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Regierungsbezirk Detmold

Dieser Artikel beschreibt Aspekte der Verwaltung des Regierungsbezirks Detmold, dessen Gebiet identisch mit der Region Ostwestfalen-Lippe ist; zur Beschreibung anderer Aspekte der Region siehe Ostwestfalen-Lippe.
Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verwaltungssitz: Detmold
Fläche: 6.519,97 km²
Einwohner: 2.059.198 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 316 Einwohner je km²
Bezirksgliederung: 70 Gemeinden, davon 69 in 6 Kreisen
Bezirksregierung
Regierungspräsidentin: Marianne Thomann-Stahl (FDP)
Hausanschrift der
Bezirksregierung:
Leopoldstraße 15
32756 Detmold
Website: www.brdt.nrw.de
Karte

Der Regierungsbezirk Detmold ist einer von fünf Regierungsbezirken in Nordrhein-Westfalen. Räumlich entspricht er der Region Ostwestfalen-Lippe. Regierungsbezirke übernehmen in der Verwaltungshierachie eine mittlere Stellung und stehen damit als Mittelinstanz (Landesmittelbehörde) zwischen der Ministerialebene und den unteren Landesbehörden sowie den Kommunen. Der Regierungsbezirk wurde nach Beitritt Lippes im Januar 1947 zum Land Nordrhein-Westfalen gebildet und hieß zunächst kurzzeitig Regierungsbezirk Minden-Lippe.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Regierungsbezirk Detmold liegt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen und damit am Übergangsbereich der deutschen Mittelgebirge und der Norddeutschen Tiefebene. Der Regierungsbezirk umfasst mit 6.500 km² rund ein Fünftel der Fläche von Nordrhein-Westfalen. Der Regierungsbezirk grenzt im Norden und Osten an das Land Niedersachsen, im Süden an das Land Hessen (Regierungsbezirk Kassel) und im Westen an die nordrhein-westfälischen Regierungsbezirke Arnsberg und Münster.

Verwaltung

Kreisgliederung

Der Regierungsbezirk besteht aus sechs Kreisen mit insgesamt 69 kreisangehörigen Gemeinden und einer kreisfreien Stadt:

  1. Stadt Bielefeld, 325.846 EW
  2. Kreis Gütersloh, 354.057 EW
  3. Kreis Herford, 253.751 EW
  4. Kreis Höxter, 152.627 EW
  5. Kreis Lippe, 359.192 EW
  6. Kreis Minden-Lübbecke, 320.813 EW
  7. Kreis Paderborn, 299.127 EW

Regierungspräsidentin

Derzeitige Regierungspräsidentin ist seit dem 21. Juli 2005 Marianne Thomann-Stahl, FDP.

Geschichte

Bildung des Bezirks

Der Regierungsbezirk Detmold hat geschichtlich zwei Wurzeln:

Im Zuge des Zusammenschlusses Nordrhein-Westfalens mit Lippe am 21. Januar 1947 wurde in den Lippischen Punktationen die Zusammenfassung der bisherigen Gebiete des Regierungsbezirks Minden mit dem Gebiet des Landes Lippe sowie die Verlegung des Regierungssitzes von Minden nach Detmold verabredet und am 1. April vollzogen. Am 2. Juni 1947 schließlich wurde der zunächst bestehende Bezirksname „Minden-Lippe“ in „Detmold“ geändert.[1].

Im Regierungsbezirk haben sich die Kommunen zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit Verwaltungssitz in Münster zusammengeschlossen. Der lippischen Landesteil existiert seit den Lippischen Punktationen ein kommunaler Verband Landesverband Lippe, der auch das Vermögen des ehemaligen Landes Lippes verwaltet.

