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Lech

Dieser Artikel befasst sich mit dem Fluss Lech, weitere Bedeutungen unter Lech (Begriffsklärung)

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Lech

Der Lech in Augsburg, Blick vom Hochablass flussabwärts

Daten
Lage Vorarlberg, Tirol (Österreich), Bayern (Deutschland)
Länge 264 kmdep1
Quelle in der Nähe des Formarinsees in Österreich (Vorarlberg)Vorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe 2.789 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehlt
Mündung Bei Marxheim in die DonauVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehlt
Mündungshöhe 392 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehlt
Höhenunterschied 2.397 mdep1
Flusssystem Donau
Einzugsgebiet 4.126 km²dep1
Abflussmenge 49 m³/s - 2.300 m³/s
Großstädte Augsburg
Mittelstädte Landsberg am Lech
Kleinstädte Füssen und Schongau
Rechte Nebenflüsse Halblech
Linke Nebenflüsse Vils, Wertach
Schiffbar nur auf größeren Stauseen möglich
Energiegewinnung mittels 30 Kraftwerken und 24 Stauseen

Der Lech ist ein rechter Nebenfluss der Donau in Österreich und Deutschland. Der 264 km lange Fluss entspringt in Vorarlberg und fließt durch Tirol und Südbayern, wo er in die Donau mündet. Nach der deutsch/österreichischen Grenze nimmt er die Vils auf, stürzt am Lechfall bei Füssen hinunter und durchquert auf seinem Weg Schwaben und Oberbayern. Die größten Städte am Lech sind Landsberg am Lech und Augsburg, wo er die Wertach aufnimmt. Bei Rain am Lech mündet der Fluss in die Donau.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Name Lech leitet sich vom lateinischen Licus und vom keltischen Lik ab. Diese zwei Begriffe bedeuten der Schnellfließende, oder der Steinreiche, was man dem Lech heute noch ansehen kann. Andere Formen sind Licias, Licca oder Lika. Lech oder Lik könnte jedoch auch den gleichen Wortstamm haben wie fr. lac (See) engl. lake (See), dt. Lache (Pfütze), vergleiche auch Dialektörter wie „auslicher“ (für auswaschen) oder „es lichert na“ (es regnet herunter) und damit ein Urwort für Wasser an sich sein.

Im Bereich des früheren keltischen Siedlungsgebietes leiten sich eine Reihe von Flussnamen von dem Wort ab:

Neueste Forschungen weisen aber darauf hin, dass der keltische Begriff bereits vor den Kelten benutzt wurde und vom Altbaskischen abstammt. Wenn sich bei einem entsprechenden Vergleich dann aber auch der Charakter des Flusstyps bestätigt, könnte die althergebrachte Bedeutung einer Wortwurzel wie lik besser eingegrenzt werden, die dann doch so etwas wie „steinreich“ oder „kiesig“ bedeuten würde. Man jedenfalls geht auch von der genannten lik-Wurzel bzw. lik-Bedeutung aus: Man erkennt darin, bei entsprechender konsequenter linguistischer Begründung und aufbauend auf einer Theorie, ein vaskonisches Wort, und zwar „leg-“, das im baskischen Gattungswort legar heute noch lebendig ist und wie gesagt so viel wie Kies und Geröll heißt. Von diesem paläobaskischen leg- als einem Lehnwort ausgehend, das in die altindogermansichen Dialekte vorgedrungen ist, kann man für den Lech ein ursprüngliches „lekia“, das sich zusammensetzt aus lek- (bzw. leg für Stein, Geröll), aus -i- als einer Art Adjektivierung (steinig, steinreich) und aus -a- als dem bestimmten Artikel, ein Urname sozusagen, der dann entsprechend ins Keltische und dann ins Römische und Germanische übernommen wurde.

Geografie

Flusslauf

Der Lech entspringt im Lechquellengebirge (Vorarlberg) aus seinen zwei Quellbächen Formarinbach (Quelle nahe dem Formarinsee) und Spullerbach, der aus dem Spullersee abfließt, die sich bei Lech vereinigen. Er fließt zunächst in nordöstlicher Richtung zwischen den Allgäuer Alpen und den Lechtaler Alpen durch Tirol. Auf seinem Weg durch das Lechtal verläuft er durch die Gemeinden Warth, Steeg, Holzgau, Bach, Elbigenalp, Häselgehr, Elmen, Stanzach, Forchach, Weißenbach, Ehenbichl, Höfen und Lechaschau. Reutte ist der größte am Lech liegende Ort auf österreichischem Gebiet. Im unteren Lechtallauf durchquert der Lech unterhalb Reutte Pflach, Musau und Pinswang. Kurz vor der Grenze nimmt der Lech die Vils auf.

Nach der Grenze zu Südbayern stürzt der Fluss über den etwa 12 m hohen Lechfall. Kurz dahinter passiert er Füssen und durchfließt den Forggensee, den größten von insgesamt 24 Stauseen, unterhalb der Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. An ihm befinden sich auch die Orte Roßhaupten, Halblech, Rieden und Schwangau. Im weiteren Verlauf nach Norden passiert der Lech Prem, Lechbruck und das Gemeindegebiet Steingaden. Dahinter verläuft der Lech durch ein Gebiet, bei dem er noch naturbelassen ist, der Litzauer Schleife. Hinter ihr wird der Lech von seiner längsten Brücke überquert, der Lechtalbrücke Schongau, bei der er die Grenze der Orte markiert. Bei Hohenfurch verlief der frühere Rand des früheren mächtigen Lechgletschers. Weitere Ortschaften an der hier relativ ununterbrochenen Seenkette sind Kinsau, Apfeldorf, Epfach, Reichling, Seestall, Mundraching, Unterdießen und Pitzling, einem Ortsteil der mittelalterlichen Stadt Landsberg am Lech, die vom Lech darauffolgend durchquert wird. Es folgen Kaufering, Schwabstadl, Scheuring, Prittriching und Schmiechen am weiterhin oft aufgestauten Lech. Am Mandichosee zwischen Königsbrunn und Merching wird der Lech auch freizeitlich genutzt. Folgend durchfließt er das Trinkwasser- und Naturschutzgebiet Augsburger Stadtwald. Letztendlich trifft er auf das besiedelte Gebiet der mehr als 2.000 Jahre alten Stadt Augsburg. Dort wird am Hochablass ein Teil des Lechwassers in das Augsburger Kanalsystem abgeleitet.

Am nördlichen Ende von Augsburg nimmt der Lech das Wasser der Wertach auf. Ab diesem Punkt ist der Flusslauf sehr stark begradigt und eingedeicht worden. Es folgt die Brücke der Bundesautobahn 8 und das Stauwehr von Gersthofen, wo ein Teil des Wassers in den Lechkanal abgeleitet wird, der unter anderem das Wasserkraftwerk in Gersthofen speist. Der Kanal verläuft in geringem Abstand parallel zum Lech auf dessen linker Seite und mündet hinter Meitingen wieder in den Fluss. Weitere Ortschaften am unteren Lech sind Thierhaupten, Ellgau, Münster am Lech, Oberndorf am Lech, Rain am Lech und Niederschönenfeld.

Gegenüber von Marxheim, etwa 12 km donauabwärts von Donauwörth, mündet der Lech in die Donau. Das zu Marxheim gehörende Dorf Lechsend liegt wegen Veränderungen im Mündungsbereich heute nicht mehr genau der Mündung gegenüber.

Länge und Einzugsgebiet

Über die Länge des Lechs gibt es unterschiedliche Angaben zwischen 248 und 285 km. Die bayerischen Wasserwirtschafts- und Flussbauämter geben einen Wert von 256 km an. Auch für die Isar gibt es unterschiedliche Werte von 263 km, 283 km und 295 km. Die meisten für den Lech angegeben Werte liegen jedoch niedriger, sodass man davon ausgehen kann, dass der Lech nach Inn und Isar der drittlängste Nebenfluss der Donau auf deutschem Gebiet ist.

1896 wurde das gesamte Einzugsgebiet des Lechflusses mit 4.126 km² angegeben, 1927 sogar mit 4.400 km². Das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft gibt heute 3.926 km² an. Etwa ein Drittel des Einzugsgebietes liegt auf österreichischem Gebiet.

Zuflüsse

Die größten Zuflüsse des Lechs sind die 159 km lange Wertach, deren Abflussmenge aus Zahlen des Hochwassernachrichtendienstes von Bayern auf rund 32 m³/s geschätzt wird, und die Vils (7,68 m³/s).

