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Flexible Response

Das Konzept der Flexible Response (deutsch: Flexible Antwort) war die von John F. Kennedy 1961 entwickelte und von 1967 bis zum Ende des Kalten Krieges 1991 geltende NATO-Verteidigungsstrategie (MC 143/3) gegenüber dem Warschauer Pakt. Sie löste das Konzept der Massiven Vergeltung (Massive Retaliation) ab, das mit Modifikationen seit 1954 gegolten hatte. Vor allem Deutschland hatte auf einer Änderung der NATO-Strategie bestanden, weil das Konzept der Massiven Vergeltung den Großeinsatz von Nuklearwaffen auf deutschem Territorium vorsah.

Das neue Konzept trug der konventionellen Unterlegenheit der NATO-Streitkräfte in Westeuropa gegenüber denen des Warschauer Pakts Rechnung, die die NATO durch Nuklearwaffen ausgleichen wollte. Die abgestufte, nicht vorhersehbare Reaktion sah folgende Schritte vor, die in ihrer zeitlichen Abfolge nicht festgelegt waren und teilweise gleichzeitig erfolgen konnten:

Diese Schritte schlossen die Möglichkeit eines nuklearen Erstschlags ein. Der Warschauer Pakt forderte in dieser Zeit immer wieder einen vertraglich geregelten Verzicht auf den nuklearen Erstschlag. Die europäischen NATO-Partner sahen sich aber nicht in der Lage, mit konventionellen Kräften ein Gleichgewicht zur militärischen Macht des Warschauer Paktes herzustellen und auf die Androhung des Ersteinsatzes nuklearer Waffen zu verzichten. Die westliche Abschreckungstheorie setzte auf ein „kriegsverhütendes Gleichgewicht des Schreckens“. Dieses Gleichgewicht wurde aber durch den technologischen Rüstungswettlauf ständig instabil.

Eines der westlichen Verhandlungsziele bei den MBFR-Verhandlungen, das mit der Strategie der Flexible Response in Zusammenhang stand, war die Parität bei den konventionellen Waffen.

Auf dem NATO-Gipfeltreffen in Rom am 8. November 1991 wird eine neue Strategie des Bündnisses beschlossen. Sie setzt auf die Triade von Dialog, Kooperation und Erhaltung der Verteidigungsfähigkeit und löste die Konzeption der "flexible response" ab.

Siehe auch: Nuklearstrategie