Ausblick

Es gibt Pläne der Landesregierung den Regierungsbezirk in einer Verwaltungsreform bis 2012 aufzuheben. Die Bezirksregierungen sollen durch drei neue Regionalpräsidien (bisher fünf Bezirksregierungen) oder drei neu zugeschnittenen Regierungsbezirken, von denen eines Westfalen und Lippe mit Sitz in Münster umfassen soll, ersetzt werden. Des Weiteren sollen die beiden Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen aufgelöst werden. Die Stellung des Landesteils Lippe, seines Landesverbands und der Verwaltungshauptstadt Detmold sind aber auf Grund der Vereinbarungen in den Lippischen Punktationen umstritten.

Verwaltungsgliederung 1947–1968/74

Die Kreiseinteilung im vormaligen Regierungsbezirk Minden geht bei verschiedenen Änderungen auf das Jahr 1816, in Lippe auf die 1930er-Jahre zurück. Bei Bildung des Regierungsbezirks Detmold umfasste das Gebiet zwei Stadtkreise, deren Einrichtung auf die Jahre 1878 (Bielefeld) und 1911 (Herford) zurückgeht, dementsprechend zwei Landkreise sowie zehn weitere Kreise, auf die 1953 die Bezeichnung „Landkreis“ ausgedehnt wurde:

  1. Stadt- und Landkreis Bielefeld
  2. Landkreis Büren
  3. Landkreis Detmold
  4. Landkreis Halle
  5. Stadt- und Landkreis Herford
  6. Landkreis Höxter
  7. Landkreis Lemgo
  8. Landkreis Lübbecke
  9. Landkreis Minden
  10. Landkreis Paderborn
  11. Landkreis Warburg
  12. Landkreis Wiedenbrück

Vom 1. April 1947 bis 30. September 1949 gehörten die beiden ehemaligen lippischen Exklaven Cappel und Lipperode noch zum Landkreis Detmold und waren damit Teil des Regierungsbezirks, wurden zum 1. Oktober 1949 aber in den Landkreis Lippstadt umgegliedert.

Gebietsreform 1969–1975

Die Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen führte im Regierungsbezirk Detmold durch Zusammenlegung von jeweils zwei Kreisen zu einer Halbierung der Kreiszahl, wobei einige Gemeinden anderen Kreisen angegliedert wurden. Im Zuge der Reform gab es auch Gebietsaustausche und Grenzkorrekturen mit den Regierungsbezirken Arnsberg und Münster sowie dem Land Niedersachsen. Eine Begleiterscheinung war die am 1. Oktober 1969 vollzogene Ablösung der Bezeichnung Landkreis durch Kreis. Im wesentlichen verlief die Reform im Regierungsbezirk in drei Schritten:

Damit war der bis heute gültige, o. a. Zuschnitt der Verwaltungsgrenzen erreicht. Die Vorgänge sind zwecks Übersichtlichkeit nicht in allen Einzelheiten dargestellt; siehe dazu die Links zu den einzelnen Kreisen und Gesetzen.

Neben der Neuordnung der Kreise wurde in diesem Zeitraum auch die Verwaltungsstruktur auf kommunaler Ebene neu gegliedert. Die zwölf (Land-)kreise gliederten sich bis 1968 in 648 kreisangehörige Gemeinden. Ihre Zahl wurde bis 1975 durch Zusammenschließungen und Eingemeindungen auf 69 reduziert. Die vor der Reform bestehenden Ämter (Verwaltungsgemeinschaften der Gemeinden) entfielen vollständig.

Entwicklung der Außengrenzen

Die Außengrenzen des Regierungsbezirks Detmold haben sich seit seiner Gründung am 1. April 1947 mehrfach durch Umgliederungen von Gemeinden oder Gemeindeteilen – hauptsächlich im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform von 1968 bis 1975 – sowie durch Grenzkorrekturen geändert.

