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Ford Fiesta

Ford Fiesta
Hersteller: Ford
Produktionszeitraum: 1976–heute
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Schrägheck, 3/5-türig
Kastenwagen, 3-türig
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Ford Fiesta ist ein seit 1976 gebauter Kleinwagen (Projektname: Bobcat) der Ford Motor Company. Er wird inzwischen in der sechsten Modellgeneration gebaut. Die Nummerierung schließt jedoch auch kleinere und größere Facelifts mit ein. Im Einzelnen gab es folgende Generationen:

Inhaltsverzeichnis

Fiesta von Mai 1976 bis Februar 1989 (MK1/2)

Fiesta ’76 (Mai 1976 bis August 1981, MK1)

1. Generation

Ford Fiesta ’76, Urversion mit Chromstoßstangen

Produktionszeitraum: 1976–1981
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,6 Liter
(29–62 kW)
Länge: 3.565 mm
Breite: 1.567 mm
Höhe: 1.360 mm
Radstand: 2.286 mm
Leergewicht: 730–775 kg


Der Fiesta wurde als Dreitürer und Kleinlieferwagen gebaut. Die verschiedenen Varianten waren mit 1,0-, 1,1-, 1,3- und 1,6-Liter-Benzinmotoren erhältlich. Als Vorläufer zum späteren XR 2 mit 1,6 Litern und 62 kW (84 PS) gilt der Fiesta Super S mit wahlweise 1,1- oder 1,3-Liter-Motor. Er nahm auch das Design der Seitenstreifen vorweg (Baujahre 1980 bis 1981). Aus der Motorsportabteilung gab es überdies noch im gleichen Zeitraum den Fiesta X mit 1,1-Liter-Motor und 70 PS (Basis war der Fiesta Ghia). Auch er besaß die spätere Karosseriezeichnung des XR2, nur ohne Seitendekor. Als Motor in den Basismodellen wurde der OHV-Motor eingesetzt, ein 4-Zylinder-Motor mit Zweiventiltechnik und Vergaser.

Fiesta ’76 Facelift (August 1981 bis August 1983, MK1 ’82)

Mit der Überarbeitung des Modelljahres 1982 erfuhr der Fiesta zahlreiche Veränderungen. Auf den ersten Blick fallen die neuen, größeren Stoßfänger mit Kunststoffecken ins Auge.


Fiesta ’84 (August 1983 bis Februar 1989, MK2)

2. Generation (Typ FBD)

Ford Fiesta ’84

Produktionszeitraum: 1983–1989
Motoren: Ottomotoren:
1,0–1,6 Liter
(33–71 kW)
Dieselmotoren:
1,6 Liter 40 kW
Länge: 3.648−3.712 mm
Breite: 1.585−1.620 mm
Höhe: 1.360 mm
Radstand: 2.292 mm
Leergewicht: 750−840 kg
Ford Fiesta ’84

Auch der Fiesta ’84 war im Grunde ein weiteres Facelift, jedoch mit einer neu gestalteten Front und einer vom bisherigen Design komplett abweichenden Innenausstattung. 1985 rollte der erste Fiesta mit einem Dieselmotor (1,6 Liter, 40 kW, 54 PS) vom Band. Die Sportversion hatte jetzt 71 kW (96 PS) und hieß weiterhin „XR2“. Im Kölner Werk wurden einige Cabrio-Modelle gefertigt, hauptsächlich für den angelsächsischen Markt. Diese Modellvariante gilt heute als selten. Neu war ein ab 1986 lieferbarer 1,4-Liter-Motor mit 54 kW (73 PS) sowie das für seine Klasse 1987 einmalige stufenlose CTX-Automatikgetriebe.

Fiesta von August 1988 bis November 2001 (MK3/4/5)

Fiesta ’89 (August 1988 bis Juli 1996, MK3)

3. Generation (Typ GFJ)

Ford Fiesta ’89 – Facelift ’94

Produktionszeitraum: 1988–1996
Motoren: Ottomotoren:
1,1–1,8 Liter
(37–96 kW)
Dieselmotoren:
1,8 Liter 44 kW
Länge: 3.743−3.801 mm
Breite: mm
Höhe: mm
Radstand: 2.446 mm
Leergewicht: 825−995 kg
Ford Fiesta ’89 – Facelift ’94

Der Fiesta ’89 (Code: GFJ) war der erste Fiesta, der auch mit fünf Türen gebaut wurde. Der stärkste serienmäßig verbaute Motor (in Deutschland) war nur von 1992 bis 1993 in der sportlichen Modellvariante „XR2i 16V“ erhältlich: ein 1,8-Liter-Zetec-Benziner mit 16 Ventilen und 96 kW (130 PS). Der XR2i war auch äußerlich durch Seitenschweller und andere Stoßstangen sportlicher ausgelegt als das Serienmodell. In England und in einigen anderen Ländern (hauptsächlich Benelux und Frankreich) wurde noch von Dezember 1989 bis Juli 1997 der Fiesta RS Turbo angeboten, mit dem 1,6-Liter-Turbomotor mit 132 PS. Es wurden 4.307 Stück (inklusive Rechtslenker) dieses Modells gebaut. Die Frontstoßstange ist gegenüber der vom XR2i leicht verändert. Sie hat keinen Kühlergrill, um den Luftfluss zu verbessern. Außerdem hat sie einen Ausschnitt für den Kühlerlüfter. Grüne Zierstreifen statt blau wie beim XR2i üblich. Verstärktes Fahrwerk, Tachoanzeige bis 240 km/h statt 220 km/h. Anders dagegen war der von 1992 bis 1994 gebaute Fiesta „S“ optisch kaum verändert, aber ebenfalls mit einem 1,8-Liter-16V-Motor und 77 kW (105 PS) ausgestattet. 1994 wurde das Modell GFJ einem Facelift unterzogen, das eine Überarbeitung optischer (unter anderem der Spiegel und Blinker) sowie technischer und sicherheitrelevanter (Fahrer-/Beifahrer-Airbag, Seitenaufprallschutz, Gurtstraffer) Details vornahm. Von August 1995 bis Produktionsende wurde der Fiesta ’89 noch als „Fiesta Classic“ angeboten, sodass auch nach dem Produktionsstart des Fiesta ’96 das Modell ’89 als Neuwagen bestellt werden konnte. Diese Modelle kamen ausschließlich aus dem Spanischen Werk Valencia.

Erwähnenswert sind auch zwei Studien: der 4-türige Fiesta Urba und der Fiesta Bebop, eine Pickup-Version. Der Urba war als Stadtauto konzipiert und hatte auf der Beifahrerseite zwei Türen, auf der Fahrerseite allerdings nur eine. Die auffallende gelbe Lackierung sollte dafür sorgen, dass das Fahrzeug besser gesehen wird. Damals schon vorhanden: elektronische Einparkhilfe, integrierter Garagentoröffner und ein Minikühlschrank.

Auf der Fiesta-Basis wurde ebenfalls der Lieferwagen Courier als LKW bzw. PKW mit Sitzbank hinten angeboten.

Motorenübersicht (Deutschland)
Benziner

*CVH = Compound, Valve Angle, Hemispherical Chamber / V-förmig geneigte Ventile, die in halbkugelförmige Brennkammern ragen mit obenliegender Nockenwelle

Diesel

Fiesta ’96 (November 1995 bis September 1999, MK4)

4. Generation (Typ JAS)

Ford Fiesta ’96

Produktionszeitraum: 1995–1999
Motoren: Ottomotoren:
1,25–1,4 Liter
(37–66 kW)
Dieselmotoren:
1,8 Liter 44 kW
Länge: 3.828 mm
Breite: 1.634 mm
Höhe: 1.334 mm
Radstand:
Leergewicht: 1.005–1.038 kg
Ford Fiesta ’96

Der Fiesta ’96 war ein äußerst umfangreiches Facelift des 1989er-Fiesta, sodass man hier auch von einem komplett neuen Modell sprechen kann. Die Plattform war aber immer noch weitgehend identisch mit dem Vorgängermodell. Er wurde in Brasilien sogar als Pickup verkauft. Der Mazda 121 dieser Zeit war ein in den Fordwerken Köln gebauter Fiesta '96 mit einigen mazdaspezifischen Modifikationen. Die Modellbezeichnung für den Dreitürer lautet JBS, die für den Fünftürer JAS. Das Motorenangebot umfasste Diesel- und Benzinvarianten: Der 1,3-Liter-Benzinmotor mit 37 kW (50 PS) und 44 kW (60 PS), welcher noch aus den Vorgängermodellen stammte und bei welchem das Ventilspiel noch alle 15.000 km mittels Fühllehre eingestellt werden musste. Neu im Fiesta waren das 1,25-Liter-16V-Aggregat mit 55 kW (75 PS) und ein 1,4-Liter-16V-Aggregat mit 66 kW (90 PS). Beide bestanden aus leichten Materialien wie Aluminium (Kurbelgehäuse und Zylinderkopf) und Magnesium (Ventildeckel). Sie wurden in Zusammenarbeit mit Yamaha entwickelt. Einziger Diesel ist der aus Escort und Mondeo bekannte schwere Graugussblock mit 1,8 Litern Hubraum. Er leistet hier allerdings ohne Turbolader nur 44 kW (60 PS). Auch eine Reihe von Ausstattungslinien und Sondermodellen wurde über die Jahre angeboten, so Focus, Flair, Fun, Ghia, GT, Style, Style Cool, Style Family und viele weitere.