Kleinflüsse wie der Zürser-, Bocks-, Streim-, Horn-, und Schwarzwasserbach sind Zuflüsse erster Ordnung, genauso wie der Rotlech, die Planseeache (Archbach) und der Halblech. Weitere kleinere Zuflüsse sind das Doldensee- und das Reiserbächlein, die Peitnach, der Rossgraben, die Schönach und die Illach. Ein letzter Zufluss ist die Münsterer Alte, bevor der Lech sich mit der Donau vereinigt.

Insgesamt gibt es ohne die Quellbäche Formarinbach und Spullerbach und ohne die Friedberger Ach, die bis 1555 in den Lech floss, 56 Lechzuflüsse, jeweils 28 in Deutschland und Österreich.

Bei Warth mündet der Krumbach in den Lech. Der Krumbach entspringt beim Hochtannbergpass. Der Höhenbach ist der nächste bedeutende Seitenbach. Er mündet bei Holzgau in den Lech. Der Höhenbach entwässert den bedeutenden Taleinschnitt südlich des markanten Allgäuer Hauptkamms. Er beginnt mit dem Zusammenfluss von Schochenalpbach und Rossgumpenbach. Im Unterlauf des Höhenbachs befindet sich der Simms-Wasserfall.

Lech zwischen Kaufering und Landsberg, Flussaufwärts

Der Bernhardsbach mündet beim Ort Elbigenalp in den Lech. Dieser Bach entwässert den Taleinschnitt zwischen der zentralen Hornbachkette und dem südlich vorgelagerten Bernhardseck.

Erst am Ende der langen Hornbachkette mündet der nächste größere Seitenbach ein, der Hornbach. Er entwässert das Hornbachtal, ein längeres Tal zwischen der Hornbachkette im Süden und dem Allgäuer Hauptkamm mit dem Hochvogel im Norden. Am Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Hornbach zwei Kilometer vor der Einmündung in den Lech durch eine 15 Meter hohe Geschiebesperre (Staumauer) gestaut. In den folgenden Jahren hat die Geschiebesperre hundertausende Kubikmeter Geröll zurückgehalten. Im Rahmen des neuen Naturschutzgebiets Tiroler Lechtal (siehe beim Abschnitt Schutzgebiete) wurde nun die Geschiebesperre in zwei Stufen in den Jahren 2003 und 2005 teilweise abgetragen. In der Folge verlagerten sich bereits über 100.000 Kubikmeter Geröll in Richtung Lech. Dort trugen Sie zu einer Erhöhung der Lechsohle um mehrere Meter bei.

Ein wichtiges Seitental des Hornbachtals ist das Jochbachtal. Der Jochbach entspringt unterhalb des Hornbachjochs und mündet bei Hinterhornbach in den Hornbach. Im unteren Teil bildet der Jochbach eine interessante Klamm aus. Sie ist nicht begehbar, jedoch kann man von der Gufelbrücke in Hinterhornbach sowie von den Wanderwegen ins Jochbachtal aus in die Klamm hinabsehen. Das Jochbachtal ist ein Tal der Superlative. Hier handelt es sich um das wildeste und ursprünglichste Tal der Allgäuer Alpen. Zu den Jochbachhütten (Alphütten), die sich ungefähr in Talmitte befinden, führt nicht einmal ein Fahrweg. Sie sind - wie das gesamte Tal - nur auf einem teilweise mühsam zu begehenden Pfad erreichbar. Verglichen mit den Tälern auf der anderen - deutschen - Seite des Allgäuer Hauptkamms stellt dieses Tal eine andere Welt dar.

Zwischen Stanzach und Forbach mündet der Schwarzwasserbach. Um Verwechslungen mit dem gleichlautenden Bach im Kleinen Walsertal zu vermeiden, sagt man auch Tiroler Schwarzwasserbach. Das Tiroler Schwarzwassertal befindet sich zwischen der Rosszahngruppe im Süden und den Vilsalpseebergen im Norden.

Der Weißenbach mündet beim gleichlautenden Ort in den Lech. Es kommt mitten aus den Vilsalpseebergen aus dem Birkental zwischen der Leilachspitze im Süden und dem Litnisschrofen im Norden.

Der Lech zwischen Warth und Füssen zählt mit seinen Seitenbächen zu den bedeutendsten noch erhalten gebliebenen Wildflüssen der Alpen. Er wird auch „Tagliamento des Nordens“ genannt. (Der Tagliamento in den Südlichen Kalkalpen ist der bedeutendste noch erhalten gebliebene Wildfluss der Alpen). Bestrebungen zur Unterschutzstellung des Lechs endeten Ende des Jahres 2004 mit der Ausweisung weiter Teile des Lechtals und seiner Seitentäler als Naturschutzgebiet und Naturpark. Eine zunächst anvisierte Ausweisung des Gebiets als Nationalpark ließ sich nicht durchsetzen. Trotz der Unterschutzstellung werden auch in Zukunft die Konflikte zwischen den unterschiedlichen Interessen weitergehen. Denn ein Wildfluss mit seiner ganzen Dynamik und besiedelte Talräume lassen sich nur schwer vollumfänglich in Einklang miteinander bringen.

Bei Reutte mündet der Archbach ein, Er ist der einzige Abfluss des Plansees, daher wird er auch Planseeache genannt. In seinem anfangs steilen Tal ist auch das 110-kV-Umspannwerk-Reutte zu finden. Über dieses Tal wurde auch eine große Spannbetonbrücke errichtet.

Kurz vor dem Austritt ins Alpenvorland mündet der bedeutendste Nebenfluss in den Lech, der aus den Allgäuer Alpen kommt: die Vils, der wasserreichste Wasserlieferant des Lechs. Sie entwässert weite Teile des Tannheimer Tals und des Taleinschnitts bei Pfronten. Die Vils entspringt südlich des Vilsalpsees. Nach dem Verlassen des Sees verläuft sie nach Norden zum Ort Tannheim. Dort mündet die Berger Ache, die aus dem Haldensee im östlichen Tannheimer Tal kommt. Die Vils wendet sich nun nach Westen bis zum Ort Schattwald. Dort wendet sie sich nach Norden und verläuft in einer Schlucht zwischen den Gipfeln des Sorgschrofen und des Schönkahler. Dort befindet sich auch der Vilsfall. Dieser Wasserfall ist wegen eines Kraftwerks etwas dezimiert. Vor Pfronten wendet sich die Vils nach Osten und erreicht Pfronten. Bei Pfronten Steinach mündet die Steinacher Achen, die im Oberlauf auf österreichischem Gebiet Seebach heißt. Dieser Bach verläuft im Taleinschnitt zwischen dem Einstein und dem Aggenstein. Hinter Pfronten mündet der Reichenbach ein, der vom Aggenstein her kommt und eine sehenswerte Schlucht, die Reichenbachschlucht bildet. Kurz vor dem Ort Vils mündet noch der Kühbach ein. Auch dieser Bach bildet in seinem Unterlauf interessante Wasserfälle. Hinzu kommen weitere viele Vilszuflüsse, die zusammen mit dem hohen Niederschlag das hohe Abflussverhalten ermöglichen.

Der Lech muss sich kurz vor Füssen durch eine Engstelle zwängen. Dort ist der Lechfall. Dieser Wasserfall ist ebenfalls durch die Wasserkraftnutzung etwas beeinträchtigt. Bei Füssen erreicht der Lech das Alpenvorland und mündet in den Forggensee, dem größten deutschen Stausee, in dem die kleinen Zuflüsse Füssener Achen und Mühlberger Ach einmünden.

Unterhalb der Talsperre mündet der Halblech ein. Sein kiesiges Flussbett kann bei totalem Niedrigwasser völlig austrocknen, während ein Hochwasserabfluss von 200 m³/s es vollkommen überflutet. Diese Schwankungen hängen mit den alpinen Niederschlägen zusammen. Der Halblech fließt in seinem Gebiet ausschließlich durch die gleichnamige Gemeinde Halblech und deren Ortsteile Buching, Halblech und Eschenberg. Sein flaches Tal verläuft am östlichen Rand des Allgäus. Sein wichtigster Zufluss ist die Trauchgauer Ach.

Bei Steingaden mündet die Illach ein. Ihr Abflussverhalten schwankt ebenfalls stark (zwischen einem Abfluss von 1 m³/s Niedrigwasser, bis 60 m³/s Hochwasser). Diese Schwankungen hängen auch mit voralpinen Niederschlägen zusammen.

In der Nähe von Hohenfurch fließt die Schönach dem Lech zu. Sie stellt eine besondere Rolle dar: Ihr Tal widerspiegelt exakt den früheren Rand des Lechgletschers. Wie bei der Illach treten hohe Abflussschwankungen auf, die bis zu 50 m³/s ansteigen können.

