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Bundestagswahl 1965

Die Bundestagswahl 1965 fand am 19. September 1965 statt. Bei der Wahl zum 5. Deutschen Bundestag trat erstmals Ludwig Erhard als Spitzenkandidat der Unionsparteien an.

Hintergrund

Erhard war 1963 während der laufenden Legislaturperiode als Nachfolger von Konrad Adenauer zum Bundeskanzler gewählt worden. Für die SPD trat erneut der SPD-Vorsitzende, der Regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt, an. Die CDU und die SPD konnten leicht zulegen, die FDP büßte Mandate ein.

Endergebnis der Bundestagswahl 1965

245

47,6%

202

39,3%

49

9,5%

2,0%
1,3%
0,2%
0,1%
0,0%
0,0%
0,0%
CDU/CSU SPD FDP NPD DFU AUD CVP FSU UAP EFP

obere Zahl = Sitze ; untere Zahl = Stimmenanteil ; fett gedruckte Parteien = Regierungsparteien

Das Endergebnis lautete:

Partei Zweitstimmen Prozent Sitze¹ Verschiebung Wahlkreise Überhangmandate Bemerkungen
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 12 813 186 39,3 202 (15) + 12 94 - -
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 12 387 562 38,0 196 (6) + 4 118 - -
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 3 136 506 9,6 49 - 1 36 - -
Freie Demokratische Partei (FDP) 3 096 739 9,5 49 (1) - 18 - - -
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 664 193 2,0 - - - - -
Deutsche Friedensunion (DFU) 434 182 1,3 - - - - -
Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD) 52 637 0,2 - - - - -
Christliche Volkspartei (CVP) 19 832 0,1 - - - - -
Freisoziale Union (FSU) 10 631 0,0 - - - - -
Unabhängige Arbeiter-Partei (UAP) 3 959 0,0 - - - - -
Europäische Föderalistische Partei (EFP) 1 015 0,0 - - - - -

¹in Klammern: Zahl der am gleichen Tag vom Abgeordnetenhaus von Berlin gewählten, nicht stimmberechtigten Berliner Bundestagsabgeordneten

Konsequenz

Die Schwarz-Gelbe Koalition wurde fortgesetzt, zerbrach allerdings im Herbst des nächsten Jahres und wurde von der ersten Großen Koalition der Bundesrepublik abgelöst. Ludwig Erhard blieb bis zu seinem Rücktritt am 30. November 1966 Bundeskanzler, Willy Brandt blieb Regierender Bürgermeister von Berlin und erklärte seinen Verzicht auf eine etwaige Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahl 1969 – eine Erklärung, die jedoch schon 1966 mit Bildung jener Großen Koalition obsolet wurde.