Wie bei seinen Vorgängermodellen ist auch beim 1996er-Fiesta leider frühzeitige Korrosion an Bodengruppe und Radläufen ein verbreitetes Problem. Fahrwerksseitig sind ebenfalls die „alten Gebrechen“ wie ausgeleierte Gummibuchsen an den Querlenkern wieder sehr weit verbreitet. Die Modelle mit massiven Bremsscheiben ohne Innenbelüftung sind sehr verschleißfreudig. Wartungsintervall bei allen Motorvarianten 15.000 km oder einmal pro Kalenderjahr. Der Wechsel der Zahnriemen erfolgt bei der 1,25- und 1,4-Liter-Version alle zehn Jahre oder 150.000 km. Die 1,3-Liter-Version besitzt eine Steuerkette, somit ist kein Zahnriemenwechsel nötig. Wartungen sind im Übrigen unproblematisch ohne viele Zusatzarbeiten.

Wie beim Vorgänger wurde der Fiesta bis zum Bauende auch wieder als Courier mit LKW- und PKW-Zulassung angeboten.

Fiesta ’99 Facelift (September 1999 bis November 2001, MK5)

5. Generation (Typ JBS)

Ford Fiesta ’96 – Facelift ’99

Produktionszeitraum: 1999–2001
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,6 Liter
(37–76 kW)
Dieselmotoren:
1,8 Liter 44−55 kW
Länge: 3.833 mm
Breite: 1.634 mm
Höhe: 1.334 mm
Radstand: 2.446 mm
Leergewicht: 930−1015 kg
Ford Fiesta ’96 – Facelift ’99

Der Fiesta ’99 Facelift erhielt unter anderem eine neu gestaltete Frontpartie und neue Stoßfänger vorn und hinten und löste damit die ovale Front des ursprünglichen Fiesta ’96 ab. Endlich bekommt der Fiesta 14"-Räder und innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und Seitenairbags serienmäßig, und sieht nun mit den optischen Retuschen und den größeren Rädern etwas kräftiger aus. Die Motorvarianten wurden um einen 1,6-Liter-Benziner und den erstarkten 1,8-Liter-Diesel erweitert und der 1,4-Liter verschwand wieder in der Versenkung. Die beiden 1,3-Liter-Motoren sind bis auf die Drosselklappe identisch, weshalb diese häufig bei Tuningmaßnahmen ausgetauscht wird. Ein Gutachten dafür ist bei Ford bzw. Ford-Händlern im Datenbuch Technik erhältlich. Neben den „kleineren Versionen“ gab es kurz vor Bauende ab Baujahr 2000 noch die Sportversion mit dem 76-kW-(103-PS-)Motor, 15-Zoll-Alufelgen, Schwellerpaket, Gittergrill, runden Nebelscheinwerfern, Sonderfarbe Racingblue und spezieller Innenausstattung. Die Modellbezeichnungen blieben zum Vorgänger erhalten und lauten JBS beim Dreitürer und JAS für den Fünftürer.

Motorenübersicht
Benziner
  • 1,3 l, 37 kW (50 PS)
  • 1,3 l, 44 kW (60 PS)
  • 1,25 l 16V, 55 kW (75 PS)
  • 1,4 l 16V, 66 kW (90 PS)
  • 1,6 l 16V, 76 kW (103 PS)
Diesel
  • 1,8 l Diesel, 44 kW (60 PS)
  • 1,8 l Diesel, 55 kW (75 PS)

Fiesta von November 2001 bis voraussichtlich September 2008 (MK6)

Fiesta 2002 (November 2001 bis Oktober 2005, MK6)

6. Generation (Typ JH1)

Ford Fiesta 2002

Produktionszeitraum: 2001–2008
Motoren: Ottomotoren:
1,3–2,0 Liter
(44–110 kW)
Dieselmotoren:
1,4–1,6 Liter
(50−66 kW)
Länge: 3.917−3.924 mm
Breite: 1.685 mm
Höhe: 1.429−1.468 mm
Radstand: 2.486 mm
Leergewicht: 1.101−1.155 kg
Ford Fiesta 2002

