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Sanctus

Sanctus (lat. „heilig“) ist das Anfangswort eines Mess-Gesangs innerhalb der katholischen Liturgie, des „Heilig-Rufes“. Darüber hinaus ist es Bestandteil des Te Deum. „Sanctus“ wird auch als Bezeichnung des „Heilig-Rufes“ als eines Teils des traditionellen Ordinariums verwendet. Das Sanctus (in der Volkssprache) ist auch Teil der orthodoxen Liturgie und des lutherischen Abendmahlsgottesdienstes. Es gehört zum alten Bestand des christlichen Gottesdienstes und wird im vorderen Teil des eucharistischen Hochgebets (nach der Präfation – im lutherischen Gottesdienst unmittelbar vor den Einsetzungsworten) von allen Gläubigen, vom Chor oder im Wechsel gesungen. Komponisten aller Epochen haben es vertont.

Der Wortlaut setzt sich zusammen aus der Akklamation der Engel in der Berufungsvision des Propheten Jesaja (Jes 6,3 EU) sowie einem messianischen Begrüßungsruf aus Ps 118,25f. EU/Mt 21,9 EU, der hier gerne auf die eucharistische Gegenwart Christi bezogen wird.

  Sanctus, sanctus, sanctus Dominus Deus Sabaoth.
  Pleni sunt coeli et terra gloria tua.
  Hosanna in excelsis.
  Benedictus qui venit in nomine Domini.
  Hosanna in excelsis.

  Heilig, heilig, heilig Gott, Herr aller Mächte und Gewalten.
  Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
  Hosanna in der Höhe.
  Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
  Hosanna in der Höhe.

In der lutherischen Messe in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche ist ein kleiner mariologischer Zusatz enthalten.

  Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth.
  Voll sind Himmel und Erdreich seiner Ehre.
  Hosiana in der Höhe.
  Gebenedeit sei Marien Sohn, der da kommt im Namen des Herrn.
  Hosiana in der Höhe.

In Orchestermessen wird der zweite Teil (ab "benedictus") teilweise unter der Bezeichnung Benedictus erst nach dem Einsetzungsbericht gesungen, was streng genommen dem Messbuch widerspricht.


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