Zum 1. Oktober 1949 wurden die ehemaligen lippischen Exklaven Cappel und Lipperode (Kreis Detmold) in den Kreis Lippstadt (Regierungsbezirk Arnsberg) umgegliedert (Flächenabgang: 1,90 und 5,77 km²). In den Jahren 1953 bis 1956 gab es drei kleinere Grenzänderungen: zum 1. Oktober 1953 zwischen der Gemeinde Nordrheda (Kreis Wiedenbrück) und dem Kirchspiel Oelde (Kreis Beckum, Regierungsbezirk Münster) (Austausch: 6,38 gegen 7,36 ha), zum 1. Oktober 1954 zwischen den Gemeinden Dackmar (Landkreis Warendorf, Regierungsbezirk Münster) und Peckeloh (Landkreis Halle) (Austausch: 273 gegen 216 a) sowie zum 1. April 1956 zwischen den Gemeinden Steinhausen (Landkreis Büren) und Geseke (Landkreis Lippstadt, Regierungsbezirk Arnsberg) (Austausch: 14,3 gegen 15,6 ha).

Zum 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Lette und ein Teil der Gemeinde Clarholz (Kreis Wiedenbrück) in die Stadt Oelde (Kreis Beckum, Regierungsbezirk Münster) eingegliedert (Flächenabgang: 14,50 km²); im Gegenzug wurde die Gemeinde Benteler (Kreis Beckum) in die neu gebildete Gemeinde Langenberg (Kreis Wiedenbrück) sowie ein Teil des Kirchspiels Oelde in die neu gebildete Gemeinde Herzebrock eingegliedert (Flächenzugang: 16,89 km²). Zum 1. Oktober 1971 wurde die gemeinsame Landesgrenze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen korrigiert; betroffen im Regierungsbezirk waren die Gemeinde Frille (Kreis Minden-Lübbecke), die Ortsteile Silixen und Rott der Gemeinde Extertal (Kreis Lemgo), die Ortschaft Sabbenhausen der Stadt Lügde (Kreis Detmold), die Ortschaften Stahle und Lüchtringen der Stadt Höxter sowie die Ortschaft Würgassen der Stadt Beverungen (Kreis Höxter).

Zum 1. Januar 1973 wurden die Stadt Harsewinkel und die Gemeinden Greffen und Marienfeld (Kreis Warendorf) auf Grundlage des Bielefeld-Gesetzes zur neu gebildeten Stadt Harsewinkel zusammengeschlossen und in den neu gebildeten Kreis Gütersloh eingegliedert (Flächenzugang: 100,04 km²). Zum 1. Januar 1975 gab es mehrere Umgliederungen auf Grundlage des Sauerland/Paderborn-Gesetzes und des Münster/Hamm-Gesetzes: Die Gemeinden Essentho, Oesdorf, Westheim sowie Teile der Gemeinden Dalheim, Fürstenberg und Meerhof (Kreis Büren) wurden in die neu gebildete Stadt Marsberg (Hochsauerlandkreis) eingegliedert (Flächenabgang: 53,59 km²) und die Gemeinden Garfeln, Hörste, Rebbeke (Kreis Büren) sowie kleinere Gebietsteile der Gemeinden Langenberg und Rietberg (Kreis Gütersloh) wurden in die Stadt Lippstadt (Kreis Soest) eingegliedert (Flächenabgang: 23,21 km² und 0,52 km²).

Frühere Regierungspräsidenten

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen des Regierungsbezirks Detmold nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 sowie für 1987 um Volkszählungsergebnisse und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Zahlen für 1975, 1980 und 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1987 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1950 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Jahr Einwohner
1950 (13. Sep.) 1.499.526
1961 (6. Juni) 1.606.031
1970 (27. Mai) 1.736.913
1975 (31. Dez.) 1.798.574
1980 (31. Dez.) 1.817.168
Jahr Einwohner
1985 (31. Dez.) 1.785.400
1987 (25. Mai) 1.793.359
1990 (31. Dez.) 1.895.404
1995 (31. Dez.) 2.012.908
2000 (31. Dez.) 2.055.795
Jahr Einwohner
2005 (31. Dez.) 2.069.758
2007 (31. Dez.) 2.059.198

Literatur

Quellen

  1. Ernst Siemer: 175 Jahre alt. Bezirksregierung in Ostwestfalen, 1816-1991. Detmold 1991, S. 375