Heim

Herbert Schweiger

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Herbert Schweiger (Begriffsklärung) aufgeführt.

Herbert Schweiger (* 22. Februar 1924 in Spital am Semmering in der Steiermark) ist einer der bekanntesten rechtsextremen Publizisten aus Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herbert Schweiger entstammt als Österreicher einem deutschnationalen Elternhaus und wurde bereits als Jugendlicher im Deutschen Turnverein und der Hitler-Jugend aktiv. Als 17-jähriger Mittelschüler meldete er sich im April 1941 freiwillig zur Waffen-SS. Im Juli 1941 wurde der ausgebildete Pionier in die 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte-SS Adolf Hitler aufgenommen und in der Sowjetunion eingesetzt. Nach mehreren Verwundungen und Lehrgängen unter anderem in der SS-Junkerschule Braunschweig wurde er 1943 zum SS-Untersturmführer (Leutnant) ernannt. Mit dem Kriegsende geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Laufbahn nach 1945

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde er zunächst in der "Heimkehrer Hilfs- und Betreuungsstelle" (HHB) aktiv. 1953 wurde er Landesobmann des Verbandes der Unabhängigen (VdU) in der Steiermark. 1956 trat er als Spitzenkandidat der VdU-Nachfolgepartei Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) in Graz an. Darüber hinaus ist Schweiger Gründer der Landesorganisation Steiermark der Nationaldemokratischen Partei (NDP), die 1967 von Norbert Burger geschaffen und aufgrund nationalsozialistischen Gedankenguts 1988 verboten wurde. Als Burger bei der Bundespräsidentenwahl 1980 als Kandidat antrat, wurde er von Schweiger als Mitglied des "Komitees zur Wahl eines nationalen Deutsch-Österreichers" maßgeblich unterstützt.

Besonders enge Verbindungen hielt Schweiger zum Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes (DKEG), für das er regelmäßig in Österreich und Deutschland als Referent auftrat. 1980 wurde er schließlich Mitglied des Präsidiums des DKEG. Des Weiteren trat er als Referent bei den Hetendorfer Tagungswochen unter Schirmherrschaft der kurz darauf verbotenen Wiking-Jugend, bei der Gesellschaft für freie Publizistik (GfP), dem Freundeskreis Ulrich von Hutten, dem NPD-nahen Nationaldemokratischen Hochschulbundes (NHB) sowie auf Veranstaltung der NPD und der JN auf. Bis zum heutigen Tag lehrt er an der HTBL u. VA Pinkafeld das Fach "HGT".

Geschichtsrevisionist

Schweiger arbeitet eng mit dem österreichischen Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner Gerd Honsik zusammen, so z. B. bei gemeinsamen Veranstaltungen oder als Koautoren der spanischen Ausgabe von Honsiks Buch Freispruch für Hitler? 37 ungehörte Zeugen wider die Gaskammer?, das in Deutschland auf dem Index steht.

Vorstrafen

Schweiger war insgesamt viermal in Haft. 1990 wurde er wegen Verstoß gegen das NS-Wiederbetätigungsverbotsgesetz durch eine Grazer Geschworenengericht zu drei Monaten bedingter Haftstrafe und neun Monate auf Bewährung verurteilt. Vor Gericht nannte er Auschwitz ein "Lügendenkmal". Nach der Veröffentlichung seines Buches Evolution und Wissen – Neuordnung der Politik 1995 wurde er im darauffolgenden Jahr verhaftet und 1997 durch das Schwurgericht Leoben erneut wegen NS-Wiederbetätigung zu einer Haftstrafe von 16 Monate, davon vier Monate unbedingt, verurteilt.

Veröffentlichungen

Personendaten
Schweiger, Herbert
bekanntester rechtsextremer Publizist aus Österreich
22. Februar 1924
Spital am Semmering, Steiermark