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Minarett

Moschee von Assuan, Ägypten

Ein Minarett (arabisch مناره‎ manara) ist ein erhöhter Standplatz oder Turm für den Gebetsausrufer (Muezzin) bei oder an einer Moschee, der seit den Umayyaden (661–750) gebräuchlich ist. Von hier aus werden die Muslime fünf Mal am Tag zum Gebet gerufen. Das erste Minarett wurde wahrscheinlich in Syrien erbaut.

In einigen der ältesten Moscheen wie der Umayyaden-Moschee in Damaskus dienten Minarette ursprünglich als von Fackeln erhellte Wachtürme – daher die Wortherkunft aus dem Arabischen nur / نور‎ /„Licht“. Heute dient das Minarett dagegen weitgehend als traditionelles Dekorationsmittel, da die Gebetsrufe (Adhān / أذان‎) in den meisten modernen Moscheen mittels Lautsprechern der Musullah („Gebetshalle“) ausgerufen werden. Minarette wurden oft als „Tor zwischen Himmel und Erde“ bezeichnet.

Aus Gründen der Bausymmetrie und des Status des Bauherrn oder Bauherrin wird die Anzahl der Minarette auf zwei, vier oder sechs erhöht; die Moschee in der heiligen Stadt Mekka hat sieben Minarette. Formal unterscheidet man Minarette mit rundem, quadratischem und polygonalem Grundriss, die in der Zeit der Osmanen oft nadelförmige Spitzen erhielten. Ihre Geschossgliederung erfolgt häufig durch Balkons, ihre dekorative Außengliederung übernehmen farbig glasierte Ziegel, Ziegelmosaik oder kalligraphische Schriftzeichen. Optische Vor- und Rücksprünge werden durch Nischen und Gesimse hervorgerufen.

Das mit 210 Metern höchste Minarett der Welt befindet sich in Casablanca als Bestandteil der Hassan-II.-Moschee, während das höchste Ziegelsteinminarett, Kutab Minar, in Delhi steht. Als schönstes Minarett in Westeuropa gilt der Giralda in Sevilla (Ende 12. Jahrhundert von den Mauren erbaut). Zur Zeit befinden sich in Teheran zwei 230 Meter hohe Minarette in Bau. [1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. allempires: Abbildung
 Commons: Minarets – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Minarett – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik