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Swjatopolk I. (Russland)

Swjatopolk I. (russisch Святополк Владимирович; * 978 oder 979; † 1019), Großfürst der Kiewer Rus von 1016 bis 1019. Sein Beiname Okajanny, der Verfluchte, rührt daher, dass sein Vater Wladimir I. seine Mutter zur Frau genommen hatte, nachdem er ihren Mann, seinen eigenen Bruder Jaropolk I., hatte ermorden lassen.

Swjatopolk, der mit einer Tochter des polnischen Fürsten Bolesław I. verheiratet war, setzte sich nach dem Tod Wladimirs I. zunächst in der Hauptstadt Kiew durch. Sein Halbbruder Jaroslaw hielt sich allerdings in Nowgorod, der zweitwichtigsten Stadt der Rus, und sammelte dort skandinavische Krieger. Im Rahmen der ersten Kämpfe wurden Boris und Gleb, zwei weitere Söhne Wladimirs, ermordet, wofür die Nestorchronik Swjatopolk die Schuld gibt. Im Sommer 1016 standen sich die Heere Swjatopolks und Jaroslaws drei Monate lang gegenüber. Schließlich kam es zur Entscheidungsschlacht, bei der Swjatopolk unterlag. Er floh nach Polen zu seinem Schwiegervater, der daraufhin zu seinen Gunsten in der Kiewer Rus zu intervenieren versuchte. Im Sommer 1017 griffen Jaroslaw I. und Kaiser Heinrich II. einer vorherigen Absprache folgend Bolesław I. von zwei Seiten her an. Im Sommer 1018 gelang es Bolesław, Kiew zu erobern und Swjatopolk erneut als Großfürst einzusetzen. Jaroslaw konnte zwar nach Nowgorod fliehen, seine weiblichen Verwandten und ein großer Goldschatz fiel in die Hände des polnischen Königs. Kurz darauf vertrieb Jaroslaw Swjatopolk allerdings wieder aus Kiew. Danach spielte Swjatopolk keine politische Rolle mehr.

Literatur

Personendaten
Swjatopolk I. (Russland)
Святополк Владимирович
Großfürst der Kiewer Rus 1016 bis 1019
978 oder 979
1019