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Witten-Herbede

Witten-Herbede ist der älteste und nach Fläche größte Stadtteil von Witten mit etwa 15.000 Einwohnern. Er liegt ca. 5 km südwestlich des Wittener Stadtzentrums linksseitig der Ruhr am Rande des Rheinischen Schiefergebirges und des Kemnader Stausees. Den Ortskern bildet die Einkaufsstraße Meesmannstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Witten-Herbede liegt direkt an der Ruhr und am Kemnader Stausee mit großen Freiflächen, Freizeitangeboten sowie zahlreichen Rad- und Wanderwegen. Im Süden gibt es hügelige, größere zusammenhängende Waldgebiete, die den Übergang ins Sauerland und Bergische Land bilden. Essen, Bochum und Dortmund sind in wenigen Minuten zu erreichen.

Im direkten Einzugsbereich Herbedes gibt es zwei Universitäten (Witten-Herdecke, Bochum).

Stadtteilgliederung

Der Stadtteil Herbede besteht aus fünf Ortsteilen, so genannten "statistischen Bezirken". Diese sind mit Gemarkungsnummern versehen. Es handelt sich um

Zwischen 1951 (Verleihung der Stadtrechte) und 1975 (Eingemeindung Herbedes durch Witten) bestand die Stadt Herbede aus den Stadtteilen Herbede-Ort, Vormholz, Durchholz, Bommerholz, Kämpen und Buchholz (ab 1970).

Geschichte

851: Erste urkundliche Erwähnung Herbedes als Villa Herribeddiu.
1032: Bau der Kirche St. Vitus, die zur Abtei Deutz gehört.
1208: Erste urkundliche Nennung von Haus Herbede.
1347: Eine Ruhrbrücke bei Herbede wird erstmalig erwähnt.
1589: Reformation
1606: Errichtung einer Schule für das Kirchspiel.
1683: Herbede erhält das Recht, einen Wochenmarkt durchzuführen.
1689: Aufgrund des Widerstands der Nachbarstädte Witten und Hattingen wird dieses Recht zurückgezogen.
1780: Inbetriebnahme der Herbeder Schleuse.
1783: Der Fabrikant Friedrich Spennemann errichtet zwei Hämmer.
1788: Die Stahl- und Eisenfabrik Herdegen nimmt den Betrieb auf.
1811: Bau einer neuen Schleuse
1828: Eröffnung eines Postamts.
1860: Ein Walzwerk wird in Betrieb genommen.
1868: Die Ruhrtal-Bahn verbindet Herbede mit dem Rheinland.
1886: Gründung des Amtes Herbede mit Ost- und Westherbede, Durchholz, Vormholz und Heven.
1889: Pfarrvikar Johannes Wächter errichtet zusammen mit Franziskanerinnen ein Schwesternhaus, das auch als Waisenhaus dient.
1894: Anschluss an das Wasserversorgungsnetz.
1906: Herbede wird elektrifiziert.
1926: Am 1. April wird aus den Gemeinden Durchholz, Vormholz, Ost- und Westherbede die Großgemeinde Herbede gebildet.
1927: Das Gasversorgungsnetz wird in Betrieb genommen.
1951: Herbede erhält anlässlich der 1100-Jahrfeier die Stadtrechte.
1970: Im Rahmen einer Gebietsreform wird die Gemeinde Buchholz eingemeindet.
1971: Der Streckenabschnitt der A 43 wird freigegeben.
1975: Herbede wird nach Witten eingegliedert.
1980: Der Kemnader See wird eröffnet.
1982: Bruno J. Sobotka und Freunde gründen den Förderverein Haus Herbede, heute Förderverein Wittener Herrenhäuser.
1985: Franz Hengsbach eröffnet das Altenzentrum St. Josefshaus.
1986: Das erste Herbeder Oktoberfest. Das Stadtfest lockt seither jährlich im Durchschnitt 100.000 Besucher an.
1988: Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten wird das Haus Herbede der Öffentlichkeit übergeben. Nach dem teilweisen Zerfall des Gemäuers und der zeitweisen Nutzung als Wohnhaus dient es seit 1988 u.a. als Bühne für Kleinkunst und Ausstellungsraum für bildende Künstler.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hier findet sich mit dem ehemaligen Adelssitz Haus Herbede aus dem 12. Jahrhundert das älteste Gebäude Wittens.

Von April bis November fährt die RuhrtalBahn an einigen Tagen den Haltepunkt Witten-Herbede mit der Museumsbahn, die zwischen Bochum-Dahlhausen und Hagen verkehrt, an.

Die Herbeder Schleuse gehört zur Themenroute 12 der Route der Industriekultur – Geschichte und Gegenwart der Ruhr.

In Herbede gibt es mehrere Anleger für das Fahrgastschiff "Schwalbe", das jedoch nur in den Sommermonaten zwischen dem Kemnader Stausee und Bommern verkehrt. Mit Saisonbeginn Anfang April können Brautpaare die „Schwalbe“ chartern, um sich an Bord trauen zu lassen. Die Betreiber der „Schwalbe“ sind die Stadtwerke Witten.

Herbede gehört 2007 zu den immer weniger werdenden Stadtteilen im Ruhrgebiet, die noch über ein klassisches Zentrum mit inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften verfügen.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Schienen-, Straßenbahn- und Busverkehr

Der ÖPNV wird in Herbede durch mehrere Buslinien sichergestellt. Der nächste Regionalbahnhof in Witten-Mitte ist in 16 Minuten zu erreichen, der nächste Fernverkehrsbahnhof in Bochum innerhalb von etwas mehr als 30 Minuten.

In den Außenbezirken von Herbede gibt es aufgrund der dünnen Besiedlung nur ein rudimentäres Busnetz. Selbst der Versuch einen Bürgerbus einzurichten, scheiterte 2006 an der mangelnden aktiven Unterstützung durch die Bevölkerung.

Straßen

Herbede ist durch die Bundesautobahnen A 43 an das Fernstraßennetz angebunden

Wirtschaft

Bürgerkreis

Aus Reihen der Kaufmannschaft, Immobillienbesitzer, Vereine und anderer Institutionen wurde 2003 der Bürgerkreis Herbede e.V. ins Leben gerufen, dessen Aufgabe darin besteht, die Beteiligung der Bürgerschaft an der Entwicklung des Nebenzentrums zu fördern sowie Ideen für den Stadtteil zu erarbeiten und umzusetzen.

Der Bürgerkreis beschäftigt den "Dorfmeister Herbede" (Kümmerer im Ort) und wendet sich gegen die Bebauung einer an das Zentrum angrenzenden Brachfläche mit einem Einkaufszentrum.

Medien

Das Medienangebot entspricht dem Medienangebot der Stadt Witten. Darüber hinaus erscheinen in Herbede:

Beide Publikationen erscheinen in den Herbeder Ortsteilen Herbede-Mitte, Buchholz und Kämpen, in Vormholz und Durchholz sowie außerhalb Herbedes in Heven-Lake.

Koordinaten: 51° 25' 20" N, 7° 16' 54" O