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Wentorf bei Hamburg

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 53° 30′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Herzogtum Lauenburg
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 6,87 km²
Einwohner: 11.614 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1691 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21465
Vorwahl: 040
Kfz-Kennzeichen: RZ
Gemeindeschlüssel: 01 0 53 129
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstr. 16
21465 Wentorf
Webpräsenz:
www.wentorf.de
Bürgermeister: Matthias Heidelberg (CDU)

Wentorf bei Hamburg ist eine Gemeinde im Kreis Herzogtum Lauenburg im Süden Schleswig-Holsteins.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde Wentorf bei Hamburg liegt mit ihrer Gemarkung im südwestlichen Teil des Kreises Herzogtum Lauenburg. Sie grenzt im Süden und Westen an Bergedorf, im Norden an die jenseits der Bille gelegene, zum Kreis Stormarn gehörende Stadt Reinbek und im Osten an die Gemeinden Wohltorf und Börnsen. Das Gemeindegebiet umfasst 686,6 ha. Bei Wentorf entspringt die Schulenbrooksbek.

Geschichte

Der Ort wurde erstmals im Jahre 1217 unter dem Namen Wenetdorp urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Namens liegt auf der Hand: „Wendendorf“ war ein von Slawen bewohntes Dorf. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte hat sich Wentorf grundlegend gewandelt. Zusammenhänge zwischen ferner Vergangenheit und Gegenwart sind nur noch vereinzelt zu erkennen.

Im Mittelalter gehörte Wentorf zum Kloster Reinbek, nach der Reformation zum herrschaftlichen Amt Schwarzenbek. Nach den Verwaltungsreformen von 1889 setzte eine Strukturänderung in dem alten Bauerndorf ein. In der Nähe der Bille und des Bahnhofs entstand ein Villenviertel. In anderen Ortsteilen siedelten sich Handwerker und Arbeiter an. Bis zum Jahre 1910 hatte sich das Dorf Wentorf mit seiner landschaftlich schönen Lage zu einem Vorort von Hamburg mit 1200 Einwohnern entwickelt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war der Ort durch Eisenbahn und Landstraße mit der Großstadt Hamburg verbunden. Dadurch war Wentorf an das Wirtschafts- ­und Handelszentrum Hamburg herangerückt und erhielt ganz andere Entfaltungsmöglichkeiten als die meisten ihren ländlichen Charakter wahrenden Nachbargemeinden.

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden in Wentorf Kasernen errichtet, die über 2000 Soldaten beherbergten. Nach 1945 wurde die Anlage für „Displaced persons“ und ab 1952 für Flüchtlinge genutzt.

Von 1960 bis Mitte der 1990er Jahre war Wentorf Bundeswehr-Standort. In der Bose-Bergmann-Kaserne und der Bismarck-Kaserne waren ein Großteil der Panzergrenadierbrigade 16 stationiert.

Wentorf heute

Heute ist Wentorf zentraler Ort (Stadtrandkern 2. Ordnung) mit über 11.000 Einwohnern. Unter den erwerbstätigen Einwohnern befinden sich viele Berufspendler, die vorwiegend in Hamburg arbeiten.

Die Gemeinde erfüllt für ihren Verflechtungs- bzw. Nahbereich übergemeindliche Aufgaben, und zwar neben der Abwasserbeseitigung insbesondere im Bereich der Bildung (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Grundschule, Schulkin­dergarten), aber auch auf den Gebieten Sport, Kultur, Umwelt­schutz. Die Bauleitplanung der Gemeinde ist auf ein weiteres kontinuierliches Anwachsen der Einwohnerzahl bis zu höchstens 12.000 Einwohnern ausgerichtet. In Wentorf gibt es acht Kindergärten. Die Gemeindebücherei hält etwa 19.000 Bände vorrätig, die schwerpunktmäßig Kinder bis 12 Jahren ansprechen sollen.

Politik

Wappen

Blasonierung: „In Gold ein sechsspeichiges schwarzes Wagenrad unter einem grünen Rautenkranz im Schildhaupt.“[1]

Die Wappenfarben Gold, Schwarz und Grün wurden den Far­ben der Askanier, der Herzöge von Sachsen-Lauenburg, entnommen, die die Geschichte der Gemeinde Wentorf bei Hamburg fünf Jahrhunderte hindurch bestimmten. Das Wagenrad kennzeichnet die Bedeutung, die diese Erfindung für die wirtschaftliche Entwicklung Wentorfs besaß und besitzt. Es erinnert an die Spanndienste, die der Hufner seinem Herrn Jahrhunderte lang zu leisten hatte, an die Holzwirtschaft der Bauern und den Handels- und Transitverkehr auf der ehemaligen Frachtstraße zwischen Lübeck und Hamburg, der heutigen Bundesstraße 207. Der grüne Rautenkranz im Schildhaupt über dem Wagenrad stellt den Bezug zur Geschichte Wentorfs her und legt die Eindeutigkeit des Rades als Sinnbild der Gemeinde fest. Der grüne Rautenkranz ist ebenfalls aus dem Wappen der askanischen Vorfahren überliefert. Die Herzöge von Sachsen-Lauenburg sahen ihn als Sinnbild des Wohlergehens ihres Landes - und damit ihrer Landsleute - an.

Bildungswesen

In Wentorf gibt es vier Schulen:

Im Bildungswesen kam es in den Jahren 2004 bis 2006 zu großen Investitionen, da die Schülerzahlen in den vorhergehenden Jahren stark angestiegen waren. Die Realschule sowie das Gymnasium erhielten Anbauten, die 2006 fertiggestellt wurden. Das Gymnasium verfügt nun über neue naturwissenschaftliche Fachräume, sowie eine Cafeteria für die Oberstufenschüler. Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 hat das Gymnasium Wentorf einen Musikzweig.

Verkehr

Die Buslinie 235, die zwischen dem S-Bahnhof Reinbek und dem S- und Fernverkehrsbahnhof Hamburg-Bergedorf pendelt, schließt Wentorf an den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) an. Vom Reinbeker Bahnhof ist die Hamburger Innenstadt innerhalb von 26 Minuten zu erreichen. Der Ort wird von der Bundesstraße 207 durchquert, die nach Hamburg-Bergedorf in die eine bzw. nach Mölln und Ratzeburg in die andere Richtung führt.

Religion

In Wentorf gibt es eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, 1952 wurde die Martin-Luther-Kirche errichtet.

Die katholische Gemeinde Wentorfs gehört seit dem Zusammenschluss der katholischen Kirchengemeinden aus Reinbek, Glinde und Trittau am ersten Januar 2006, der Gemeinde „Seliger Niels Stensen“ an, deren Hauptkirche die Herz-Jesu-Kirche in Reinbek ist.

Persönlichkeiten

Literatur

Quellen

  1. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein