschvorstellung, sondern verbindlich für alle, und was Diskriminierung ist, definieren nicht irgendwelche Konservativen, sondern die Richter in Karlsruhe. Diejenigen Politiker, die nach 1949 Schritt für Schritt den Sprachwandel unterstützt haben (in Richtung Aus-der-Mode-Bringen des Wortes „Fräulein“), sind Teil eines Mainstreams, der von der Verfassung voll gedeckt ist (es geht um die von der Verfassung geforderte Verbesserung der gesellschaftlichen Position der Frauen, bei dem ein anderes Sprechen und Schreiben als früher sehr hilfreich ist).
Zweitens: Es geht nicht um irgendwelche „Verschlimmbesserungs“-Vorschläge irgendwelcher Feministinnen, sondern um die Feststellung dessen, was der Fall ist. Und Fakt ist: Alle Sprachstatistiken bestätigen, dass das Wort „Fräulein“ im Rückzug begriffen ist und heute so benutzt wird, wie man mit einem Oldtimer durch die Gegend fährt: spielerisch und mit einem Anflug von Nostalgie. Für Alltagszwecke benutzt diesen Begriff nur noch eine Randgruppe.
Drittens: Wörter haben in verschiedenen Sprachen verschiedene Konnotationen. Diese haben wiederum mit der Geschichte des jeweiligen Landes zu tun. Und dem Wort „Fräulein“ ist es in Deutschland nicht gut bekommen, dass es zum Gegenstand staatlicher „Gnadenerweise“ wurde („Sie dürfen sich jetzt amtlich ‚Frau‘ nennen, weil wir gnädig geruhen, Ihnen das zu erlauben“) und dass viele US-Amerikaner nach 1945 bei dem Wort Fräulein sofort an „geschlechtskrankes Flittchen“ dachten (nachzulesen bei Wolfgang Koeppen, „Tauben im Gras“), weil GIs vor ihrer Entsendung nach Deutschland pflichtgemäß auf die ihnen drohenden Gefahren durch „sehr willige junge Damen“ hingewiesen wurden. Diese Konnotationen haben entsprechende Begriffe in anderen Sprachen nicht. Der Hinweis auf das genus neutrum führt eher in die Irre, denn kein Mann beschwert sich darüber, „eine Person“ (genus femininum) genannt zu werden ("gender" und "sex" sind Kategorien, die nur bedingt miteinander zu tun haben, auch wenn beide Kategorien auf Deutsch „Geschlecht“ heißen). Um Grammatik geht es bei dem Wort „Fräulein“ überhaupt nicht.
Corradox 17:52, 5. Apr. 2008 (CEST)
Hallo, Corradox. "Grundgesetzt"? "Verbindlich für alle"? Du scheinst die Tatsache zu vergessen, daß nicht jeder, der Deutsch spricht, ebenfalls Deutscher ist. Deutsche Sprache NUR für deutsche Staatsbürger? So was wäre sogar diskriminierend. Das Grundgesetz der Bundesrepublik ist verbindlich nur in ihrem Territorium, nicht im Ausland. Es gibt viele Ausländer, die Deutsch sprechen aber nicht in Deutschland leben (Österreicher und Schweizer zum Beispiel, aber auch Italiener wie Südtiroler und sogar Irländer und Spanier). Außerdem kann kein Gesetz Dir vorschreiben, welches Wort Du im Alltagsleben benutzen oder vermeiden sollst, jeder ist frei zu entscheiden, wie er spricht; nur Schimpfwörter sind bedenklich und zu vermeiden, aber "Fräulein" ist ganz bestimmt keins davon. Gruß


Natürlich darf jeder so sprechen und schreiben, wie er oder sie will, auch in Deutschland. Und das, was der Grundrechtsteil des „Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland“ bestimmt, gilt im Prinzip weltweit, weil er auch Teil der Menschenrechtskonvention der UNO ist. Diskriminierung ist überall verboten. Das folgt aus dem Gleichheitsgrundsatz.

Die spannende Frage, die übrigens am Schluss des Artikels im Vordergrund steht, ist nun: „Diskriminiere ich eine junge Frau, indem ich sie ‚Fräulein‘ nenne?“. So einfach wie die Autorinnen der „Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs“, die autoritär behaupten, jede Benutzung des Wortes „Fräulein“ stelle einen Fall von „Sexismus“ dar, sollte man es sich in der Tat nicht machen.

Mindestvoraussetzung für das Vorliegen einer „sexistischen Diskriminierung“ ist es ja wohl, dass mit einem bestimmten Begriff Bezeichnete sich überhaupt diskriminiert fühlen. Wenn jemand „Fräulein“ genannt werden will, gibt es eigentlich keine Probleme.

Schwieriger ist der Fall, wenn jemand es sich verbittet, „Fräulein“ genannt zu werden. Ich neige dazu zu empfehlen, dass diesem „Veto“ entsprochen wird, und zwar auch dann, wenn man als Sprecher das Wort „Fräulein“ für unproblematisch hält.

Schließlich gibt es da noch die ganze Palette der Verwendungen des Wortes, die Okamura Saburo aufführt. Einige sind harmlos, z.T. sogar pfiffig; andere stellen Bezugnahmen auf historische Sachverhalte und Buchtitel dar. Problematisch sind allerdings die von ihm zitierten Fälle, in denen das Wort „Fräulein“ benutzt wird, um absichtlich bestimmte (Arten von) Frauen abzuwerten.

Jeder, der das Wort „Fräulein“ weiter benutzt, sollte sich der Gefahr bewusst sein, dass ihm die zuletzt genannte Absicht unterstellt wird (so wie Friedrich Nietzsche heimtückisch für das Festhalten am Wort „Weib“ plädierte, das aber damit begründete, dass alle Frauen „Weiber“ im modernen, also abwertend gemeinten Wortsinne seien).

Fazit: Im weiten Feld der „Political Correctness“ können jederzeit „Minen hochgehen“. Das gilt auch für das Wort „Fräulein“.

Zur Psychologie der Sprachverwendung

Bei der Bearbeitung der Geschichte des Wortes „Fräulein“ ist mir eine Frage in den Sinn gekommen: „Wie kommt es eigentlich, dass im Jahr 1955, also mitten in der Restaurationszeit der Adenauer-Ära, das Bundesinnenministerium den Startschuss für die allgemeine Verwendung des Begriffs ‚Frau‘ als Anrede gab?“

Dazu habe ich mich einmal in die Psyche von Frauen hineinversetzt, die 1955 ca. 35 Jahre alt waren. Bei Kriegsende waren sie 25. Gleichaltige Männer waren in großer Zahl entweder im Krieg gefallen oder in Kriegsgefangenschaft. Die Chance zu heiraten sank also rapide (mangels geeigneter deutscher Männer). Viele Frauen blieben also unverschuldet „Fräulein“. Zugleich wurde diese Generation kräftiger, durchaus auch emanzipationswilliger junger Frauen als „Trümmerfrauen“ benötigt und „stand ihren Mann“. Einige von ihnen machten sogar Karriere.

Und nun stelle man sich eine gestandene unverheiratete 35-Jährige vor, die promoviert hat und hartnäckig „Fräulein x“ genannt wird, während eine Gleichaltrige, die nie studiert hat, aber einen Arzt geheiratet hat, von denselben Leuten, die die Doktorin als „Fräulein x“ bezeichnen, respektvoll „Frau Doktor y“ genannt wird! Dass diese Ausdrucksweise zutiefst ungerecht ist, leuchtet wohl jedem ein.

--Corradox, 10:38, 6. Apr. 2008 (CEST)

Artikelaufbau

Extrem unglücklich finde ich, wie unter dem Abschnitt "Entwicklung" erst aufs deutsche BGB Bezug genommen wird und dann abrupt und ohne jeglichen Bezug zur Kinderliteratur und dem Fräulein Rottenmeier geschwenkt wird. Dass es von der Juristerei zur Kinderei manchmal nur ein kurzer Schritt ist, mag vielleicht sein, aber in diesem Zusammenhang ist es doch eher irritierend, um nicht zu sagen extrem unglücklich. Vielleicht kann man hier einen etwas eleganteren und passenderen Übergang finden? --J.-H. Janßen 18:40, 19. Mai 2008 (CEST)