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Nisyros

f9f10

Gemeinde Nisyros
Δήμος Νισύρου (Νίσυρος)
DEC
Basisdaten
Staat: Griechenland
Verwaltungsregion: Südliche Ägäis
Präfektur: Dodekanes
Geographische Koordinaten: 36° 35′ N, 27° 10′ O7Koordinaten: 36° 35′ N, 27° 10′ O
Höhe ü. d. M.: 46 m
(Durchschnitt)
Fläche: f450,055 km²
Einwohner: 948 ([1])
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner/km²
Sitz: Mandraki
LAU-1-Code-Nr.: 811900
Gemeindegliederung: 3 Gemeindebezirkef7
Website: www.nisyros.gr
Lage in der Präfektur Dodekanes

Nisyros (griechisch Νίσυρος (f. sg.)) ist eine griechische Insel in der Ägäis, welche zu der Inselgruppe der Dodekanes gehört, in deren Zentrum sie liegt. Zusammen mit Gyali und einigen unbewohnten Inselchen bildet sie eine Gemeinde (griechisch δήμος, Dimos) in der Präfektur Dodekanes. Sie hat eine Größe von rund 41 km² und wird von ungefähr 1.200 Menschen bewohnt. Die Entfernung zur nächsten großen Dodekanes-Insel Kos beträgt rund 16 km (etwa neun Seemeilen). Zwischen Kos und Nisyros liegt die kleine, fast ausschließlich aus Bimsstein bestehende Insel Gyali. Die Form von Nisyros ist nahezu rund. Fast im Zentrum befindet sich die Caldera, ein Vulkankrater mit einer Länge von 3.500 m und einer Breite von 1.500 m. Auf dem Grund der Caldera befinden sich mehrere Schlammkrater, der größte mit einem Durchmesser von etwa 300 m. Aus diversen Spalten und Löchern (Fumarolen) kommen heiße schwefelige Dämpfe. Die Insel gehört zum Ägaischen Vulkangürtel.

Der Hauptort ist Mandraki an der Nordküste der Insel. Oberhalb des sehr alten Mandraki liegt ein altes Johanniterkastell. Es wurde im 14. Jahrhundert erbaut und trägt den Namen Panagia Spiliani. Auf dem Kraterrand in etwa 250  m Höhe findet man das kleine, nach einem Erdbeben weitgehend dem Verfall ausgesetzte Dorf Emborio. Einen guten Blick auf den Krater hat man vom Dorf Nikia, welches in etwa 400 m Höhe ebenfalls auf dem Kraterrand gebaut ist. Auf der Insel verkehren Busse. Man kann sich auch Motorroller und Personenkraftwagen leihen, die Straßen der Insel sind zum Teil noch unbefestigt.

Etwa zwei Kilometer östlich von Mandraki entfernt befindet sich das Dorf Pali (griechisch Πάλοι), ein kleines Fischerdorf mit etwa 100 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Nisyros ist eine rein vulkanisch gebildete Insel, die wesentlich jünger ist als das benachbarte Kos. Die ältesten Laven finden sich im Nordwesten der Insel, nahe Mandraki. Es sind untermeerisch gebildete Basalt-Pillow-Laven, die durch tektonische Aktivität soweit angehoben wurden, dass sie jetzt an der Meeresoberfläche liegen. Es kann nur vermutet werden, dass der untermeerische Sockel von Nisyros aus ähnlichen Gesteinen aufgebaut ist. Die überseeischen Gesteine von Nisyros sind Andesit- bis Dacit-Lavaströme im Wechsel mit pyroklastischen Aschen und Schlacken ähnlicher Zusammensetzung. Relativ spät in der Geschichte der Insel kam es zu zwei gewaltigen plinianischen Eruptionen von Bims, in deren Folge die zentrale Caldera einbrach, die jetzt das Zentrum von Nisyros dominiert. Ablagerungen der Aschen und Bimse von Nisyros finden sich auch auf der Insel Tilos im Süden von Nisyros. Die jüngste „echte“ vulkanische Aktivität war das Aufdringen der sehr zähflüssigen Dacit-Dome in der westlichen Hälfte der Caldera, die jetzt die höchsten Erhebungen der Insel bilden. Das genaue Alter dieser Dome ist unbekannt, liegt aber vermutlich im Bereich einiger Tausend Jahre. Die momentane vulkanische Aktivität beschränkt sich auf heiße schwefelreiche Dämpfe in einem Schlammkrater am Südende der Caldera. Der Schlammkrater selbst geht vermutlich auf eine historisch überlieferte Dampfexplosion im Spätmittelalter zurück. Neben Santorin ist Nisyros damit die einzige weitere in der Neuzeit noch aktive Vulkaninsel Griechenlands. Letzte hydrothermale Ausbrüche gab es 1887. Die Insel gehört zu den aktiven Vulkanen des Kykladenbogen. Nisyros wird seit 1980 intensiv erforscht und seit 2000 geophysikalisch überwacht, weil man auch in Zukunft Vulkanausbrüche erwartet.

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Schwefel im Bereich der Schlammkrater im Süden der Caldera abgebaut und über einen kleinen Hafen an der Südküste verschifft; im 20. Jahrhundert wurde der Bims im Norden der Insel abgebaut und über eine Ladestation nahe Pali als Baumaterial verschifft. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gab es Bemühungen, eine Geothermal-Bohrung zur Energie-Gewinnung zu nutzen, was sich jedoch nicht als praktikabel erwies.

Die nördlich gegenüberliegende kleine Insel Gyali hat wie Nisyros eine junge und rein vulkanische Geschichte; sie besteht in ihrer südwestlichen Hälfte überwiegend aus weißem Bims und im Nordosten überwiegend aus Obsidian. Der Gyali-Obsidian wurde in der Jungsteinzeit (Neolithikum) als Werkstoff zur Herstellung von Klingen, etc. genutzt. Einige der Bimslagen auf Gyali überlagern Horizonte mit neolithischen Funden, sind also nur wenige Tausend Jahre alt. Der Bims wird als Baumaterial abgebaut; ansonsten ist Gyali unbewohnt.

Die noch kleinere Insel Strongyli im Nordosten von Nisyros ist ebenfalls rein vulkanisch und vermutlich relativ jung (etwa 30.000 Jahre). Es handelt sich auch um eine dacitische Insel, deren Krater gut erhalten ist.

Die beiden kleinen Inseln im Westen und Südwesten, Perigousa und Pacheia, sind vulkanischen Ursprungs, jedoch stark erodiert und daher vermutlich relativ alt.

Mythologie

In der griechischen Mythologie wird erzählt, dass der Meeresgott Poseidon bei der Gigantomachie, dem großen Kampf der Götter mit den Giganten, den Giganten Polybotes besiegte, indem er die Insel Nisyros auf ihn warf.

Einzelnachweise

  1. Informationen des griechischen Innenministeriums
 Commons: Nisyros – Bilder, Videos und Audiodateien