Nach der Litzauer Schleife ist der nächste nennenswerte Zufluss die Peitinger Ache, auch als Peitnach bezeichnet. Dieser kleine Zufluss ist bekannt für sein reichhaltiges Fischvorkommen. Aufgrund der Überfischung wurde das Angeln eingestellt, um den naturbelassenen Kleinfluss im natürlichen Zustand erhalten zu lassen. Dennoch gibt es heute Angelvereine.

Aufgrund seines gradlinigen Verlaufs in Richtung Norden mündet als nächster großer Zufluss die Wertach nach ca. 60 Kilometern Flussstrecke ein. Sie ist mit 159 km zugleich der längste und mit 32 m³/s der zweitwasserreichste Lechzufluss. Sie entspringt im Oberallgäu nahe der Marktgemeinde Wertach und fließt über Marktoberdorf und Schwabmünchen nach Augsburg. Die ersten 30 Flusskilometer ist sie noch relativ natürlich belassen. Trotzdem wird sie bereits von der Wasserkraft genutzt, ein bekannter Stausee ist der Grüntensee. Gegen Pfingsten 1999 fand ein Jahrhunderthochwasser statt, bei dem die Wertach einen Abfluss von 423 m³/s erreichte und den Augsburger Stadtteil Pfersee komplett überflutete. Daraufhin wurde das Projekt „Wertach vital“ begonnen, dessen Ziel es war, das Flussbett der Wertach zu renaturieren.

Der letzte Zufluss ist die Münsterer Alte, ein kleiner Fluss, der fast parallel entlang des Lechs verläuft.

Abflussverhalten

Der Lech entwässert die Lechtaler Alpen, sowie Teile der bayerischen Alpen nach Norden zur Donau und damit letztendlich zum Schwarzen Meer hin. Insgesamt umfasst das Einzugsgebiet etwa 4.000 Quadratkilometer. Da der Niederschlag im Winter vor allem in den Alpen zumeist als Schnee fällt, führt der Lech während der Schneeschmelze im Frühling und Sommer besonders viel Wasser. Mit einem mittleren Abfluss zwischen 100 und 200 Kubikmetern pro Sekunde ist er mit mittelgroßen deutschen Flüssen wie der Mosel, dem Main oder dem Neckar vergleichbar, die zwar mehr als doppelt so große Einzugsgebiete entwässern, jedoch einen ähnlichen Abfluss aufweisen. Der Abfluss des Lechs liegt bei Extremwerten zwischen einem Niedrigwasserabfluss von 49 m³/s und einem HQ-200 Wert von 2.300 m³/s.

Zu einem genauen mittleren Abfluss gibt es verschiedene Quellen mit jeweils unterschiedlichen Angaben:

In Bezug auf langjährige Messreihen des Hochwassernachrichtendienstes Bayern (am letzten bayerischen Pegel vor der Mündung) weist der Lech einen mittleren Jahresabfluss von 115 m³/s auf („Augsburg u. d. Wertachmündung“, 1960-2003) und belegt damit Platz sechs hinter Donau (1.490 m³/s), Inn (740 m³/s), Salzach (250 m³/s), Isar (175 m³/s) und Main (164 m³/s). Der Vergleich der Donauabflüsse in Donauwörth (192 m³/s) und in Ingolstadt (314 m³/s) (jeweils Jahresreihe 1924-2003 des Hochwassernachrichtendienstes) ist ein Hinweis, dass der Lechabfluss kleiner als 314 m³/s − 192 m³/s = 122 m³/s ist.

Im Buch „Lechauf-Lechab“ wird von den Sätzen berichtet „… Geht man aber von der Wassermenge aus, kommt er auf den zweiten Platz, vor der Isar … Nicht nur an Normaltagen, auch bei Hochwasser führt, solange es ein innerbayerischer Vergleich erlaubt, mehr Wasser als die Isar.“, dass der Lech auf Rang vier in der Liste der größten Flüsse Bayerns sei. Demnach müsste der Wert der Wassermenge des Lechs mindestens 175 m³/s betragen.

Daher muss man sich zunächst an einem durchschnittlichen Abflusswert zwischen 100 m³/s und 200 m³/s orientieren.

Geologie

Urlech

Obgleich die Oberläufe des Lechs heutzutage verhältnismäßig kleiner sind, ist der Lech geologisch einer der jüngeren Flüsse, da die Alpen vergleichsmäßig mit anderen Gebirgen nicht zu den Ältesten gehören.

Noch vor der letzten Eiszeit begann der Rhein erst an der südwestlichen Spitze des Schwarzwaldes. Das Wasser der Alpen, das heute in den Rhein fließt, wurde damals in der Urdonau nach Osten getragen, die bis zur Rißeiszeit weiter nördlich im Tal der heutigen Altmühl und des Wellheimer Trockentals entlangfloss. Südlich der Donau floss der Urlech nach Norden, dessen damaliger Verlauf bis heute noch nicht geklärt ist. Dafür gibt es drei Theorien:

Dass der Lech heute einen fast süd-nördlichen Verlauf hat und bereits bei Donauwörth einmündet, liegt auch an einem Meteoriteneinschlag, der vor 15 Millionen Jahren auf der Höhe von Nördlingen stattfand (Ries-Impakt).

Inseln

Die meisten kleinen Inseln und Kiesbänke des Lechs werden durch die jährlichen Hochwasser immer wieder in Umfang und Form verändert. Der Bau von Stauanlagen und Talsperren hat die Dynamik des Lechs deutlich eingeschränkt. Heute ist der Lech bei Hochwassereignissen außer Lage neue Schottermengen aus dem Alpenraum heranzutragen. Die Kiesbänke zählten zu Anfang des 19. Jahrhunderts zu artenreichen Lebensräumen. Schwemmlinge und Sämerein aus dem Alpenraum konnten auf den Biotopen siedeln. Durch ausbleibende Hochwässer, die wegen der Stauseen aufgehalten wurden, und dem damit verbundenen Verlanden der Kiesbänke müssen sich konkurrenzschwache Pflanzenarten der voranschreitenden Verbuschung beugen. Heute werden die Kiesbankflächen bei Niedrigwasser gerne als Bade- oder Sonnenplatz genutzt. Auch diese Eingriffe führen zu negativen Folgen für die Natur. Vor allem bodenbrütende Vogelarten werden durch den Menschen in ihrem natürlichen Verhalten gestört. Einige Inseln im unmittelbaren Bereich von (größeren) Städten wurden im 19. Jahrhundert verbaut oder der Fluss wurde kanalisiert. Diese Flussbegradigungen schädigen ebenfalls den Naturraum.

Gewässergüte

Dass ein Fluss bei Hochwasser im Normalfall die Farbe beige („dreckig braun“) hat, versteht man sofort. Der Grund liegt an der lösshaltigen Lehm- und Humuserde, die das Wasser färbt. Oder wenn der Boden durch Algenbefall braun wirkt, was viel deutlicher bei der Wertach zu sehen ist, erklärt sich die Sache von selbst. Doch interessanter ist die Frage, warum der Lech so grünblau leuchtet.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde vom Wissenschaftler Tyndall bewiesen, dass die Farbe eines Flusses nicht am Wasser (reines H2O), sondern an den Mineralien liegt, die der Fluss mit sich bringt. Weil der Anteil an Feinstsedimenten sehr gering ist, wie in Schnee oder Gletschereis, wird das Sonnenlicht gefiltert und abgespiegelt, das den Fluss bläulich erscheinen lässt. Bei Zunahme der aufgelösten Mineralstoffen, bei denen es sich im Lech häufig um Kalkgesteine handelt, verwandelt sich die Färbung ins Grünliche.

Die Klarheit und Reinheit des Lechs, die seine durchsichtige, glas- bis smaragdhafte Farbigkeit unterstützt, hängt mit den niedrigen Jahresmitteltemperaturen zusammen, die wenig planktonartiges Leben aufkommen lassen. Ebenfalls trägt der hohe Kalkanteil (insbesondere das Hauptdolomit Magnesiumcarbonat), der eher lebensfeindlich ist dazu bei.

Nach der Wertachmündung sieht der Lech braun aus, weil sich die Wertach auf den Lech „schiebt“, und damit ihr grünbraunes Wasser zu sehen ist. Ein ähnlicher Vorgang ist die Innmündung.

Der Lech bei Kaufering, im Hintergrund Landsberg und die Alpen

Typisch für das Lechwasser ist der hohe Geröllanteil, der sich bei den Stauseen nachweisen lässt. Bestes Beispiel ist der Forggensee, bei dem die Speicherkapazität um 30.000 m³ reduziert wurde.