Dieser Fiesta wurde als völliges Neukonzept begonnen. Nach über 25 Jahren war die Zeit überfällig, einen wirklich neuen Fiesta zu präsentieren, der auch auf einer komplett neuen Plattform aufbaut. Im Vergleich zum Fiesta ’96 ist das Auto „erwachsener“ geworden. Die bisher auf dem Fiesta basierende Lieferwagenvariante „Courier“ wird durch den Transit Connect (Kastenwagen) bzw. Tourneo Connect (Kombi) ersetzt. Im November/Dezember 2004 ist auf dem schweizerischen und englischen Markt der Fiesta ST mit 150 PS eingeführt worden. In Deutschland erschien dieses PS-starke Fahrzeug im Frühjahr 2005 und wurde damit das Zugpferd der Fiesta-2002-Modellgeneration. Das Modell 2002 wird in den Ausstattungsvarianten Basis, Ambiente, Trend, Sport und Ghia angeboten. Des Weiteren gab es viele Sondermodelle wie 1st-Edition, Viva, Viva X, Futura, Blues, Finesse 100 und We will Rock you. Die Motorenpalette reicht, abgesehen vom Fiesta ST, von einem 1,3-Liter-Benziner mit 44 kW (60 PS) bis hin zu einem 1,6-Liter-16V-Motor mit 74 kW (100 PS). Als Diesel (TDCi) gibt es ihn mit 50 und 66 kW (68/90 PS). Alle Motoren sind seit dieser Baureihe mit einer oder zwei obenliegenden Nockenwellen und hydraulischen Ventilstösseln ausgerüstet, so dass das lästige Einstellen des Ventilspiels entfällt.

Fiesta 2005 Facelift (ab Oktober 2005, MK6 Facelift)

Der Ford Fiesta VAN

Der Fiesta 2005 Facelift Freshening beinhaltet unter anderem eine neu gestaltete Heck-/Frontpartie und vor allem einen hochwertiger anmutenden Innenraum mit eingelegten Hartgummi-Partien, der sich durch unterschiedlich wählbare Farben auszeichnen. Außerdem sollen vier neue Metallic-Lackierungen („Exotic-Gelb“, „Manzana-Grün“, „Tango“ und „Viola“) Käufer locken. Weitere Neuheiten sind ein AUX-Eingang zum Anschluss eines MP3-Players, Bluetooth-/Voice-Control-Funktionen, Licht- und Scheibenwischerautomatik, Bordcomputer, eine automatische Klimaanlage und anklappbare Außenspiegel. Das neue Modell ist seit dem 12. November 2005 in den Ausstattungsvarianten Ambiente, Trend, Sport und Ghia erhältlich. Zusätzlich gibt es noch die Editionsmodelle Fun und Connection sowie die Sportvariante ST. Die Motorisierung der benzinbetriebenen Ford Fiesta beginnt mit dem 1,3-Liter-Duratec-Motor mit 44 kW (60 PS) und endet mit dem 2,0-Liter-Duratec-ST mit 110 kW (150 PS). Zudem gibt es zwei Diesel-Fahrzeuge, wahlweise mit einem 1,4-Liter-Duratorq-TDCi-Turbodiesel-Motor mit 50 kW (68 PS) oder einem 1,6-Liter-Duratorq-TDCi-Turbodiesel mit 66 kW (90 PS). Beide Dieselmotoren wurden in Zusammenarbeit mit dem PSA-Konzern entwickelt. Zudem gibt es seit Ende 2007 ein Nutzfahrzeug auf Basis des Fiesta, den Ford Fiesta VAN.

Motorenübersicht
Benziner
Diesel

Fiesta ab 2008 (MK7)

Der Nachfolger des aktuellen Modells ist für September 2008 auf dem deutschen Markt angekündigt. Einen Vorgeschmack auf das neue Modell gab bereits die Design-Studie „Verve“. Im März 2008 erfolgt in Genf die Vorstellung des neuen Modells. Gerüchten zum Trotz wird der Name „Fiesta“ beibehalten. Zum Start gibt es vier Benziner (60–115 PS) und einen Diesel (90 PS). Eine sportliche „ST“-Variante ist für 2009 geplant.

Folgende Varianten sind geplant:

 Commons: Ford Fiesta – Bilder, Videos und Audiodateien