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Jakob II. (Schottland)

Jakob II. (engl. James II, auch James of the Fiery Face, * 16. Oktober 1430 im Holyrood Palace, † 3. August 1460 in Roxburgh) war König von Schottland von 1437 bis zu seinem Tod. Er wurde als zweiter Sohn von Jakob I. und dessen Ehefrau Joan Beaufort geboren. Er hatte einen älteren Zwillingsbruder (Alexander Stewart, Duke of Rothesay), der nach kurzer Zeit starb.

Inhaltsverzeichnis

Regentschaft und Kampf um die Herrschaft

Jakob II. war erst siebenjährig, als er 1437 zum schottischen König gekrönt wurde. Die Regierungsgewalt wurde während fast seiner gesamten Herrschaft von anderen ausgeübt. Sein Vater Jakob I. war in Perth durch eine Gruppe Adliger, angeführt von Walter Stewart, 1. Earl of Atholl, ermordet worden. Der Plan, die Macht an sich zu reißen, scheiterte jedoch. Stewart und seine Verbündeten wurden gefasst und hingerichtet. Verschiedene Regenten übernahmen daraufhin die Amtsgeschäfte.

Um die Macht der Familie Douglas zu brechen (was jedoch nur vorübergehend gelang), lud Jakob im Jahr 1440 den 6. Earl of Douglas, der selber noch ein Kind war, sowie dessen Bruder nach Edinburgh Castle ein und ließ sie entgegen dem Gastrecht hinrichten. Eine Geschichte besagt, dass der König beiden einen schwarzen Bullenkopf servieren ließ, was als Zeichen des nahen Todes angesehen wurde (Black Dinner).

1449 erreichte Jakob II. die Volljährigkeit, doch erst ab 1451 begann er sich innenpolitisch durchzusetzen. Am 22. Februar 1452 ermordete er persönlich auf Stirling Castle den 8. Earl of Douglas. Der Mord führte zu einem bürgerkriegsähnlichen Zustand, der bis 1455 anhielt. Jakob versuchte, die Douglas-Ländereien in seinen Besitz zu nehmen, musste dabei aber wiederholt Rückschlage hinnehmen. Verschiedene Feldzüge endeten unentschieden. Doch dann konnte Jakob die Unterstützung anderer Adliger gewinnen und das Blatt begann sich zu wenden. Im Mai 1455 wurde der Douglas-Clan bei Arkinholm endgültig besiegt.

Uneingeschränkte Herrschaft

Während der darauf folgenden Monate wurden die weitläufigen Ländereien der Douglas' und anderer Adliger durch das schottische Parlament im Namen der Krone enteignet. Der 9. Earl of Douglas floh nach England ins Exil. Jakob konnte endlich nach seinem eigenen Willen herrschen.

Ab 1455 erwies sich Jakob II. als aktiver und interventionistischer König. Versuche, die Orkneys, Shetland und Isle of Man unter schottische Herrschaft zu zwingen, waren nicht erfolgreich. Schottlands Hauptfeind England war während dieser Zeit durch die Rosenkriege geschwächt, sodass sich die schottische Wirtschaft während dieser "Atempause" erholen konnte.

1460 ließ er Roxburgh Castle, die letzte nach den Schottischen Unabhängigkeitskriegen von England gehaltene Burg, belagern. Er starb am 3. August, als eine Kanone in seiner Nähe explodierte.

Familie

Am 3. Juli 1449 heiratete er Maria von Geldern (1433-1463), mit der er folgende Kinder hatte:

PND: Datensatz zu Jakob II. (Schottland) bei der DNB
Kein Eintrag im DNB-OPAC, 11. Oktober 2007


Personendaten
Jakob II.
König von Schottland
16. Oktober 1430
Holyrood Palace
3. August 1460
bei Roxburgh