Die Sauberkeit des Lechwassers ist enorm. Man könnte ihn definitiv zum saubersten Fluss über 200 km Deutschlands küren. Man unterscheidet in Gewässergüten (I unbelastet; I–II gering; II leicht; II–III mäßig; III kritisch; III–IV stark; III–IV sehr stark; IV extreme Belastung), die in Grafiken aufsteigend mit den Farben blau, grün, gelb, orange und violett markiert sind. Ab der Quelle bis Elmen ist die Klasse I nachgewiesen worden. Bis Füssen ist es die Klasse I–II, obwohl es beim Forggensee früher eine starke Verschmutzung gab, die behoben wurde. Bis Augsburg ist es permanent die Güteklasse II, wenn sich nicht doch kleine Klasse II–III Lücken zwischen Landsberg am Lech und Schongau gibt. Bis in die 1970er-Jahre wurde der Lech ab Augsburg sehr stark verschmutzt. Das lässt sich auf das früher als Abwasser benutzte Kanalsystem zurückführen. Heute steht hinter Augsburg ein Klärwerk, das 99 % des Wassers reinigt, und damit sank der Wert auf Klasse II. Da heute das Abwasser sowieso nicht mehr in die Kanäle gekippt wird, lässt sich die Güteklasse heute sogar auf I–II regulieren.

Zudem weist der Lech eine extrem niedrige Wassertemperatur auf (Sommer:14 °C Winter:1 °C), wodurch nur wenige Algen wachsen können. Im Winter kann der Lech regelrecht zufrieren.

Geschichte am Lech

Der Lech bildete während der Zeit der Völkerwanderung und im frühen Mittelalter die Grenze zwischen dem alemannischen Stammesgebiet im Westen und dem baierischen im Osten und markiert auch heute noch ungefähr die Grenze zwischen den bairischen und den schwäbischen Dialekten. Der Lech widerspiegelte auch die Grenze zwischen Altbayern und Schwaben, dies lässt sich auch an den Ortsendungen -ing (bayrisch) und -ingen (schwäbisch) absehen, auch wenn der schwäbische Dialekt südlich von Landsberg über den Lech bis zum Ammersee greift. Am Flusslauf des Lechs, wurde unter anderem auch Gold aus den Flussablagerungen gewaschen. Die so gewonnenen Mengen des Edelmetalls hatten allerdings keine große wirtschaftliche Bedeutung.

Ereignisse

Der Lechrain wurde im Frühmittelalter, zum Ende der römischen Provinz Rätien, vor allem von Alemannen besiedelt, dürfte jedoch bald unter bairischen Einfluss gekommen sein. Schon 576 verortet der langobardische Autor Venantius Fortunatus in einer Epistel an Gregor von Tours den Lech in bajuwarischem Gebiet (PL 88,62A). Die Zugehörigkeit des Lechrains zum Herzogtum Baiern kann entsprechend ab dem 6. Jahrhundert angenommen werden; historisch gesichert ist die Lechgrenze zwischen Baiern und Schwaben ab dem 8. Jahrhundert. Davon unberührt bleibt der Lechrain allerdings bis heute Teil des schwäbischen Bistums Augsburg.

Im Jahre 955 wurden die Ungarn bei der Schlacht auf dem Lechfeld vom deutschen Heer unter der Führung von König Otto I. und Bischof Ulrich von Augsburg besiegt. Die Schlacht am 10. August 955 war der Endpunkt der Ungarnkriege und größte militärische Sieg Ottos des Großen gegen die ungarischen Reiter, die zuvor mit ihren Plünderzügen weite Teile Mitteleuropas durchzogen hatten. Benannt ist die Schlacht nach dem Lechfeld bei Augsburg.

Nachdem zunächst Welfen, Staufer und die Grafen von Dießen-Andechs im Lechrain herrschen, fällt das Gebiet im 13. Jahrhundert an die Wittelsbacher, die hier die Landgerichte Landsberg, Friedberg, Mering und Schongau einrichten. Als Grenzstädte nach Schwaben hin kommen Landsberg und Friedberg in den Genuss zahlreicher herzoglicher Privilegien, die zeitweise zu beachtlichem Wohlstand führen. Auf der anderen Seite war vor allem Friedberg immer wieder Opfer der beständigen Auseinandersetzungen zwischen Baiern und der wohlhabenden Reichsstadt Augsburg.

1632 hatten die Truppen unter König Gustav II. Adolf von Schweden hatten Nürnberg und dann Donauwörth eingenommen. Nun waren sie im Begriff gegen Ingolstadt zu ziehen. Feldmarschall Graf von Tilly wollte dies verhindern, indem er sie mit dem quantitativ unterlegenen, bayrischen Heer bei Rain am Lech-Übergang aufhielt, es folgte die Schlacht bei Rain am Lech. Nach zwei Tagen des Dauerfeuers auf beiden Seiten des Flusses, gelang den Schweden etwas weiter südlich der Übergang, worauf Tilly zu spät reagieren konnte. Bei den weiteren Kampfhandlungen wurde Tilly von einer Falkonettkugel in den rechten Oberschenkel getroffen, die diesen dabei völlig zertrümmerte. Maximilian I. befahl den Rückzug nach Ingolstadt, wo Graf von Tilly am 30. April 1632 seiner Verletzung erlag. Es gelang Gustav II. Adolf nicht, Ingolstadt zu erobern.

Mit der 1803/1806 erfolgten Eingliederung Augsburgs und Ostschwabens in das spätere Königreich Bayern verliert der Lechrain seine Grenzfunktion in politischer Hinsicht – mental ist sie bis heute lebendig geblieben.

Im Zuge der Verwaltungsreformen des frühen 19. Jahrhunderts werden die Landgerichte Landsberg, Schongau und Friedberg (mit dem 1799 eingegliederten Mering) Oberbayern zugeteilt. 1944 kommt der Landkreis Friedberg dann aber zum Bezirk Schwaben, wo er 1972 mit dem nördlich angrenzenden Landkreis Aichach zum neuen Landkreis Aichach-Friedberg vereinigt wird. Schongau wird im gleichen Jahr mit seinem östlichen Nachbarn Weilheim zum neuen Landkreis Weilheim-Schongau zusammengelegt, bleibt aber wie der weiterbestehende Landkreis Landsberg am Lech beim Bezirk Oberbayern.

Trotz dieser politisch-administrativen Zersplitterung wird der Lechrain bis heute als kulturell, sprachlich und historisch besonders geprägte Landschaft wahrgenommen und von den benachbarten Regionen (Allgäu, Oberland, Ballungsraum München) abgegrenzt. Zahlreiche Vereine, aber auch kulturelle Einrichtungen und Firmen führen heute den Lechrain in ihrem Namen.

Neubau Lechbrücke Gersthofen

Die ursprüngliche Lechbrücke wurde 1935/36 im Zuge des Autobahnbaues der Strecke MünchenUlm mit nur einem Überbau für den 2-streifigen Verkehr gebaut. Nach der Sprengung in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges, am 26. April 1945, wurde der Überbau mit Teilen aus dem Bestand, mit einzelnen Neuteilen, neuen Lagern und neuen Widerlagern aufgebaut. Der zweite südseitige Überbau wurde komplett neu errichtet. 1982 wurde die vorhandene Stahlbeton-Fahrbahnplatte abgebrochen und durch eine neue Stahlbetonplatte inkl. Abdichtung und Belag ersetzt.

Da beim Neubau der im Krieg gesprengten Brücke teilweise auch Stahl der damaligen Brücke verwendet worden war, zeigten sich in den letzten Jahren vermehrt durch Brückenschwingungen verursachte Ermüdungsrisse in den Stahlträgern. Dies führte seit August 2004 zu Verkehrsbeschränkungen auf der Brücke (maximal 80 bzw. 60 km/h für Pkw bzw. Lkw). Die Brücke konnte deshalb nicht mit wirtschaftlichem, vertretbaren Aufwand saniert und ertüchtigt werden.

Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn wird die bestehende Brücke abgerissen und durch zwei neue Brücken ersetzt. Unter Aufrechterhaltung des Autobahnverkehrs auf der bestehenden Brücke wird zunächst mit dem Bau der neuen Südbrücke in südlicher Seitenlage begonnen. Hierzu werden Behelfswiderlager gebaut und Behelfspfeiler im Lech errichtet, die für den Längsverschub des Südüberbaus notwendig sind. Um die Behelfspfeiler im Lech sicher gründen zu können, wurde der Flussuntergrund im Rahmen einer Vorwegmaßnahme sowohl von den Trümmern der gesprengten Vorkriegsbrücke als auch Granaten und Munition des Krieges befreit.

Im Juli 2005 wurde die errichte Südbrücke über den Lech geschoben, wo sie bis zum Abriss der alten Lechbrücke und Neubau der Nordbrücke als Ausweichstrecke des Verkehrs dienen soll. Erst danach, geplant war hierfür der November 2006, sollte die Brücke in ihre endgültige Position nach Norden verschoben werden.

