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James Bruce, 8. Earl of Elgin

Lord James Bruce, 8. Earl of Elgin und 12. Earl of Kincardine (* 20. Juli 1811, † 20. November 1863 in Indien), ältester Sohn des berühmten Archäologen Thomas Bruce, 7. Earl of Elgin, war ein britischer Kolonialbeamter und Diplomat, sein Sohn war Victor Alexander Bruce, 9. Earl of Elgin.

Leben

1842 wurde er Gouverneur von Jamaika, fünf Jahre später Generalgouverneur von Kanada. Seine Bemühungen, dort zwischen den verfeindeten englisch- und französisch-sprachigen Bevölkerungsteilen zu vermitteln, trugen ihm letztlich den Hass beider Gruppen ein, der sich in zahlreichen gewalttätigen Ausschreitungen entladen sollte. 1854 schloss er mit den USA einen bilateralen Vertrag zur Förderung der kanadischen Wirtschaft. Im selben Jahr schaffte er durch Gesetz das kanadische Feudalsystem ab und trat bald darauf als Generalgouverneur zurück.

1857, kurz nach Ausbruch des Zweiten Opiumkriegs, wurde Elgin zum Hochkommissar für China ernannt. Ein Jahr später fand die erste Kriegsphase mit dem Vertrag von Tianjin ihr Ende. Dieser zwang die Chinesen zu erheblichen Zugeständnissen (Meistbegünstigungsklausel, Aufnahme diplomatischer Beziehungen etc.), deren anschließende Umsetzung von der Qing-Regierung jedoch verweigert wurde. Nachdem Kaiser Xianfeng mit der Vermittlung beauftragte britische Abgesandte hatte foltern und hinrichten lassen, setzte Lord Elgin eine anglofranzösische Strafexpedition in Marsch, die u.a. den Alten Sommerpalast in Peking, ein weithin bewundertes Meisterwerk der Architektur und Gartenkunst, in Schutt und Asche legte.

1861 wurde Lord Elgin Vizekönig von Indien, wo er bereits zwei Jahre später starb.

Literatur


Personendaten
Elgin, James Bruce 8. Earl of
britischer Kolonialbeamter und Diplomat
20. Juli 1811
20. November 1863
Indien