Während des Hochwassers im August 2005 kam es zu einem Rückschlag beim Bau. Das provisorische östliche Fundament wurde unterspült, die neue Brücke sackte einseitig ab und drohte in den Lech zu stürzen. Durch diesen Vorfall musste die A 8 im Abschnitt zwischen Augsburg-Ost und Augsburg-West über einen Tag lang total gesperrt werden. Das Fundament konnte zwar stabilisiert werden, jedoch dauerte es bis Dezember 2005, bis der Schaden repariert und die Brücke wieder angehoben war.

Die Fertigstellung der gesamten Brücke wird sich aufgrund des Vorfalles auf Mitte 2007 verzögern.

Am 23. Juli 2006 wurde die alte Brücke von großen Kränen abgebaut.

Der Lechrainer Dialekt

Der Lechrainer Dialekt (sprachwissenschaftlich: Vorostschwäbisch) vereinigt ostschwäbische und mittel- bzw. südbaierische Dialektformen mit mittelhochdeutschen Relikten. Während das Schwäbische und das Baierische ansonsten recht klar voneinander geschieden sind, hat sich im Lechrain eine eigentümliche Mischform entwickelt, die wohl auf eine ursprünglich alemannische Bevölkerung zurückzuführen ist, die in Jahrhunderten baierischer Herrschaft zahlreiche baierische Dialektmerkmale übernommen hat.

Auffällige Merkmale des Lechrainischen sind das harte, kehlige -kch-, das man sonst im Allgäu und in Tirol hört, die Beibehaltung eines -ch- anstelle des stummen -h- (ziehen → ziacha, leihen → leicha) und eine Lautverschiebung vom hochdeutschen -i- zum -u- (Kirche → Kurcha, Wirt → Wurt).

Die Ausprägung des Lechrainer Dialekts verläuft parallel zum Verlauf des Lechs: Die stärksten Formen findet man in den Gemeinden am Fluss, während nach Osten hin – oft innerhalb weniger Kilometer – lechrainische Merkmale abnehmen und immer mehr baierische Formen auftauchen.

Lebensraum-Lechtal

Natur- und Umweltschutz

In Österreich besitzt er noch weitgehend den Charakter eines Wildflusses mit ausgedehnten Schotterbänken. Hier ist ein Naturschutzgebiet – der Naturpark Tiroler Lechtal eingerichtet. Mehrere Kraftwerksprojekte konnten verhindert werden, weil mehrere Bürgerinitiativen sich für den Erhalt der Wildflusslandschaft eingesetzt haben.

Im Flussbereich zwischen Landsberg und Augsburg sind noch seltene Lech-Urlandschaften erhalten geblieben. Man fasst die Einzelflächen unterschiedlicher Heiden und Trockenrasen unter dem Begriff Lechtalheiden zusammen. Sie stellen nur noch wenige Gebiete der ursprünglichen Flächen dar und stehen unter strengstem Naturschutz. Es handelt sich um einen der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas.

Fischtreppe am Lechwehr in Landsberg am Lech

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der natürliche Verlauf des Lechs durch verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen und den Bau von Stauseen stark eingeschränkt – mit weitreichenden Folgen für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt des Lechtals. Die Durchgängigkeit des Fließgewässers wird zum Beispiel häufig durch Wehre gestört. Dadurch wird die Möglichkeit der Wanderung und der Verbreitung von Fischen nach flussauf- bzw. flussabwärts erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Ebenso wurde die Funktion des Lechs als Biotopbrücke stark eingeschränkt. Tier- und Pflanzenarten die die Schotterstrasse des Lechs zum Austausch ihrer Biotope nutzten können heute nur noch auf geschützten Restrefugien überleben. Auch die Eindeichung in einigen Bereichen bedeutete einen Eingriff in das ursprünglich bestehende, ökologische Gleichgewicht. Die Auwälder wurden durch die Deiche vom natürlichen Wasserzufluss abgeschirmt, so dass der Auwaldbestand nur noch in Restbeständen vorhanden ist. Um zumindest in Teilbereichen die ursprüngliche Flusslandschaft zu erhalten, wurden mehrere Naturschutzgebiete ausgewiesen. So gehören die Schutzzonen Tiroler Lechtal, Litzauer Schleife bei Steingaden, die Lechtalheiden zwischen Landsberg und Augsburg und der Augsburger Stadtwald dazu. (Siehe auch: Ramsar-Konvention)

Flora/Pflanzenarten

Auf den Heide- und Auwaldflächen des Augsburger Bereichs haben sich viele Pflanzen unterschiedlicher Regionen eingebürgert. Der Lech dient dabei als Florenbrücke. So konnten hier einige Alpenpflanzen Einzug halten, darunter finden sich viele Enzian. Insgesamt finden sich auf den Lechheiden 28 unterschiedliche Orchideenarten. Zudem finden sich noch sogenannte Eiszeitrelikte, dabei handelt es sich um Arten, welche die letzte Eiszeit überdauert haben.

Alpengewäche wie Kugelblume oder Enzian

Arten östlicher Steppengebiete wie Kalkaster oder Geißklee

Pflanzen des Mittelmeerraumes, auf den Lechheiden vier sehr seltene Ragwurzarten

Die Lechtalheiden erlangten durch das hohe Artenaufkommen unterschiedlicher Orchideengattungen Berühmtheit in der botanischen Welt. Dies wird durch den abwechslungsreichen Lebensraum Trockenrasen begünstigt. Viele Einzelcharackterisiken der Böden ermöglichen auch das Wachstum von Arten die auch hier eher untypisch wären. Eine der häufigsten Orchideen der Lechheiden sind Mücken-Händelwurz, Helm-Knabenkraut, Brand-Knabenkraut und die Sumpf-Stendelwurz. Diese Arten zeigen ein stabiles und konstantes Auftreten. Das Brand-Knabenkraut ist auf den Lechheiden in deutlicher Ausbreitung begriffen. Das Große Zweiblatt ist in Deutschland eine der am häufigsten Orchideen, hier kommt sie nur zerstreut vor. Die südmediterranen Ragwurzarten sind exotisch anmutende Schönheiten mit sehr zerstreutem bis seltenem Vorkommen. Die Fliegen-Ragwurz und Hummel-Ragwurz haben ein relativ konstantes Auftreten. Seltenheiten stellen die Bienen-Ragwurz und die Große Spinnen-Ragwurz dar, sie sind unstet und können mehrere Jahre ausbleiben. Die Bienen-Ragwurz wurde erst 1964 neu entdeckt. Ebenfalls vereinzelt wachsen die Pyramiden-Hundswurz, Korallenwurz sowie das Kleine Knabenkraut. Eine entlang des Lechs fast ausschließlich in den Lechleiten und Auwäldern vorkommende Orchidee ist der Gelbe Frauenschuh. Allgemein selten und zerstreut sind Rotes Waldvöglein, Weißes Waldvöglein und Schwertblättriges Waldvöglein, auf den großen Heideflächen sind sie praktisch nicht zu finden. Zudem kommen noch folgende Orchideen auf dem Gebiet des Lechfeldes vor: Braunrote Stendelwurz, Breitblättrige Stendelwurz, Vogel-Nestwurz, Herbst-Drehwurz, Zweiblättrige Waldhyazinthe, Wohlriechende Händelwurz, Wanzen-Knabenkraut und Fuchs' Knabenkraut. Wie alle in Deutschland vorkommenden Orchideen, sind auch diese vom Aussterben bedroht und strengstens geschützt. Die Hauptblüte- und Wachstumszeit der meisten Orchideen liegt zwischen Mai und August. (siehe auch: Orchideen)

Die kalkhaltigen Böden sind für Enzianarten eine willkommene Heimat. Ihr Blütenbild begleitet die Heiden vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Frühblüher ab April sind der Stängellose Enzian und der Frühlings-Enzian. Bereits im Mai setzt der Schlauch-Enzian blaue Akzente. Ein typischer Sommerenzian ist der Schwalbenwurz-Enzian der immer seltener auf den Lechheiden vorkommt. Der Deutsche Enzian zählt mit seinen zahlreichen Einzelblüten zu den schönsten Enzianarten am Lech. Von August bis Oktober bildet das dunkelblau des Fransen-Enzian letzte Farbtupfer in der herbstlichen Wiese, auch diese Art nimmt in ihrer Ausbreitung ab. (siehe auch: Enziane)

Auf den Lechheiden finden sich einige Pflanzen, deren Ausbreitungsgrenzen auf diesem Gebiet enden, wie z. B. der Regensburger Geißklee. Viele Arten sind nur im Bereich des Lechs anzutreffen, darunter die Schwarze Akelei oder der Klebrige Lein. Andere sind typische und allgemeine Präge- oder Zeigerarten für den Lebensraum. Trockenrasen, lichte Schneeheide-Kiefernwälder oder Auwälder werden von ihnen bewachsen. Hier sind zu nennen: Silberdistel, Brunelle, Hauhecheln, Knollige Kratzdistel, Wiesen-Flockenblume oder die Skabiosen-Flockenblume. Zu diesen gesellen sich noch allgemeine Wiesenblumen und Wiesenpflanzen wie: Wald-Engelwurz, Baldrian, Akelei, Glockenblume oder die Herbstzeitlose.Durch die vielen Blütenpflanzen, welche fast über das ganze Jahr blühen, werden viele Insekten und Tagfalter angelockt. Durch die Besonderheiten im Detail können aber auch besonders bedrohte Arten Fuß fassen. Sumpf-Siegwurz, Türkenbund und Taglilien bilden dabei botanische Schönheiten. Aber auch kleine, weniger auffällige Blümchen haben hier letzte Refugien gefunden. Absolute Seltenheiten sind die Gewöhnliche Kugelblume und die Herzblättrige Kugelblume. An feuchten Stellen kommen dagegen untypische Gewächse wie der Salomonssiegel, das Vergissmeinnicht, Echte Mondraute, Echte Schlüsselblume, Sumpfdotterblume oder die seltene und bedrohte Mehlprimel vor. Echte Einwanderer der Alpenregionen sind Alpen-Pippau und Schneeheide. (siehe auch Blumenwiese)

Fauna/Tierwelt

Die Heidegebiete beherbergen eine artenreiche Tierwelt. Der große Blüten- und Pflanzenreichtum bietet unterschiedlichsten Insekten Lebensräume. Die Flächen sind für spezialisierte Tagfalterarten unersetzbar. Der Artenreichtum kann hier nur reduziert auf Zeige- oder Prägearten aufgelistet werden.

Die Schlingnatter findet am Lech Lebensraum

Viele Arten sind infolge der monotonen Landwirtschaftsflächen heimatlos geworden und vom Aussterben bedroht. Die Heideflächen sind zu klein und zu weit auseinanderliegend, als dass sie Tierarten retten könnten. Praktisch über das gesamte Sommerhalbjahr können blüten- und nektarspendende Pflanzen angeflogen werden. Die Imkerei hat in den Lechauen Tradition. Wiesenflockenblumen sind ausgiebige Futterquellen für Bienen. Auf den Heiden finden sich seltene Ameisengattungen wie: große Knotenameise, große Kerbameise, Schmalbrust-Ameise und die Harpa-Ameise.Eine winzige, nur 3 mm große Wanze, die Nestwanze, kommt nur hier vor. Ihr nächster Fundort liegt in Ungarn, ihr eigentlicher Lebensraum ist das südöstliche Russland. Die besonnten Freiflächen bieten wärmeliebenden Reptilien einen abwechslungsreichen Lebensraum. So hat die Schlingnatter einen ihrer größten Ausbreitungsräume im Lechtal. Zauneidechsen und Mauereidechsen stellen hier dem seltenen Sandlaufkäfer nach. Kreuzottern und Blindeschleichen ziehen waldige und unterwuchsreiche Orte vor. Die Ringelnatter lauert an feuchten Stellen Fröschen und anderen Kleintieren auf. Moore und Tümpel des Augsburger Stadtwaldes sind wichtige Amphibienhabitate. Hier tummeln sich Grasfrosch, Springfrosch, Laubfrosch und Erdkröte. Die Wechselkröte bevorzugt kiesiges Ödland. Das Vogelschutzgebiet der Lechstaustufe 23 ist ein wichtiges Brutgebiet unserer Wildvögel geworden. Naturbelassene Auwälder sind gedeckte Tische für Vögel und Kleinsäugetiere. Zahlreiche Spechte finden Nahrung in Althölzern. Viele Singvögel, darunter das berühmte Rotkehlchen sind regelmäßige Gäste. Unterholzreiche Wälder bieten zahlreichen Kleintieren Unterschlupf. Durch ihre Unzugänglichkeit schützt sich die Natur fast selbst. Im direkten Lechbereich bieten Schotterfelder und Steilufer weitere Naturflächen. Sie sind Heimat von Wasseramseln, Eisvogel und Flussregenpfeifer. Der mosaikartige und unterschlupfreiche Lebensraum wird von zahlreichen Wildtieren wie Kaninchen, Eichhörnchen, Reh und Fuchs gerne angenommen. An Altarmen und Nebenflüssen breitet sich der Biber aus, dies wird von einigen Menschen bereits wieder skeptisch gesehen.

In der sommerlichen Wiese lauert die Veränderliche Krabbenspinne auf einer Blüte verharrend, anfliegenden Insekten auf. Allgemein in Ausbreitung begriffen ist die Wespenspinne. Zur Geräuschkulisse der Heide gehören neben Vögeln auch Insekten wie: Heidegrasgrashüpfer, Schwarzfleckiger Grashüpfer und Feldgrille. Ein typischer Käfer der Blumenwiese ist der Blattkäfer, ein Pflanzenfresser der oft auf Blüten gefunden werden kann.

Der abwechslungsreiche Lebensraum bietet seltenen Tierarten Rückzugsmöglichkeiten. So bildet die Schlingnatter im Lechfeld eines der größten deutschen Vorkommen. Für zahlreiche Vogelarten ist das Lechgebiet als Brutplatz unersetzbar geworden. Der Augsburger Stadtwald beherbergt zahlreiche Flachmoore und Tümpel, diese stellen wichtige Amphibien-Habitate dar.

Initiative „Lebensraum Lechtal“

Die Initiative Lebensraum Lechtal wurde vom Verband für Landschaftspflege ins Leben gerufen. Seitdem ist diese treibender Motor in allen Naturschutzbelangen wie Biotopverbund, Informationstafeln oder Pflegeverantwortung. Die Arbeit wird auf dem gesamten Bereich vollzogen, von der Donaumündung bis Schongau. Zahlreiche Informationstafeln wurden im gesamten Lechgebiet errichtet und zeigen dem Lechbesucher die Wichtigkeit dieser Lebensräume auf. Die ansprechend und modern gestalteten Tafeln wollen den Menschen die Besonderheit dieser heimatlichen Kulturlandschaft ans Herz legen. Zusätzliche Informationen sind als Broschüre oder via Internet erhältlich. Das umfangreiche Projekt ist nur unter Mithilfe der betroffenen Gemeinden, Landkreise, Wasserversorgern, Landwirten und dem Bund-Naturschutz e. V. möglich. Betroffene Landkreise:

Wirtschaftsraum Lech

Der Lech hat keine Bedeutung für die Binnenschifffahrt und somit für den Transportverkehr, da der Fluss über seinen gesamten Verlauf nicht schiffbar ist. Es ist aber anzumerken, dass früher auf dem Lech Holz und andere Güter in beträchtlichen Mengen von Füssen über Landsberg und Augsburg bis an die Donau geflößt wurden. Seit dem Aufkommen von Eisenbahn und Kraftfahrzeugen wird dieser Transportweg so gut wie nicht mehr genutzt. Wirtschaftliche Bedeutung erlangt der Fluss durch seine Wasserkraft, die zur Stromerzeugung genutzt wird. Der Umfang der so erzeugten Energie erreicht allerdings nur wenige Prozent des heutigen Strombedarfes in Bayern.

Energie

Der Lech wird in Deutschland intensiv zur Energiegewinnung genutzt, mehrere Versorger betreiben insgesamt 30 Kraftwerke und 24 Stauseen (Laufwasser- und Speicherkraftwerk) mit einer Netto-Stromleistung von 335 MW (1998). Der größte Stausee von allen ist der Forggensee. Möglicherweise wird die Staustufenkette erweitert. Diesbezüglich kommt die Stufe 17 bei Sandau in Frage, dies ist jedoch erst möglich, wenn der Lech sein Flussbett ein wenig vertieft hat. Die Stufen 5, 24 und 25 werden vermutlich nicht gebaut, da sie durch Naturschutzgebiete verlaufen würden.

Wasserkraftwerke benötigen einen gleichmäßig hohen Wasserstand, damit die Energieerzeugung in niederschlagsarmen Monaten nicht zum Erliegen kommt. Dies wurde durch den Bau von mehreren Kanälen sichergestellt, die den Verlauf den Lech begleiten jedoch nicht größeren Anteil des Flusswassers mit sich führen. Im Gebiet unterhalb Augsburgs liegen am LEW-Werkkanal drei zwischen 1898 und 1922 erbaute Kraftwerke (Kanalkraftwerke Gersthofen, Langweid und Meitingen). Aus dem Lech wird bei der Lechstaustufe 22 das Wasser für den Lochbach ausgeleitet, an dem drei weitere, kleinere Wehre liegen. Am Nordrand von Augsburg zweigt der parallel verlaufende LEW-Werkkanal Richtung Meitingen ab und fließt erst nach über 20 Kilometern wieder zurück ins Flussbett. Die Kraftwerke entlang des Lechs erzeugen im Durchschnitt etwa 3–4 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie im Jahr. Auch der Forggensee, der 1954 als Hochwasserschutz südlich von Rosshaupten fertig gestellt wurde, wird zur Energiegewinnung genutzt. Der Stausee ist in der Lage, maximal 168 Millionen Kubikmeter Wasser zwischenzuspeichern.

Tourismus

Neben der bayerisch-schwäbischen Bezirkshauptstadt und einer Reihe weiterer sehenswerter Städte entlang des Lechs sind zahlreiche Lechlandschaften und Naturschutzgebiete von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel die Lechtalheiden südlich von Augsburg. Über weite Strecken wird der Fluss von Radwanderwegen gesäumt, die eine Radwanderung von den Alpen bis zur Donau ermöglichen.

Das Befahren des Lechs mit Kanus, Flößen oder ähnlich kleinen und wendigen Booten ist über Teilstrecken in der (nah)alpinen Region problemlos möglich. Im Oberlauf des Lechs wird Rafting zwischen Steeg und Weißenbach betrieben.

An einigen Stellen entlang des Lechs wird nackt gebadet, so beispielsweise in Augsburg im Bereich des Hochablasses. Im diesem Gebiet von Augsburg sind vermutlich sogar FKK-Gelände offiziell ausgewiesen.

Den Lech begleitet begleiten lange Radwege, die relativ einfach zu fahren sind, von der alpinen Region bis zum Mündungsbereich.

Holzschwemme

Seit der antiken Römerzeit bis hin ins 19. Jahrhundert diente der Lech als Transportweg für Holz aus den Alpen. Holzscheiter wurden von den Alpwäldern aus über den breiten kiesigen Lech nach Augsburg geschwemmt, dort aus dem Wasser gezogen und anschließend als Brennholz verkauft. Die Holzflöße wurden auch als Transportmittel für Güter verwendet. Die wichtigsten Häfen befanden sich in Reutte, Füssen, Epfach, Landsberg, sowie am Hochablass in Augsburg.

Fischerei

Die Bedeutung der Fischerei, von der an manchen Orten im Mittelalter die ganze Bevölkerung lebte, ist im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen. Grund ist der Naturschutz und das reichhaltige Fischvorkommen verschiedener Arten. So wurden sogar komplette Fischverbote an der Peitinger Ache und an Abschnitten des Lechs verhängt. Große Bedeutung in der Fischerei spielte der frühere Ort Deutenhausen.

Lechkanäle

Dem Lech wird an der Staustufe 22 und in Augsburg Wasser zur Energiegewinnung entnommen und in kanalartige Stadtbäche geleitet.

Neben dem Augsburger Kanalsystem, welches durch Lechwasser gespeist wird, gibt es weitere Kanäle in Augsburg, welche ausschließlich durch Wertach- und Singoldwasser gespeist werden. Eine Vermischung der beiden Kanalsysteme findet nicht statt.

Die beiden Lechkanäle, teilen sie sich im Stadtgebiet Augsburg in zahlreich kleinere Kanäle auf. Diverse kleinste Quellbäche aus dem Trinkwasserschutzgebiet Stadtwald Augsburg, münden in dieses Kanalsystem. Zusammengefasst als ein Auslaufkanal, fließen sie nur wenige Meter oberhalb der Wertachmündung im Landschaftsschutzgebiet Wolfzahnau zurück in den Lech.

Weitere Lechkanäle gibt es in Kinsau an der Staustufe 8a, in Landsberg und zwischen Gersthofen und Ellgau.

Forggensee

Die ersten Planungen für eine Nutzung der Wasserkraft bei Roßhaupten erfolgten Ende des 19. Jahrhunderts. 1898 kaufte die Firma Siemens & Halske erste Grundstücke im Bereich des Lechdurchbruchs bei Roßhaupten und erhielt eine Konzession zum Bau einer Wasserkraftanlage, die allerdings 1907 wieder erlosch.

Im Jahr 1910 veröffentlichte die Königliche Oberste Baubehörde eine Denkschrift über die Ausnutzung der Wasserkräfte am Lech, nach der schon damals bei Roßhaupten eine Staumauer mit 34 m Höhe, 140 m Kronenlänge und einem Speicher mit 65 Mio. m³ Gesamtinhalt errichtet werden sollte. Der erste Weltkrieg und wirtschaftlich schwierige Nachkriegsjahre haben die Realisierung des Projektes verhindert.

Der steigende Strombedarf in den Zwischenkriegsjahren erweckte erneutes Interesse am Bau eines Lechspeichers. Ein Entwurf von 1936/37 sah ein Stauziel von 784,00 Meter über Normalnull, also drei Meter höher als später ausgeführt, und eine Betonmauer mit eingebauten Kraftwerk vor.

1940 erfolgte die Gründung der Bayerischen Wasserkraftwerke AG (Bawag) mit dem Ziel, den Lech, die Untere Isar und die Obere Donau mit Kraftwerken auszubauen. Aufgrund der langen Bauzeit und wegen des Kriegsbeginns wurde der geplante Baubeginn des Speichers Roßhaupten jedoch zurückgestellt. Lediglich die Lechstufen 7 bis 15 zwischen Landsberg und Schongau konnten in den Jahren 1940 bis 1950 errichtet werden – die kleineren Kraftwerke konnten schneller realisiert werden.

Infolge des weiter wachsenden Energiebedarfes nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Projekt Lechspeicher wieder aufgenommen. Nach zähen Verhandlungen wurde das Stauziel auf 781,00 m ü. NN festgelegt - die ursprünglich geplante Stauhöhe von 784,00 m ü. NN hätte größere Umsiedlungen von 1.500 bis 2.000 Menschen und besonders im Bereich um Schwangau erhebliche Flächenverluste für die Landwirtschaft bedeutet. Einen Eindruck dieser Ausmaße lieferte das Pfingsthochwasser 1999, als der Seepegel am 22. Mai 1999 mit 782,91 m ü. NN noch gut einen Meter niedriger als das ursprünglich vorgesehene Stauziel lag.

Die Bawag, inzwischen nur noch für Ausbau der Lechstaustufen zuständig, begann 1950 mit dem Bau des Lechspeichers. Dabei fanden starke Proteste der Anlieger statt, die eine Schutzgemeinschaft gründeten und mit dem Schwangauer Vertrag 1952 eine weitgehend zufrieden stellende Einigung mit der Bawag erreichten. Für die Betroffenen konnten entweder ortsnah neue Höfe gefunden werden oder es wurden neue Häuser gebaut. So sind vor allem viele der Bauern und ihre Nachkommen, die im heutigen Forggenseegebiet lebten, in den Umlandgemeinden bis heute zu finden.

Der Bau der Talsperre begann Anfang 1951, nachdem die Erschließungsmaßnahmen - unter anderm der Bau der neuen Zufahrtsstraßen und eines Wohnlagers für die bis zu 1.000 beteiligten Arbeitskräfte – abgeschlossen waren. Um die Dichtigkeit des Dammbauwerkes zu gewährleisten, wurde der gesamte Damm und die zugehörigen Bauwerke direkt auf Fels gegründet; dies geschah aus geologischen Gründen nicht wie ursprünglich vorgesehen direkt am Durchbruch des Lech durch die Illasschlucht, sondern noch etwa einen Kilometer flussabwärts. Seeseitig wurde eine fünf Meter dicke Betonschütze bis zu 20 Meter tief in den Fels eingebaut. An dieser konnte im Frühjahr 1952 der Lech aufgestaut und durch einen zwischenzeitlich errichteten Stollen umgeleitet werden. In den restlichen zwei Jahren bis zur Fertigstellung Ende 1954 wurden die übrigen Bauwerke errichtet und der Damm aufgeschüttet. Dabei wurden die Baustoffe größtenteils aus dem Staubecken selbst gewonnen.

Liste der Kraftwerke/Stauseen am Lech

Kraftwerk Name Lage Fluss km Bauart Stauziel
ü. NN
Stau-
höhe
Leistung Betreiber Bauzeit
Staustufe Horn Schwangau 164,5 Buchtenkraftwerk 786,6 m 6,1 m 5,0 MW AÜW 1951–1952
Staustufe 1 Forggensee Roßhaupten 154,0 Speicherkraftwerk 780,5 m 35,0 m 45,5 MW E.ON 1950–1954
Staustufe 2 Premer Lechsee Prem 149,2 Laufwasserkraftwerk 745,6 m 15,6 m 19,2 MW E.ON 1970–1972
Staustufe Lechbruck Lechbruck 146,5 Kanalkraftwerk 730,0 m - - AÜW -
Staustufe 3 Urspring Lechsee Urspring 143,0 Laufwasserkraftwerk 722,0 m 8,0 m 10,2 MW E.ON -
Staustufe 4 - Dessau 140,0 Laufwasserkraftwerk 713,0 m 8,0 m 10,2 MW E.ON -
Staustufe 5 nicht gebaut - - - - - - - -
Staustufe 6 Dornautalsperre Schongau 125,7 Laufwasserkraftwerk 694,0 m 19,0 m 16,6 MW E.ON 1958–1960
Staustufe 7 - Finsterau 119,7 Laufwasserkraftwerk 667,0 m 8,0 m 7,7 MW E.ON -
Staustufe 8 - Sperber 116,0 Laufwasserkraftwerk 659,0 m - 7,3 MW E.ON -
Staustufe 9 - Apfeldorf 110,0 Laufwasserkraftwerk 642,0 m 7,0 m 7,2 MW E.ON -
Staustufe 10 - Epfach 107,0 Laufwasserkraftwerk 635,0 m 9,0 m 8,3 MW E.ON -
Staustufe 11 - Lechblick 101,2 Laufwasserkraftwerk 626,0 m 8,0 m 8,1 MW E.ON -
Staustufe 12 - Lechmühlen 98,5 Laufwasserkraftwerk 618,0 m 9,0 m 7,9 MW E.ON -
Staustufe 13 - Dornstetten 94,0 Laufwasserkraftwerk 613,0 m 8,0 m 8,2 MW E.ON -
Staustufe 14 - Pitzling 89,5 Laufwasserkraftwerk 601,0 m 8,0 m 7,9 MW E.ON -
Staustufe 15 - Landsberg 86,3 Laufwasserkraftwerk 593,0 m 8,0 m 7,8 MW E.ON -
Wehr Karolinenwehr Landsberg 84,6 Wehr 584,0 m - - - -
Staustufe 16 nicht gebaut - - - - - - - -
Staustufe 17 nicht gebaut - - - - - - - -
Staustufe 18 - Kaufering 76,9 Laufwasserkraftwerk 569,5 m 13,3 m 16,7 MW E.ON 1973–1975
Staustufe 19 - Schwabstadl 71,9 Laufwasserkraftwerk 555,9 m 9,6 m 12,0 MW E.ON –1981
Staustufe 20 - Scheuring 67,8 Laufwasserkraftwerk 546,0 m 10,0 m 12,2 MW E.ON -
Staustufe 21 - Prittriching 63,9 Laufwasserkraftwerk 536,1 m 9,9 m 12,1 MW E.ON -
Staustufe 22 - Unterbergen 60,4 Laufwasserkraftwerk 526,2 m 9,9 m 12,4 MW E.ON -
Staustufe 23 Mandichosee Merching 56,7 Laufwasserkraftwerk 516,3 m 8,3 m 12,0 MW E.ON 1975–1978
Wehr Sohlschwellen 6-1 Augsburg - Wehre - - - - –1938
Staustufe 24 nicht gebaut Kissing - - - - - - -
Staustufe 25 nicht gebaut Augsburg-
Siebenbrunn
- - - - - - -
Wehr Hochablass / Kuhsee Augsburg-
Hochzoll
47,0 Wehr 486,0 m 5,7 m - - -
Wehr Eisenbahnerwehr Augsburg-
Hochzoll
45,6 Buchtenkraftwerk 476,8 m 6,0 m 3,2 MW LUWA Energie GmbH 2004–2006
Wehr Wolfzahnauwehr Augsburg 40,7 Wehr - 5,7 m - - 1882–1883
Wehr Gersthoferwehr Augsburg 37,3 Wehr 457,0 m 4,0 m - LEW 1898–1901
Kraftwerk - Gersthofen 3,0 Kkm Kanalkraftwerk 456,0 m 9,0 m 9,9 MW LEW 1898–1901
Kraftwerk - Langweid am Lech 9,0 Kkm Kanalkraftwerk 446,0 m 7,0 m 7,0 MW LEW 1907–1908
Kraftwerk - Meitingen 14,5 Kkm Kanalkraftwerk 438,0 m 10,0 m 11,6 MW LEW –1922
Staustufe - Ellgau 17,1 Laufwasserkraftwerk 426,0 m 9,0 m 10,0 MW RMD –1952
Staustufe - Oberpeiching 11,5 Laufwasserkraftwerk 416,0 m 8,0 m 12,3 MW RMD –1954
Staustufe - Rain am Lech 6,1 Laufwasserkraftwerk 408,0 m 8,0 m 11,2 MW RMD –1955
Staustufe - Feldheim/Niederschönenfeld 1,3 Laufwasserkraftwerk 400,0 m 8,0 m 8,5 MW RMD –1960

Verkehrswege am Lech

Wie an den meisten Flüssen entstanden auch am Lech früh Handelswege, der bekannteste unter ihnen ist die ehemalige römische Handelsstraße Via Claudia Augusta, die vom damaligen Augusta Vindelicorum (Augsburg) in Richtung Rom verlief. Heute dient das Lechtal als Trasse neuzeitlicher Verkehrswege, also für Eisenbahnen und moderne Straßen.

Straßenverkehr

Der Lechlauf wird fast auf ganzer Länge von Bundesstraßen begleitet.

Den alpinen Lech begleitet ab der gleichnamigen Gemeinde Lech in Vorarlberg über Weißenbach am Lech bis Reutte in Tirol die Bundesstraße 198, welche auch „Lechtalstraße“ genannt wird. Ab Reutte trifft der Lech auf die „Fernpass Straße“ B 314, die ihn bis zum Grenzübergang Österreich / Deutschland begleitet.

Entlang des Forggensees verlaufen östlich die Bundesstraße 17, sowie die westlich von der B 17 abzweigende Bundesstraße 16.

Nahe der Litzauer Schleife macht die B 17 einen Bogen in Richtung Peiting, wo sie sich gemeinsam mit der Bundesstraße 472 nach Westen in Richtung Schongau wendet und den Lech im Übergang von der Litzauer Schleife zur Dornauer Talsperre überquert. Obwohl die B 17 komplett parallel zum Lech verläuft, ist die knapp 600 Meter lange Brücke die einzige Überquerung des Flusses aber zugleich eine der längsten Brücken Bayerns.

Von Schongau nach Landsberg am Lech fließt der Lech im Abstand von einem Kilometer mäanderartig entlang der B 17, die hier zu einer geraden Straße ausgebaut ist. Sie verläuft ab Landsberg wegen des steilen Ostufers dauerhaft westlich des Lechs. Nördlich von Landsberg unterquert der Lech die Bundesautobahn 96.

Weiter in Richtung Augsburg ist die B 17 zur einer „gelben Autobahn“ ausgebaut. Um das ökologische System der Lechtalheiden und des Auwaldes nicht zu gefährden, wendet sich die B 17 bis zu einem Maximalabstand von sechs Kilometern vom Lech ab.

Im Stadtgebiet Augsburgs kreuzt der Lech der Bundesstraße 300, sowie der Bundesstraße 2, die in etwa vier Kilometer am Ufer des Lechs verläuft. An der Stadtgrenze zwischen Augsburg und Gersthofen unterquert der Lech die Bundesautobahn 8, wo aufgrund des Hochwassers von 2005 ein Neubau entsteht.

Nördlich von Augsburg fließt der Lech parallel zur B 2, die in Richtung Nürnberg weiter verläuft. Kurz vor seiner Mündung nahe Donauwörth kreuzt der Lech noch einmal die B 16. Sowohl die erste, als auch die letzte Straße in Deutschland, die der Lech unterquert ist die B 16.

Eisenbahnen am Lech

Die Eisenbahn nutzt den das Lechtal zur Schaffung von Nord-Süd-Verbindungen, hauptsächlich Anbindungen des Allgäus nach Augsburg bzw. von Augsburg nach Nordbayern. Lediglich verlaufen drei Eisenbahnstrecken parallel zum Lech, darunter die stillgelegte Bahnstrecke von Schongau nach Landsberg, die Bahnlinie zwischen Landsberg am Lech und Augsburg, sowie nördlich der bayerisch-schwäbischen Hauptstadt eine ICE-Trasse nach Nürnberg. In Augsburg und Kaufering kreuzt der Lech der Bayerischen Maximiliansbahn bzw. der Allgäubahn.

Strecke Verlauf
Bahnstrecke Augsburg–Nürnberg (KBS 970,1) (Nürnberg –) DonauwörthAugsburg
Lechfeldbahn (KBS 986) Augsburg–KauferingLandsberg am Lech
Fuchstalbahn Landsberg am Lech – Schongau

Literatur

 Commons: Lech – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Lech – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik